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09.09.2019

13:05

Privatbank

Asset-Management-Chef Henning Gebhardt verlässt Berenberg

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr verliert die Privatbank nun ihren Asset-Management-Chef Henning Gebhardt.

Henning Gebhardt verlässt die Bank. PR

Berenberg Bank

Henning Gebhardt verlässt die Bank.

Hamburg Was für ein Coup zum Ehrentag: An seinem 52. Geburtstag zieht Henning Gebhardt die Reißleine und kündigt an, die Hamburger Privatbank Berenberg zu verlassen. Gebhardt, Leiter des Wealth and Asset Managements und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, hat sich entschlossen zu gehen, um sich „neuen beruflichen Herausforderungen zuzuwenden“, wie die Hamburger Bank am Montag mitteilt.

Der bekannte Fondsmanager und Experte für Aktien war erst im Januar 2017 von der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS zu Berenberg gewechselt und richtete in den vergangenen drei Jahren das Wealth and Asset Management neu aus.

Gebhardt wurde als als potenzieller Aufsteiger in den Kreis der persönlich haftenden Gesellschafter gehandelt, der derzeit aus Bankchef Hans-Walter Peters und seinem Kompagnon Hendrik Riehmer besteht. Bei Berenberg steht eine Veränderung in der Führungsetage an, weil Peters eine Altersgrenze von 65 Jahren erreicht. Bislang gab es bei der Bank keinen älteren persönlich haftenden Gesellschafter.

Zudem soll es dem Vernehmen nach Druck von der Finanzaufsicht Bafin geben, das oberste Führungsgremium der Bank zu erweitern. Im Sommer hat Berenberg nun aber angekündigt, seinen Chef für Investment und Corporate Banking, David Mortlock, und den Leiter Banksteuerung, Christian Kühn, zu Geschäftsleitern zu berufen. Darüber hinaus gab es offenbar Differenzen über Ziele für das Kundenvermögen, wie es in informierten Kreisen heißt. Über beides hat sich der als ehrgeizig und willensstark geltende Gebhardt demnach geärgert und quittiere dies mit seinem Weggang.

In Zusammenhang mit dem Ausbau des Wealth und Assetmanagements der Privatbank hatte Gebhardt im vergangenen Herbst auch versucht, seinen langjährigen Ex-DWS-Kollegen Tim Albrecht für das Hamburger Geldhaus zu gewinnen. Dies scheiterte allerdings, nachdem Finanzkreisen zufolge die Verträge bereits gemacht waren. Der damals frisch eingesetzte DWS-Chef Asoka Wöhrmann konnte Albrecht demnach umstimmen.

Bei Berenberg übernimmt nun Matthias Born, bislang Chief Investment Officer Aktien, als Head of Investments die Leitung der Investment-Bereiche Aktien, Multi Asset und Quant. Das Wealth Management leitet weiterhin Dirk Wehmhöner.

Im Jahr 2018 war der Gewinn von Berenberg um rund drei Viertel auf 23 Millionen Euro gesunken. Die Bank begann zudem, sich aus einigen Märkten zurückzuziehen. Ende 2018 wurde ein Anteil von über 80 Prozent an einer Schweizer Tochtergesellschaft verkauft, dieses Jahr die Wiener Niederlassung geschlossen. Auch in London fielen Stellen weg.

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