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08.02.2019

15:31

Manipulationsverdacht

Polizei durchsucht Wirecard-Büros – Aktienkurs bricht ein

Von: Leonidas Exuzidis, Christian Schnell

Die Polizei in Singapur durchsucht die Büros von Wirecard. Das sorgt bei der Aktie für den vierten Einbruch innerhalb weniger Tage.

Anlagestrategie für den Dax

„Von Wirecard würde ich erstmal die Finger lassen“

Anlagestrategie für den Dax: „Von Wirecard würde ich erstmal die Finger lassen“

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DüsseldorfDie Negativ-Schlagzeilen für Wirecard nehmen kein Ende: Im Zuge der Anschuldigungen der vergangenen Tage hat die Polizei in Singapur am Freitag die Büros des Zahlungsdienstleisters durchsucht. Das bestätigte eine Behördensprecherin dem Handelsblatt, nannte allerdings keine weiteren Details. Der „Financial Times“ zufolge, die als erstes darüber berichtet hatte, waren zehn Beamte involviert.

Der Aktienkurs von Wirecard brach unmittelbar nach Bekanntwerden der Durchsuchungen erneut ein. Zunächst um 14 Prozent, danach reduzierten sich die Verluste zwischenzeitlich. Zuletzt lag das Minus aber wieder bei knapp 17 Prozent (92 Euro).

Das ist der vierte massive Kurseinbruch innerhalb weniger Tage. Erst am Donnerstag hatte die Aktie 15 Prozent verloren. Am Freitag wiederum war der Dax-Neuling lange Zeit bester Dax-Wert – die Aktie legte in der Spitze sechs Prozent zu –, ehe der erneute Kursrutsch erfolgte.

Der Zahlungsdienstleister sprach davon, das Treffen mit dem lokalen Management der Polizei mit initiiert zu haben. Dabei wurden Unterlagen für die Ermittlungen übergeben, erklärte eine Sprecherin. Vertreter der Polizei und das Management von Wirecard hätten in einem Meetingroom miteinander gesprochen. „Wir suchen zur Singapore Police den gleichen direkten Kontakt wie zu Bafin und Staatsanwaltschaft in Deutschland“, so die Sprecherin.

Wirecard wies die Vorwürfe in der britischen Wirtschaftszeitung damit ein weiteres Mal scharf zurück und bezeichnete sie als „verleumderisch“. Schon in den vergangenen Tagen hatte Wirecard den Behörden die volle Kooperation bei der Aufklärung des Falles stets betont.

Berichterstattung: Wirecard verklagt „Financial Times“ wegen Bilanzskandal-Berichten

Berichterstattung

Wirecard verklagt „Financial Times“ wegen Bilanzskandal-Berichten

Im Zuge der Berichterstattung über einen angeblichen Bilanzskandal bei Wirecard klagt der Zahlungsanbieter nun gegen die „Financial Times“.

Wirecard hatte bereits zuvor erklärt, dass das Unternehmen die „Financial Times“ verklagen will. Dabei geht es unter anderem auch um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Mitarbeitern, die namentlich in einem Artikel der Wirtschaftszeitung genannt wurden.

Den Bericht der Wirtschaftskanzlei Rajah & Tann, die Wirecard mit der externen Aufarbeitung des Falles beauftragt hatte, erwartet das Unternehmen in etwa vier bis sechs Wochen. Womöglich soll es bis dahin dann auch einen Bericht der Polizei in Singapur geben, hieß es aus dem Umfeld von Wirecard. Nach der vollständigen Aufarbeitung will das Unternehmen dann auch seine internen Abläufe gründlich auf den Prüfstand stellen.

Hintergrund sind die Berichte über einen angeblichen Bilanzskandal bei dem Unternehmen. Die „Financial Times“ hatte vergangene Woche zunächst berichtet, ein leitender Wirecard-Manager sei im vergangenen Jahr verdächtigt worden, mittels gefälschter und zurückdatierter Verträge mehrere verdächtigen Transaktionen verschleiert zu haben.

In der Folge berichtete die Zeitung weiter, eine von Wirecard beauftragte externe Anwaltskanzlei habe bei ihrer Untersuchung des Büros des Online-Zahlungsdienstleisters in Singapur Beweise gefunden, die auf „schwere Fälschungsdelikte und/oder gefälschte Konten“ schließen lassen. Am Donnerstag erhärtete sie den Vorwurf über Ungereimtheiten in der Zahlungsabwicklung.

Nach wie vor sieht die Staatsanwaltschaft München keine Anhaltspunkte für ein Ermittlungsverfahren gegen die Wirecard-Verantwortlichen. Es bestehe noch immer „kein ausreichender Anfangsverdacht“, erklärte eine Sprecherin am Freitag. Daran habe auch die Durchsuchung nichts geändert.

Kommentare (1)

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Herr Peter Delli

08.02.2019, 19:36 Uhr

Herr McCum scheint persönlich beteiligt zu sein, er schreibt seit Jahren gegen diese Firma. Ich hoffe er ist im Unrecht.
Der 'Financial Times'-Blogger Dan McCrum etwa schrieb in den vergangenen 18 Monaten eine ganze Artikelserie, Titel: 'House of Wirecard', in Anlehnung an das Politdrama 'House of Cards', kritisch, versteht sich.
27. APRIL 2015 Von: Dan McCrum
Weitere Artikel finden Sie im HOUSE OF WIRECARD SERIES
Wirecard ist ein wenig bekannter deutscher Technologiewert im Wert von 5 Mrd. € und ein Rätsel. Es bietet Zahlungsdienste an, besitzt eine Münchner Bank und führt Millionen von Online-Kreditkartenzahlungen hinter den Kulissen auf bekannten Websites durch. Es wächst mit rasendem Tempo, kauft jedoch unübersichtliche Zahlungsunternehmen auf der ganzen Welt, die das Wachstum in Gang halten.

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