MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2018

17:35

Geldwäsche

Deutsche Bank hat keine Angst vor neuen Strafen

Von: Yasmin Osman

Bislang hat das Geldhaus keine Rückstellungen wegen der neuen Verdachtsfälle wegen Geldwäsche gebildet. Die Bank sieht offenbar keine Anhaltspunkte für Fehlverhalten.

Deutsche Bank: Im Danske-Skandal 31 Mrd. Euro mehr abgewickelt Reuters

Polizeiautos vor der Deutschen Bank

Vergangene Woche wurde die Deutsche Bank bei einer Razzia im Rahmen des Danske-Skandals durchsucht.

FrankfurtDie groß angelegte Razzia der Frankfurter Staatsanwaltschaft vor einer Woche hat die Deutsche Bank schwer erschüttert. Der Aktienkurs und die Risikoprämien für Schulden des Geldhauses haben sich auch eine Woche nach Bekanntwerden der Geldwäsche-Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter noch nicht erholt. Über die hohen Risikoprämien ist man im Institut „besorgt“, wie zu hören ist, weil es auf Kunden abschreckend wirken kann.

Die Bank selbst hat wegen der Geldwäsche-Vorwürfe allerdings noch keine Rückstellungen gebildet, weder wegen der Frankfurter Ermittlungen noch wegen ihrer Rolle im Geldwäscheskandal um die Danske Bank, wie in Finanzkreisen zu hören ist. Rückstellungen für Rechtsrisiken müssen gebildet werden, wenn ein Unternehmen wegen seines Fehlverhaltens oder eines Gerichtsverfahrens mit Geldstrafen rechnen muss. Die Bank habe keine Anhaltspunkte für Fehlverhalten, daher seien Rückstellungen nicht notwendig, hieß es weiter. Das Institut wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche eine Razzia bei der Bank durchgeführt und zwei Mitarbeitern Beihilfe zur Geldwäsche vorgeworfen. Davon betroffen waren Mitarbeiter, die Vorstandschef Christian Sewing zufolge an der Aufklärung des Sachverhalts der „Panama Papers“ mitgewirkt hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte den Bankern vorgeworfen, dass sie nicht schon vor dem Datenleck aus Panama Alarm geschlagen zu haben.

Sewing hatte sich am Wochenende demonstrativ vor die Mitarbeiter gestellt. Finanzkreisen zufolge arbeiten beide weiter für die Bank, allerdings nicht mehr in Bereichen, die von den Ermittlungen berührt sind. Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Aktivitäten einer im März verkauften Tochtergesellschaft namens Regula, die für Kunden sogenannte Trusts oder Briefkastenfirmen aufgesetzt hat.

Solche Trusts können von Steuerhinterziehern genutzt werden, weil Eigentumsverhältnisse verschleiert sind, sie werden aber – so Befürworter des Geschäfts – gerade im Ausland auch für legitime Zwecke wie Erbschaftsangelegenheiten genutzt.

Handelsblatt live

Das steckt hinter der Razzia bei der Deutschen Bank

Handelsblatt live: Das steckt hinter der Razzia bei der Deutschen Bank

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Für die Staatsanwaltschaft scheinen, so hatte das Handelsblatt bereits am Donnerstag berichtet, vor allem die Kunden der Trust-Tochter von Interesse zu sein. Die Bank hatte ihr Trust-Geschäft in Steueroasen im März 2016 zum Verkauf gestellt, zum Abschluss kam die Transaktion aber erst im Frühjahr 2018.

Die zweite Baustelle des Instituts ist seine Rolle im Danske-Bank-Skandal. Die Deutsche Bank hatte für die estnische Filiale des dänischen Geldhauses einen Großteil der Zahlungen abwickelt, die mittlerweile als geldwäscheverdächtig gelten. Das ist in erster Linie für Danske ein Problem, weil sie die Kunden besser hätte prüfen müssen. Allerdings wird auch die Rolle der Deutschen Bank geprüft. Sie kündigte die Geschäftsbeziehung zur Danske 2015. Nun wird untersucht, ob es schon davor Warnsignale gab, die eine schnellere Reaktion erfordert hätten. Laut „Financial Times“ hat die Deutsche Bank neben den schon bekannten 132 Milliarden Euro weitere 31 Milliarden Euro und damit vier Fünftel der verdächtigen Gelder der Danske weitergeleitet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×