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26.04.2017

09:35 Uhr

Skandalgeschüttelte US-Bank

Wells-Fargo-Spitze überlebt Anlegerrebellion

VonFelix Holtermann

Die Spitze von Wells Fargo ist noch einmal davongekommen: Auf der Hauptversammlung protestierten Investoren gegen die Chefs der skandalgeschüttelten US-Großbank. Zu einer Abwahl von Direktoren kam es – knapp – nicht.

Die beiden Chefs der Großbank Wells Fargo kamen auf der Hauptversammlung stark unter Druck. Reuters

CEO Tim Sloan und Chairman Stephen Sanger

Die beiden Chefs der Großbank Wells Fargo kamen auf der Hauptversammlung stark unter Druck.

DüsseldorfDer Chairman der US-Großbank Wells Fargo ist gestern nur knapp seiner Abwahl zuvorgekommen. Stephen Sanger erhielt auf der Hauptversammlung seiner Bank in Jacksonville, Florida, nur 56 Prozent der Stimmen der Anteilseigner. Direktor Enrique Hernandez, seit 2003 an der Spitze der Bank, erhielt sogar nur 53 Prozent Unterstützung für seine Wiederwahl.

Im Vorfeld und auch noch während der Hauptversammlung des kalifornischen Instituts, eine der ältesten Banken der USA, war es zu Protesten von Demonstranten und erzürnten Aktionären gekommen. Ein Mann musste nach Protesten aus dem Saal entfernt werden, nachdem er sich einigen Direktoren „physisch genähert“ hatte, wie die Zeitung Financial Times schreibt.

Bankchef Sanger kündigte Veränderungen im obersten Führungskreis, dem Direktorium oder auch Verwaltungsrat an (eine Unterscheidung in Vorstand und Aufsichtsrat ist im anglo-amerikanischen Raum nicht üblich), um die Anteilseigner zu besänftigen, darunter den Austausch von „nicht weniger als sechs“ Mitgliedern in den kommenden vier Jahren. Dies gingen vielen Aktionären aber nicht weit genug.

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Einflussreiche Investorengruppen hatten die Anteilseigner dazu aufgefordert, gegen die Wiederwahl des Direktoriums zu stimmen. Anteilseigner bombardierten die Bankspitze mit bohrenden Fragen zu ihrer Rolle in den jüngsten Skandalen der Bank. Bank-Mitarbeiter bezeichneten die harten Vertriebsvorgaben als „Tretmühle“. Der CEO der Bank, Tim Sloan, entschuldigte sich im Namen von Wells Fargo erneut für das Fehlverhalten in den vergangenen Jahren: Die Anteilseigner „erwarten und verdienen mehr“ von der Bank, so Sloan.

Hintergrund der Unruhe ist der 2016 bekanntgewordene Skandal über Tausende Scheinkonten, die Wells Fargo auf den Namen von Kunden über Jahre hinweg ohne deren Wissen eröffnet hatte, um Vertriebsvorgaben zu erreichen. Dieser hatte der Bank eine Sonderprüfung durch die US-Aufsichtsbehörden eingebracht. Als Reaktion wurden zuletzt die Bonuszahlungen für den früheren Konzernchef John Stumpf und andere Verantwortliche gekürzt.

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