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14.05.2018

18:51 Uhr

Sparkurs

Deutsche Bank verkleinert Führungsgremium im Privatkundengeschäft

VonYasmin Osman

Die Deutsche Bank will sparen und fängt in der Führungsetage an: Das Privatkundengeschäft verkleinert sein Leitungsgremium deutlich.

Die Deutsche Bank will sparen – und fängt bei den Führungsgremien damit an. dpa

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will sparen – und fängt bei den Führungsgremien damit an.

FrankfurtDie Deutsche Bank will zeigen, wie ernst es ihr mit der schnellen Umsetzung ihrer Strategie ist: Am Abend beschloss die Privatkundensparte die Verkleinerung ihres Führungsgremiums unterhalb des Vorstands. Das sogenannte „Executive Committee“ besteht künftig noch aus 16 Mitgliedern, wie aus einem internen Memo hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt.

Bislang war dieses Gremium mit 24 Mitgliedern üppig besetzt. Die anstehende Zusammenführung von Postbank und der Privatkundensparte der Deutschen Bank nimmt das Institut nun zum Anlass, die „Strukturen anzupassen und zu verschlanken“, wie Privatkundenchef Frank Strauß an die Mitarbeiter schreibt. Er kündigte in dem Memo außerdem auch eine „beschleunigte Umsetzung unserer Strategie“ an.

Bislang waren die meisten Positionen im „Executive Committee“ doppelt mit Postbankern und Deutschbankern besetzt. So waren etwa beide Finanzchefs vertreten. Künftig leistet sich die Bank solche Doppelungen nur noch für die Geschäftsbereiche, also für das Privatkunden- und das Firmenkundengeschäft.

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Asoka Wöhrmann vertritt das Privatkundengeschäft für die Deutsche Bank, Susanne Klöß und Lars Stoy das der Postbank. Stefan Bender ist der Firmenkunden-Chef der Deutschen Bank, Ralph Müller sein Pendant bei der Postbank. Aufgewertet wird die Position von Markus Pertlwieser. Er trägt nun als Digitalchef die Verantwortung für die digitalen Plattformen alleine.

Gespart hat die Bank bei den Managern, die Infrastrukturaufgaben in dem Führungsgremium vertreten. So ist nur noch Alexander Ilgen als Finanzchef dabei. Auch IT-Themen sind nur noch einfach vertreten.

Erst am Freitag hatte die Deutsche Bank einen vergleichbaren Schritt für ihr Investmentbanking intern mitgeteilt. Auch dort sinkt die Zahl der Mitglieder von 32 auf 22. Stellvertreter von Investmentbanking-Chef Garth Ritchie sind dort künftig Ram Nayak, der zuvor Chef des Anleihehandels war, sowie Mark Fedorcik, der Amerika-Chef des Investmentbanking. Zu Nayaks Nachfolger wurde John Pipilis gekürt.

Die Rolle von Stefan Hoops, bislang für den Vertrieb an institutionelle Kunden verantwortlich, wurde aufgewertet. Er ist dem Memo zufolge künftig gemeinsam mit Louise Kitchen für den Vertrieb von Produkten an institutionelle Kunden und an die Finanzabteilungen von Unternehmenskunden zuständig.

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Hoops ist nach dem Abgang vom bisherigen Co-Chef des Investmentbanking, Marcus Schenck, der ranghöchste Deutsche im Investmentbanking der Deutschen Bank. Ausgeschieden ist aus dem engeren Führungszirkel dagegen Alexander von zur Mühlen, der Co-Chef des Handelsgeschäfts.

Auch die Mitteilung zur neuen Führungsstruktur im Investmentbanking war mit dem Hinweis versehen, dass die Bank ihre Sparinitiativen „dramatisch beschleunigen“ will und ihre Führungsstruktur verschlanken möchte.

Einige hochrangige Investmentbanker hatten das Institut bereits verlassen. Dazu zählt etwa der bisherige M&A- und Frankreich-Chef Thomas Piquemal, oder Sam Wisnia, Leiter Macro Trading, der Mitglied im „ExCo“ war.

Tempo ist nötig. Die Ratingagenturen üben mittlerweile großen Druck auf die Bank aus, ihre Strategie zeitnah umzusetzen. Die Bank hatte angekündigt, das Investmentbanking-Geschäft in den USA und Asien zu verkleinern. Die Ratingagenturen drohen mit einer Senkung der Bonitätsnoten. Die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung liege „bei mindestens 50 Prozent“, sagte S&P-Analyst Giles Edwards der Nachrichtenagentur „Reuters“. „Wir wollen sehen, dass die Umsetzung der Strategie nicht viel länger dauert als erwartet, dass es nicht teurer wird und dass sie glaubhaft ist“, so Edwards.

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