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20.06.2019

18:24

Frankfurter Geldhaus

Deutsche Bank könnte strafrechtliche Verfolgung wegen Geldwäsche drohen

Von: Katharina Kort, Yasmin Osman

Bundesbehörden in den USA untersuchen einem Bericht der „New York Times“ zufolge den Umgang der Deutschen Bank mit dem Thema Geldwäsche.

Als Bank des ehemaligen Unternehmers und heutigen US-Präsidenten Donald Trump steht das Frankfurter Geldhaus besonders im Fokus. Reuters

Deutsche Bank

Als Bank des ehemaligen Unternehmers und heutigen US-Präsidenten Donald Trump steht das Frankfurter Geldhaus besonders im Fokus.

New YorkVor wenigen Wochen erst erhoben einige frühere und aktuelle Mitarbeiter der Deutschen Bank schwere Vorwürfe gegen das Geldhaus: Fünf Spezialisten der Anti-Geldwäsche-Abteilung gaben an, sie hätten 2016 und 2017 einige Transaktionen von Firmen von US-Präsident Trump und seinem Schwiegersohn Kushner als verdächtig eingestuft und sie der Finanzaufsicht melden wollen. Führungskräfte der Bank hätten dies aber abgelehnt. Die Bank und Trump hatten die Vorwürfe damals zurückgewiesen.

Nun haben diese Vorwürfe ein Nachspiel: Amerikanische Bundesbehörden, darunter die Bundespolizei FBI, untersuchen nun, ob die Deutsche Bank sich in den USA an die Anti-Geldwäsche-Gesetze gehalten hat. Einige der Transaktionen, um die es geht, stehen im Zusammenhang mit Trump und Kushner. Ein Insider bestätigte einen entsprechenden Bericht der „New York Times“, die sich auf sieben mit der Angelegenheit vertraute Personen berief. Auch andere Banken werden dem Bericht zufolge untersucht. Die Deutsche Bank teilte auf Anfrage mit: „Wir arbeiten weiterhin mit den zuständigen Behörden zusammen.“

Als Bank des ehemaligen Unternehmers und heutigen US-Präsidenten Donald Trump steht das Frankfurter Geldhaus besonders im Fokus und ist dadurch Teil eines Machtkampfes zwischen dem US-Präsidenten und der oppositionellen Partei der Demokraten geworden.

Eine frühere Spezialistin für Geldwäschebekämpfung der Deutschen Bank, Tammy McFadden, hatte ihre Aussagen öffentlich erhoben. Ihre Anwälte sind dem Bericht zufolge vom FBI kontaktiert worden. McFadden wirft der Bank vor, sie entlassen zu haben, weil sie auf eine Überprüfung und Meldung der aus ihrer Sicht verdächtigen Zahlungen gedrängt hatte. McFadden hatte sich danach an die Behörden gewandt.

Dagegen hatte sich die Bank im Mai verwahrt. „Zu keiner Zeit wurde ein an der Prüfung beteiligter Mitarbeiter daran gehindert, als potenziell verdächtig eingestufte Aktivitäten zu melden. Darüber hinaus ist der Vorwurf, dass jemand versetzt oder entlassen wurde, um Bedenken in Bezug auf einen Kunden zu unterdrücken, kategorisch falsch“, sagte ein Sprecher damals.

Die Geldwäsche-Warnsysteme von Banken arbeiten mehrstufig: Zunächst schlagen die Systeme sehr häufig Alarm. Bei weiteren Untersuchung stellen sich viele der Meldungen dann aber als Fehlalarm heraus. Es ist also möglich, dass sich die Vorwürfe auf solche Fehlalarme beziehen oder es sich um Auslegungs- oder Abwägungsfälle handelt.

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