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28.02.2019

18:56

Nordeuropa

Danske-Skandal greift auf Finanzierung dänischer Banken über

Der Geldwäsche-Skandal in Estland hat auch in Dänemark Spuren hinterlassen. Die Sydbank befürchtet einen Ansteckungseffekt für weitere Banken im Land.

Das Logo der dänischen Bank am Gebäude der Niederlassung in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Reuters

Danske Bank

Das Logo der dänischen Bank am Gebäude der Niederlassung in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

KopenhagenDer estnische Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank hat seine Spuren an den Unternehmensanleihemärkten in Dänemark hinterlassen, da andere Kreditinstitute über ihre Finanzierungskosten in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Sydbank sagte die Vorstandsvorsitzende Karen Frosig, dass es „einen Ansteckungseffekt für uns alle“ aus dem Fall Danske gibt.

Das in Süddänemark ansässige Kreditinstitut, das über keine nennenswerte Präsenz im Ausland verfügt, musste Anfang des Jahres den Anlegern eine Prämie zahlen, als es Anleihen begab, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen für einen sogenannten Bail-in-Puffer zu erfüllen. „Wir bekommen die Auswirkungen zu spüren“, sagte Frosig am Mittwoch in einem Telefoninterview. „Im Endeffekt können wir aber nicht viel dagegen tun.“

Die Entwicklung zeigt, wie der Fall Danske die Wahrnehmung der Anleger in Dänemark dominiert. Die größte Bank des Landes hat zugegeben, dass ein Großteil von rund 230 Milliarden US-Dollar, die bis 2015 über eine kleine estnische Tochtergesellschaft flossen, wahrscheinlich verdächtig war. Staatsanwälte aus den USA sowie mehrere Länder der Europäischen Union untersuchen nun den Fall.

In jüngster Zeit gab es Hinweise, dass der estnische Geldwäsche-Skandal größer sein könnte, als zunächst gedacht. Anleger haben letzte Woche erfahren, dass die schwedische Swedbank angeblich auch involviert war, was die Besorgnis nährte, dass Kriminelle aus der ehemaligen Sowjetunion versuchten, über skandinavische Banken ihr Geld in den Westen zu bringen.

Danske, dessen Aktienkurs seit Bekanntwerden der Geldwäsche im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gefallen war, musste Anleiheinvestoren eine beträchtliche Prämie für ihre neuen Papiere zahlen. Die in Kopenhagen ansässige Bank hat sich jedoch entschlossen, ihre Emissionspläne voranzutreiben, und hat etwa die Hälfte ihres Bedarfs abgedeckt.

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