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03.04.2019

17:10

Landesbank

EZB signalisiert Zustimmung für neues NordLB-Geschäftsmodell

Von: Frank Matthias Drost

Die NordLB kommt nach eigenen Angaben bei der Neuausrichtung der Landesbank einen Schritt voran. Das Geldhaus steht aber vor einem kräftigem Arbeitsplatzabbau.

Die Landesbank war in die Schieflage geraten und musste gerettet werden. dpa

NordLB

Die Landesbank war in die Schieflage geraten und musste gerettet werden.

BerlinDer Entwurf des neuen Geschäftsmodells für die NordLB sei bei der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Zustimmung gestoßen. Dieses Fazit zog der Aufsichtsratschef der Bank, Reinhold Hilbers, in Personalunion Finanzministers des Landes Niedersachsens, nach einem Gespräch mit den Finanzaufsehern.

Noch sei das Geschäftsmodell jedoch noch nicht in allen Facetten finalisiert, sagte Hilbers, der mit Repräsentanten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands EZB-Vertretern die Neuausrichtung der Bank vorgestellt hat. Die Bilanzsumme soll von aktuell 155 Milliarden Euro auf 95 Milliarden Euro abgeschmolzen werden. Die Bank soll künftig auf eine Rendite von acht Prozent kommen.

Wegen anhaltender Schwierigkeiten in der Schiffsfinanzierung benötigt die Bank Kapitalhilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Ein Teil dieser Summe dient der Eigenkapitalstärkung, mit rund einer Milliarde Euro soll ein Portfolio fauler Schiffskredite in Höhe von 4,6 Milliarden Euro über eine Garantie abgeschirmt werden. Dieses Portfolio soll entgegen bisheriger Vorstellungen jetzt doch bei der Bank verbleiben und nicht ausgegliedert werden. Da es abgesichert wird, müssen die Kredite nicht mehr mit Eigenkapital unterlegt werden.

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Die anhaltenden Probleme mit Schiffskrediten haben Konsequenzen. Die Bank wird sich aus diesem Segment zurückziehen, kündigte Hilbers an. Das sei auch eine Bedingung der Sparkassen-Organisation gewesen. Dagegen bleibt die Immobilientochter, die Deutsche Hypo, Teil des Konzerns. Der Immofinanzierer ist profitabel und kommt auf eine Bilanzsumme von 21 Milliarden Euro.

Da sich die Abspaltung der Braunschweigischen Landessparkasse schwieriger als erwartet herausstellt, soll das Institut bis auf weiteres Bestandteil der NordLB bleiben. Hilbers deutete auch an, dass es Probleme mit der Eigenkapitalausstattung bei der Verselbständigung des Instituts geben könnte.

Das neue Geschäftsmodell wird nicht ohne Auswirkung auf die Zahl der Mitarbeiter bleiben. Derzeit sind 5500 Mitarbeiter beschäftigt. Künftig sollen es 3250 sein. Derzeit läuft bereits ein Rationalisierungsprogramm namens „One Bank“, mit dem 1250 Arbeitsplätze abgebaut werden. Weitere 1000 bis 1250 kämen noch dazu, meinte Hilbers.

Noch ist unklar, wie sich die EU-Wettbewerbskommission zu dem Hilfspaket verhalten wird. Sie könnte beispielsweise auf härtere Auflagen drängen, was die Größe der Bank angeht. Hilbers ist optimistisch, dass die EU-Kommission zustimmen wird. Auch DSGV-Präsident Helmut Schleweis geht davon aus, dass die Kommission das Hilfspaket nicht als Beihilfe werten wird. Wenn keine weiteren Hindernisse zu bewältigen sind, geht Hilbers davon aus, dass die Bank bis August wieder die Eigenkapitalanforderungen erfüllt.

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