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03.09.2019

07:10

Geldhaus

Goldman bereit für mehr Investments in deutsche Fintechs

Die US-amerikanische Bank gibt sich offen für mehr Investitionen in deutsche Finanz-Start-ups. Zwei Fintechs konnten bereits von Goldman Sachs profitieren.

Goldman Sachs: Mehr Investments in deutsche Fintechs dpa

Goldman Sachs

Die Bank investierte bereits in die deutschen Fintechs Elinvar und Raisin.

New York Die US-Bank Goldman Sachs ist für weitere Investments in deutsche Finanz-Start-ups bereit. Das erklärte Rana Yared, Managing Director in der Sparte Principal Strategic Investments, in einem Interview mit Bloomberg News. Zwei Berliner Fintechs gatte Goldman Sachs in den vergangenen Monaten bereits mit frischem Kapital versorgt.

„Unsere Investitions-Pipeline für Berlin und Deutschland als Ganzes ist sehr stark“, sagte sie. Konkrete Namen wollte sie aber nicht nennen. „Wir sind offen dafür, mehr in deutsche Fintechs zu investieren. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, die passt, würden wir sie verfolgen.“

Dabei machte sie deutlich, dass sich Investments nicht auf die deutsche Hauptstadt beschränken müssen. „Wir haben keine explizite Präferenz für Berlin gegenüber Frankfurt“, sagte sie. „Digital Banking scheint ein starkes Standbein in Berlin zu haben. Es ist aber auch so, dass der Kapitalmarktbereich seit jeher in Frankfurt zentriert ist. Wir sehen mehr kapitalmarktorientierte Fintechs aus Frankfurt.“ In beiden Städten habe sich ein Ökosystem entwickelt, das weitere Talente anziehe.

Deutsche Fintechs hatten 2018 erstmals mehr als eine Milliarde Euro von Investoren eingesammelt, belegen Daten von Barkow Consulting. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind es bereits rund 900 Millionen Euro gewesen.

Goldman Sachs hatte im Mai zunächst in den Berliner Bank-Plattform-Entwickler Elinvar investiert, der von ehemaligen Mitarbeitern der Deutschen Bank AG gegründet wurde. Zwei Monate später steckte die Bank 25 Millionen Euro in Raisin, Betreiber einer Plattform für Sparprodukte.

„Uns gefällt an Raisin, dass das Unternehmen ein Marktführer ist und ein hervorragendes Management-Team hat, das wir schon lange kennen. Die Firma hat ein tatsächliches Problem gelöst, anstatt ein Problem für eine Lösung zu finden“, sagte Yared.

Langfristiger Investor

„Im Durchschnitt investieren wir länger als fünf Jahre“, erklärte Yared. Das Team verstehe sich als langfristiger und engagierter Investor. Den Portfolio-Unternehmen stelle die Bank ihre eigenen Experten zur Verfügung. „Der Erfolg hängt größtenteils von der Zeit ab, die man nach einer Investition einbringt.“

Zudem warne sie junge Unternehmen stets, Geld bei einer zu hohen Bewertung der Firma aufzunehmen. Sie sagt: „Es besteht das Risiko, dass ein Abwärtszyklus auftritt und dann eine Finanzierungsrunde zu einer geringeren Bewertungen folgt. Das hat Auswirkungen auf die Mitarbeiter und deren Moral sowie die Kunden.“

Lobende Worte fand sie für das deutsche Vorzeige-Fintech N26, das unlängst mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet wurde. „Wir kennen N26. Wir sind sehr beeindruckt von dem Wachstum und dem Stadium, in dem sie sich befinden“, sagte sie.

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