Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2019

14:59

Möglicher Interessenskonflikt

Finanzaufsicht hat Bedenken gegen Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Zeltner

Die Finanzaufsicht blickt wohl skeptisch auf die Nominierung Jürg Zeltners für den Aufsichtsrat. Es könne ein Interessenkonflikt vorliegen, so die Befürchtung.

Das grüne Licht der Finanzaufseher, die wichtige Personalentscheidungen genehmigen müssen, liegt bisher nicht vor. Reuters

Jürg Zeltner

Das grüne Licht der Finanzaufseher, die wichtige Personalentscheidungen genehmigen müssen, liegt bisher nicht vor.

Frankfurt Die Finanzaufsicht hat mehreren Medienberichten zufolge Bedenken wegen möglicher Interessenskonflikte gegen den neuen Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Jürg Zeltner. Diese Meldungen bestätigen einen Handelsblatt-Bericht vom 23. August.

Die Tätigkeiten des Katar-Vertrauten als Chef der Luxemburger Privatbankengruppe KBL European Private Bankers seien womöglich nicht mit seinen Aufgaben als Deutsche-Bank-Kontrolleur vereinbar, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Hinter KBL steht die katarische Herrscherfamilie Al-Thani – die wiederum Großaktionär bei der Deutschen Bank ist. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ auf ihrer Internetseite über die Bedenken der Aufseher berichtet.

Die Deutsche Bank erklärte, alle potentiellen Interessenkonflikte, die sich aus Zeltners Tätigkeit und seiner Beziehung zu einem der Großaktionäre der Bank ergeben könnten, seien dem Aufsichtsrat und der Gesellschaft angezeigt worden. „Sie wurden vom Nominierungsausschuss geprüft und als gering eingeschätzt“, sagte eine Banksprecherin. Die Finanzaufsicht Bafin, die EZB-Bankenaufsicht und KBL lehnten eine Stellungnahme ab.

Zeltner war im vergangenen Monat als Nachfolger von Richard Meddings in den Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Geldhaus eingezogen. Das grüne Licht der Finanzaufseher, die wichtige Personalentscheidungen genehmigen müssen, liegt bisher nicht vor.

Sollten Zeltner und die Bank die Bedenken der Aufseher nicht ausräumen können, müsste der 52-Jährige im Extremfall sein Mandat als Aufsichtsrat niederlegen. Es ist auch denkbar, dass die Finanzaufsicht Zeltner dazu verpflichtet, sich bei bestimmten Debatten und Entscheidungen zu enthalten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×