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07.09.2017

14:10 Uhr

Liveblog zur Tagung „Banken im Umbruch“

„Asiens Bankensektor müsste der späteste Weckruf für Europa sein“

VonCarsten Volkery, Felix Holtermann, Leonidas Exuzidis

Der Brexit wühlt die Branche auf, die Digitalisierung verunsichert: Auf der Handelsblatt-Tagung Banken im Umbruch sprechen Top-Experten über Risiken und Potentiale. Verfolgen Sie die Diskussionen nachträglich im Liveblog.

Friedrich Merz, Chairman bei Blackrock Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bei der Tagung „Banken im Umbruch“. Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

Interview mit Friedrich Merz

Friedrich Merz, Chairman bei Blackrock Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bei der Tagung „Banken im Umbruch“.

FrankfurtDie führenden Köpfe der Finanzbranche sind an diesem Mittwoch und Donnerstag im Frankfurter Tagungszentrum Kap Europa versammelt: Auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ reden Bankchefs und Aufseher über die bevorstehenden Umwälzungen. Wie stark profitiert Frankfurt vom Brexit? Wann kommt die Zinswende? Und was ist die künftige Rolle der Banken in der Wirtschaft? Der Liveblog zum Nachlesen.

Die wichtigsten Aussagen in Kürze

  • UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber sieht die große Konkurrenz für Banken in großen Technologiefirmen, die Kunden mit Finanzdienstleistungen locken. Außerdem kritisiert der ehemalige Bundesbankpräsident die Messinstrumente der Notenbank scharf.
  • Jean Pierre Mustier, Chef der italienischen Großbank Unicredit, sieht „kein systematisches Risiko mehr“ im Bankensektor Italiens. Außerdem müsse Italien eine mögliche Anhebung der Leitzinsen nicht fürchten.
  • Der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, verdeutlicht die großen Perspektiven für den Finanzplatz Frankfurt nach dem Brexit-Votum. Es sei logisch, dass internationale Banken künftig von Frankfurt aus arbeiten.
  • Friedrich Merz, Chairman des deutschen Blackrock-Ablegers, kritisiert, Europa und die USA seien zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Europa sei nicht das Problem, sondern die Lösung. Außerdem fordert er ein multinationales Technologieunternehmen, das international konkurrenzfähig ist.

Liveblog

+++ Ende des Liveblogs +++

An dieser Stelle schließen wir den Liveblog. Die Tagung ist allerdings noch nicht beendet. Auf unserer Homepage berichten wir weiter ausführlich in Wort und Bild. Die Interviews mit Friedrich Merz und Axel Weber können Sie nachträglich im Stream verfolgen.

+++ Keine Prognose +++

Zu einer Wahlprognose will Merz sich nicht hinreißen lassen. Die spannende Frage bei der Bundestagswahl sei: Reicht es für Schwarzgelb? Mit einer Jamaika-Koalition, also einem Bündnis aus CDU, FDP und Grüne, könne er sich hingegen nicht anfreunden.

Banken im Umbruch – Friedrich Merz

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Banken im Umbruch – Friedrich Merz: „China fühlt sich als neue globale Ordnungsmacht“

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+++ Deutsche Banken außen vor +++

Zum Bankensektor äußert sich Merz auf Nachfrage von Sven Afhüppe genauer. Er habe ein „gemischtes Bild“ über den deutschen Bankensektor. Im Spiel der großen Institute seien die deutschen Geldhäuser außen vor. Deshalb brauche es zwingend Veränderungen, um mitspielen zu können – die Dominanz der amerikanischen Institute sei auf lange Sicht „nicht gut“. Merz betonte: „Die Entwicklung des asiatischen Bankensektors müsste der späteste Weckruf für Europa sein.“

+++ Europäische Champions +++

„Wieso schaffen wir es nicht, in Deutschland und Frankreich ein großes gemeinsames Technologieunternehmen hinzustellen?“, fragt Merz. Das Kartellrecht stehe dem immer noch im Weg. Um sich im globalen Wettbewerb gegen die USA und Asien zu behaupten, seien europäische Champions notwendig. Nicht nur im Tech-, sondern auch im Bankensektor.

+++ Der Kulturkampf +++

Ein sehr interessanter Punkt, den Merz noch weiter ausführt. „Die Europäer und die Amerikaner sind mit sich selbst beschäftigt, und China fühlt sich als neue globale Ordnungsmacht, die versucht, eine autoritäre politische Führung mit marktwirtschaftlicher Ordnung zu verbinden“, sagte Merz. Das zeige die aktuelle Schwäche von Europa und den USA, die diesem Experiment nicht intensiv widersprechen könnten. Anschließend zitiert Merz den renommierten Historiker Heinrich August Winkler, der einen „Kulturkampf“ identifiziert hat. Merz: „Wir befinden uns mitten im Kulturkampf zwischen der Zukunft um freiheitliche Gesellschaften und autoritären politischen Regimen.“

+++ Merz zu Brexit +++

Nun spricht der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe. Zum Brexit sagt er: „Das ist eine Chance für die EU, eine eigene Außen- und Sicherheitspolitik zu entwickeln.“ Europa sei die Antwort auf viele der aktuellen Probleme. Es sei an Deutschland, die Einigung voranzubringen. Merz, der heute Chairman des deutschen Ablegers des Vermögensverwalters Blackrock ist, äußert sich auch zur Politik von Donald Trump. Mit der Aufkündigung von TPP habe Trump den amerikanischen Führungsanspruch im Pazifik aufgegeben, in das Vakuum stoße nun China vor.

+++ Harter Brexit wahrscheinlich +++

„Alles andere als ein knallharter Brexit wäre eine Überraschung“, prophezeit Peters. „Leider sitzen in London welche, die den Sieg feiern, weil sie den Brexit wollten.“ Für den Finanzstandort Frankfurt sieht er wie seit Vorredner Kengeter große Perspektiven. Frankfurt könne nur „massiver Gewinner“ sein.

+++ BdB-Präsident Peters zu Fusionen +++

Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, hat nun das Wort. Die oft kritisierte Regulierungswelle habe das System seit der Finanzkrise stabiler gemacht. Nun müsse man aber über eine Lockerung der Auflagen für kleinere Häuser reden, die unnötig belastet würden.

Kommentare (43)

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H. M.

06.09.2017, 10:12 Uhr

Oben steht:
Zitat: Der digitale Fortschritt habe in den letzten 250 Jahren viele positive Ergebnisse hervorgebracht, eine ablehnende Haltung bringe niemanden weiter.

Na da ist wohl eine 0 Null zuviel.
Am Ende natürlich.
Ein führende Null ändert ja nichts.

Herr Günther Heck

06.09.2017, 10:42 Uhr

Wir sollten mal die Digitalisierung in den Ämtern und in die politische Klasse bringen. Das würde uns einige Politiker und den damit verbundenen Kosten und Folgekosten ersparen und der zukünftigen Genaration damit die heranrollende Pensionslawine (implizite Pensionen).

Herr Toni Ebert

06.09.2017, 10:56 Uhr

Herr Günther Heck06.09.2017, 10:42 Uhr
Wir sollten mal die Digitalisierung in den Ämtern und in die politische Klasse bringen.
<<<<<<<<<<<<<<<<<

keine Sorge, das alles kommt.

bis auf ein paar transhumanistische Jobs und die Jobs, wo es um seelische Nähe geht, wird der Rest an Jobs eh in gut 10 Jahren bei der KI landen.

Warum wohl besteht man im Moment so sehr darauf, dass das Internet leistungsfähiger wird? Menschen, die in der VR-Matrix sich eingebürgert haben, brauche nichts, nur einen leistungsfähiges Internet.

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