Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2019

17:44

James Gorman

Für Morgan-Stanley-Chef ist das eigene Management das größte Risiko für Finanzinstitutionen

Von: Frank Wiebe

Morgan-Stanley-Chef Gorman warnt davor, nur auf Kennzahlen zu schauen. Banken könnten mit falschen Managemententscheidungen alles aufs Spiel setzen.

Die Investmentbank ging wesentlich stärker geschwächt aus der Finanzkrise 2008 hervor als der Rivale Goldman Sachs. AP

Morgan Stanley

Die Investmentbank ging wesentlich stärker geschwächt aus der Finanzkrise 2008 hervor als der Rivale Goldman Sachs.

Frankfurt Was ist das größte Risiko für eine Bank? James Gorman hat dazu eine klare Meinung: „Das größte Risiko für Finanzinstitutionen aller Art ist wahrscheinlich das eigene Management“, sagte der Chef der US-Bank Morgan Stanley im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er warnt davor, nur auf Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote zu schauen: „So gut die Sache auf dem Papier auch aussehen mag – durch falsche Entscheidungen kann das Management alles aufs Spiel setzen.“

Gorman ist seit 2010 Chef von Morgan Stanley. Die Investmentbank ging aus der Finanzkrise 2008 wesentlich stärker geschwächt hervor als der ewige Rivale Goldman Sachs. Gorman erkannte früher als andere die Zeichen der Zeit und baute das riskante und nach der Krise mit schweren Auflagen belegte Investmentbanking zurück.

Auf der anderen Seite verstärkte er systematisch die Vermögensverwaltung, gerade auch für reiche Privatleute. Dieses Geschäft ist weniger spektakulär, liefert aber stabile Ergebnisse und braucht vor allem relativ wenig Eigenkapital. Gorman verfolgte dieses Umsteuern zu vermeintlich langweiligerem Geschäft unbeirrt und führte Morgan Stanley damit zurück zum Erfolg. 2018 verbuchte die Bank einen Rekordumsatz und Rekordgewinn.

Gorman verteidigt in dem Interview sein Gehalt von 29 Millionen Dollar im Jahr mit den Gegebenheiten im „kapitalistischen System“. Er glaubt aber, dass zum Beispiel Lehrer und Sozialarbeiter besser bezahlt werden sollten als bisher.

Der gebürtige Australier rät Managern, nach einer Übernahme, wie etwa von Monsanto durch Bayer, ein „dickes Fell“ zu haben. Solche Dinge brauchten „Zeit, sich zu entwickeln“, sagte er. Auf die Frage, ob er sich die Übernahme einer europäischen Bank vorstellen könne, antwortete er: „Solche Pläne gibt es bei uns nicht.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×