MenüZurück
Wird geladen.

24.09.2018

18:29

Finanzaufsicht

Bafin setzt Geldwäsche-Sonderbeauftragten bei Deutscher Bank ein

Von: Andreas Kröner, Yasmin Osman

Die Bafin fordert, dass die Deutsche Bank ihre Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verstärkt – und lässt das auch überprüfen.

Deutsche Bank: Bafin setzt Geldwäsche-Sonderbeauftragten ein dpa

Logo der Deutschen Bank

Mehr Tempo bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen gegen Geldwäsche erforderlich.

FrankfurtMangelhafte internen Kontrollen bei der Deutschen Bank bereiten Finanzaufsehern schon lange Sorgen. Anfang vergangenen Jahres wurde das Institut zu einem Bußgeld von 630 Millionen Dollar verdonnert, weil russische Kunden über die Bank Milliardenbeträge gewaschen hatten. Deutschlands größtes Geldhaus hat nach solchen Strafen stets Besserung gelobt – doch die Fortschritte lassen aus Sicht der deutschen Finanzaufsicht Bafin zu wünschen übrig.

Die Bafin hat deshalb „zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung angeordnet, angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten“, wie die Behörde am Montag mitteilte. Ein Sonderbeauftragter soll die Umsetzung der vorgeschriebenen Maßnahmen bei der Deutschen Bank überprüfen. Die Bafin setzt damit zum ersten Mal überhaupt bei einem Geldhaus einen Sonderbeauftragten im Bereich Geldwäsche ein.

Meist handelt es sich dabei um mehrere Personen von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – im aktuellen Fall von KPMG. Die Deutsche Bank erklärte, sie wolle bei der Identifizierung von Kunden alle regulatorischen Anforderungen erfüllen.

„Wir stimmen mit der Bafin darin überein, dass wir diese Prozesse in der Unternehmens- und Investmentbank weiter verbessern müssen.“ Das Institut arbeite mit der Bafin und KPMG daran, „die regulatorischen Anforderungen schnellstmöglich und im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen“.

Der Einsatz eines Sonderbeauftragten ist vergleichbar mit einer zeitlich ausgedehnten Sonderprüfung. Finanzkreisen zufolge soll KPMG dem Geldhaus bis 2021 auf die Finger schauen. „Der Sonderbeauftragte soll über den Umsetzungsfortschritt berichten und diesen bewerten“, erklärte die Bonner Behörde.

Kriminalitätsprävention: Die Deutsche Bank hat einen neuen Anti-Geldwäschechef

Kriminalitätsprävention

Die Deutsche Bank hat einen neuen Anti-Geldwäschechef

Laxe interne Kontrollen haben der Deutschen Bank immer wieder saftige Geldstrafen eingehandelt. Jetzt ernennt sie einen neuen Kriminalitätsbekämpfer.

Ein Bußgeld ist mit der Maßnahme nicht verbunden. Die Finanzaufsicht hat Insidern zufolge keine Erkenntnisse über neue Geldwäsche-Verstöße der Bank oder Probleme beim Umgang mit bestimmten Kunden. Doch sie hält viele Prozesse zur Geldwäschebekämpfung noch immer für mangelhaft. So sei das Geldhaus nicht in der Lage gewesen, bestimmte Informationen zeitgerecht zu liefern. Außerdem seien neue Verordnungen nicht schnell genug in konkrete Arbeitsrichtlinien für die Mitarbeiter umgesetzt worden.

Die Kritik der Bafin wirft ein schlechtes Licht auf die Arbeit von Regulierungsvorständin Sylvie Matherat, die im Vorstand auch für Geldwäscheprävention zuständig ist. Vor kurzem hatte der oberste Geldwäschebekämpfer Phillippe Vollot das Institut verlassen, um Vorstand bei der Danske Bank zu werden. Vollot genießt in der Branche einen guten Ruf – und sein Abgang ging von ihm aus, nicht von der Bank.

Die Mitteilung der Bafin unterstreicht, dass Vollot mit seinen Aufräumarbeiten noch lange nicht am Ziel war. Mittlerweile ist Frank Kuhnke, der Organisations- und IT-Chef der Bank, verantwortlich dafür, dass die Überprüfung von Kunden künftig besser läuft.

Europa wird von einer Serie von Geldwäsche-Skandalen erschüttert. Die lettische Bank ABLV wurde geschlossen, nachdem das US-Finanzministerium ihr Geldwäscheaktivitäten vorgeworfen hatte. Die niederländische Großbank ING wurde wegen mangelhafter Kontrollen von Kunden zu einem Bußgeld von 775 Millionen Euro verdonnert. Und über eine Tochter der dänischen Danske Bank in Estland sollen zig Milliarden gewaschen worden sein. Danske-Chef Thomas Borgen hatte in der Folge seinen Rücktritt angekündigt.

Anders als für die Aufsicht über Großbanken sind für den Kampf gegen Geldwäsche federführend die nationalen Aufsichtsbehörden zuständig. Die EU will die Kräfte in diesem Bereich künftig jedoch stärker bündeln und dabei die europäische Bankenbehörde EBA stärken.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Andre Peter

24.09.2018, 16:09 Uhr

Heißt nichts anderes als:
Die Geschäftsbanken werden stärker reguliert. Das erhöht deren Kosten, sie leiden neben den niedrigen Zinsen auch darunter!

Die Schattenbanken haben freie Geschäftsmöglichkeiten - UNREGULIERT.

Die Kryptowährunen / Bitcoins sind komplett unreguliert, mit deren Hilfe können sehr leicht illegale Geschäfte, Erpressungen, Geldwäsche und Terrorimusfinanzierung erfolgen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×