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01.11.2018

11:12 Uhr

Quartalszahlen

ING und Danske Bank leiden unter Geldwäscheskandalen

VonElisabeth Atzler

Die niederländische Großbank und das dänische Geldhaus spüren erste Auswirkungen der Geldwäscheverwicklungen. Vor allem die Danske Bank steht deutlich unter Druck.

Die niederländische Großbank musste viel Geld für einen Vergleich zahlen. AP

ING in Amsterdam

Die niederländische Großbank musste viel Geld für einen Vergleich zahlen.

FrankfurtDie Geldwäsche-Skandale der niederländischen Großbank ING und Dänemarks größtem Geldhaus Danske Bank zeigen erste Auswirkungen auf die Zahlen der Institute. Die Niederländer, die ebenso wie die Dänen am Donnerstag Quartalszahlen vorlegten, verdiente im dritten Quartal 776 Millionen Euro und damit fast um die Hälfte weniger als im Vorquartal und auch im dritten Quartal 2017.

Der Geldwäscheskandal hatte hohe Wellen geschlagen und Anfang September für viel Kritik an der ING gesorgt. Der Vergleich zählt zu den bislang kostspieligsten Zahlungen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität, die es in den Niederlanden je gab. Es folgten personelle Konsequenzen: ING-Finanzvorstand ING-Finanzvorstand Koos Timmermans wird das Geldhaus verlassen.

ING-Chef Ralph Hamers gelobte am Donnerstag erneut Besserung: „Der Vergleich war eine Belastung für unsere Reputation und auf das Quartalsergebnis.“ Die Bank habe aber eine Reihe starker Maßnahmen ergriffen, um den Umgang mit Compliance-Risiken zu verbessern.

Die Investoren reagierten dennoch erfreut, weil die Bank die Erwartungen übertraf. Der ING-Kurs stieg in Amsterdam am Morgen um 4,6 Prozent. Operativ legte das Geldhaus zu. Die Bank steigerte sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis und drückte im Vergleich zum Vorquartal zugleich die Kosten.

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Die Affäre beim dänischen Finanzinstitut ist schon jetzt einer der größten Geldwäsche-Fälle überhaupt. Auch britische Firmen könnten verwickelt sein.

Vor Steuern erwirtschaftete die ING sogar 2,1 Milliarden Euro. Die Kosten-Ertragsrelation liegt auf Jahressicht bei knapp 56 Prozent. Das bedeutet, die Bank muss 56 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Das schaffen die meisten deutschen Geldhäuser nicht. Die Deutsche Bank verdiente im dritten Quartal gut 500 Millionen Euro.

Deutlich stärker unter Druck steht die Danske Bank. „Wir wissen, dass wir eine große Aufgabe vor uns haben, um das Vertrauen unserer Kunden und der Gesellschaft wieder zu gewinnen“, sagte Interimschef Jesper Nielsen am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen.

Die Bank verdiente im dritten Quartal zwar nur etwas weniger als erwartet, sie hat aber bereits rund 8000 Kunden verloren, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Das Geldhaus hat bereits eine freiwillige Zahlung, eine Art Spende, von 1,5 Milliarden Kronen (rund 200 Millionen Euro), geleistet. Doch es könnten weitere milliardenschwere Geldbußen auf sie zukommen.

Die Danske Bank soll zwischen 2007 und 2015 über ihre estnische Tochter Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Laut einem internen Untersuchungsbericht besteht bei 6200 Kunden der Verdacht, dass sie Geldwäsche betrieben haben.

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