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22.01.2019

17:43

Landesbank

Sparkassen erwägen Kapitalspritze für NordLB

Von: Andreas Kröner, Elisabeth Atzler, Frank Matthias Drost

Die Sparkassen sind sich selbst uneins über ihr Vorgehen: Private Investoren sollen nicht eingeschaltet werden – obwohl die NordLB dringend Kapital benötigt.

Sparkassenlager geht uneinig in Gespräch zur NordLB-Rettung dpa

NordLB

Die Landesbanken setzen darauf, dass Niedersachsen bei der Kapitalstärkung der NordLB hilft.

Berlin
Die Sparkassen-Finanzgruppe will eine Abwicklung der NordLB unbedingt verhindern. Darauf haben sich Spitzenvertreter von Sparkassen und Landesbanken Insidern zufolge am Montag bei einem Krisentreffen in Berlin verständigt. Eine Abwicklung der unter der Schiffskrise leidenden NordLB wäre für alle Beteiligten die teuerste Lösung, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.

Wie genau eine Auffanglösung für die NordLB aussehen könnte, ist jedoch weiter umstritten. Dazu gab es bei dem Treffen keine Beschlüsse. „Es wurden die unterschiedlichen Optionen und ihre Konsequenzen diskutiert und weiter verdichtet“, erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. „Die Gruppe arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung.“

Eine Option ist Insidern zufolge, dass die Sicherungseinrichtung von Sparkassen und Landesbanken mit einer Kapitalspritze zur Stützung der NordLB beiträgt. Parallel müssten dann auch die bisherigen Eigentümer Kapital in die Bank pumpen – allen voran das Land Niedersachsen. Mit einem solchen Schritt könnten die akuten Kapitalprobleme der Bank gelöst werden, und die Sparkassen-Finanzgruppe hätte anschließend mehr Zeit, sich mit weiteren Konsolidierungsschritten zu beschäftigen.

Am Dienstag haben Vertreter der Sparkassen-Finanzgruppe mögliche Optionen bei einem Treffen mit der EZB-Bankenaufsicht in Frankfurt diskutiert. Die EZB und die NordLB äußerten sich dazu nicht.

Zweifel an Investoren

Die Hannoveraner Bank braucht dringend frisches Kapital, die Rede ist von rund drei Milliarden Euro. Das Institut und sein Mehrheitseigner Niedersachsen verhandeln deshalb bereits seit Längerem mit zwei Finanzinvestoren über einen Einstieg bei der Landesbank. Doch ob es am Ende dazu kommt, steht in den Sternen.

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Die Banker der nach Kapital suchenden Landesbank sollen laut Insidern in Frankfurt über den Stand des laufenden Bieterverfahrens berichten.

Denn Cerberus und Centerbridge, die bis Freitag verbindliche Angebote für einen Minderheitsanteil vorlegen müssen, haben in den vergangenen Tagen Finanzkreisen zufolge darauf gedrungen, dass das Land weitere Lasten übernimmt. Im Kern geht es dabei um die Pensionsverpflichtungen, die sich auf rund 1,5 Milliarden Euro summieren sollen.

Parallel zum Einstieg bei der Bank verhandelt die NordLB auch über den Verkauf von faulen Schiffskrediten im Volumen von rund sieben Milliarden Euro. Die geplante Veräußerung an Cerberus würde bei der NordLB Finanzkreisen zufolge einen Kapitalbedarf von 2,2 Milliarden Euro auslösen, da das Portfolio nur mit einem Abschlag verkauft werden kann.

Zudem strebt Cerberus laut Insidern eine drastische Verkleinerung der Bank an. Ein damit einhergehender Sozialplan sei finanziell aber noch nicht konkretisiert worden. Auf dieser Basis wäre es für die niedersächsische Landesregierung politisch schwer vermittelbar, parallel zu den Finanzinvestoren Kapital in die Bank zu pumpen. Auch für das Land wäre es also wichtig, dass als Alternative bald eine öffentlich-rechtliche Auffanglösung bereitsteht.

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