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11.09.2018

12:51

Fintech

Gründer Graubner-Müller verlässt Start-up Kreditech

Von: Frank Matthias Drost

Das Vorzeige-Fintech verliert den zweiten Gründer. Nach Sebastian Diemer kehrt auch Alexander Graubner-Müller dem Unternehmen den Rücken.

Kreditech: Gründer Graubner-Müller verlässt Start-up Kreditech

Alexander Graubner-Müller

Der Gründer des Fintechs Kreditech sieht seinen Job dort als erledigt an.

BerlinDer Gründer und derzeitige Vize-Chef von Kreditech, Alexander Graubner-Müller, wird sich aus dem Fintech zurückziehen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Er bleibe aber weiterhin Anteilseigner, hieß es.

Durch den Rückzug von Graubner-Müller haben beide Gründer das Unternehmen verlassen. Vor dem 30-Jährigen war vor drei Jahren auch schon sein Geschäftspartner Sebastian Diemer ausgeschieden.

Der Abschied von Graubner-Müller hatte sich bereits im Mai 2018 abgezeichnet: Der Brite David Chan übernahm den Chef-Sessel und der Gründer rutschte ins zweite Glied. Graubner-Müller sträubte sich allerdings gegen diese Interpretation. „Das ist kein Ausstieg auf Raten“, versicherte er dem Handelsblatt damals.

Vier Monate später wird der Ausstieg vollzogen. Während sich Chan auf die Skalierung des Geschäftsmodells konzentrieren und damit die nächste Phase des Unternehmens einläuten soll, sieht Graubner-Müller seinen Job als erledigt an. Er will sich künftig als Investor betätigen, schließt aber auch Neugründungen im Bereich Fintech und Künstlicher Intelligenz nicht aus.

Kreditech gehört zu den Vorzeige-Fintechs in Deutschland. Bislang sammelte das Unternehmen bei Investoren wie der Napster-Tochter PayU, Weltbank, Peter Thiel, J.C. Flowers, Blumberg Capital und Rakuten rund 250 Millionen Euro ein. Das Unternehmen vergibt Mikro- und Ratenkredite in Polen, Spanien, Russland und seit ein paar Monaten auch in Indien. „Financial freedom for the underbanked“, lautet das großspurige Motto des Unternehmens.

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Um die Bonität der Kunden abzuschätzen, greift Kreditech dabei auf Daten zurück, die das Internet hergibt. „Wir geben den Kunden im Ausland auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, Daten mit uns zu teilen, die sie als relevant für die Kreditbewertung ansehen“, beschrieb Graubner-Müller mal die Vorgehensweise. Diese Praxis wäre in Deutschland nicht möglich. Andererseits haben viele Menschen durch Kreditech erstmals die Möglichkeit, an Kredite heranzukommen. Doch das Problem der Überschuldung bleibt damit virulent.

Das Unternehmen selbst hat eine erfolgreiche Entwicklung hinter sich. Es zählt 850.000 Kunden, kommt auf einen Umsatz von 70 Millionen Euro und beschäftigt 400 Mitarbeiter.

Beobachter der Fintech-Szene halten es für denkbar, dass die beiden Kreditech-Gründer Graubner-Müller und Sebastian Diemer künftig wieder zusammenfinden. Diemer hat sich gerade als Chef von Finiata verabschiedet und will nach einer Auszeit wieder etwas Neues auf die Beine stellen. Und Graubner-Müller hat künftig auch wieder mehr Zeit.

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