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29.10.2019

15:40

Sparmaßnahme

Deutsche Bank setzt traditionelle Pensionärs-Weihnachtsfeiern aus

Von: Yasmin Osman

Aus Kostengründen streicht die Deutsche Bank vorerst ihre Weihnachtsfeiern für Ruheständler. Die Gewerkschaft findet das Vorgehen kleinlich.

Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, sie habe zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um Kosten zu senken. dpa

Baustelle vor der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, sie habe zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um Kosten zu senken.

Frankfurt Für die Ruheständler der Deutschen Bank gibt es seit Jahren eine Tradition: In der Zentrale und in den Regionen lädt das Geldhaus seine Pensionärinnen und Pensionäre zu Weihnachtsfeiern ein. Für viele ein willkommener Anlass, um sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen.

Doch damit ist nun vorerst Schluss. Weil die Deutsche Bank sparen muss, habe man sich diesbezüglich eine klare Zielsetzung gegeben, „die auf allen Ebenen des Konzerns unweigerlich entsprechende Einschnitte sowohl in personeller Hinsicht als auch in sonstigen Kostenaspekten“ mit sich bringt, heißt es in einem Schreiben an die Ruheständler, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Aus diesem Grund haben wir im Vorstand schweren Herzens entschieden, die traditionellen Pensionärs-Weihnachtsfeiern in den Regionen und der Zentrale bis auf Weiteres auszusetzen“, heißt es in dem Brief, der vom Vizevorsitzenden der Bank, Karl von Rohr, unterzeichnet ist. „Wir werden diese Entscheidung zu gegebener Zeit auf Grundlage einer verbesserten Kosten- und Ertragssituation überprüfen.“

Die Bank wirbt bei ihren Ruheständlern für Verständnis. „Uns ist bewusst, wie sehr Sie sich mit der Bank identifizieren, und natürlich auch, dass die Weihnachtsfeiern für viele von Ihnen eine Möglichkeit darstellen, sich zu sehen, sich auszutauschen und über die Bank zu diskutieren“, so von Rohr.

Bei Arbeitnehmervertretern hält sich das Verständnis für diesen Schritt allerdings in Grenzen. „Ich finde das Vorgehen der Bank peinlich und kleinlich“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft DBV, Stephan Szukalski, dem Handelsblatt. Der Wegfall von Pensionärsfeiern werde die Deutsche Bank nicht retten. „Ich würde eher das Streichen von zwei, drei gut bezahlten Direktorenposten in der Zentrale empfehlen“, kritisiert der DBV-Chef. Von dem Eingesparten ließen sich deutschlandweit ziemlich üppige Weihnachtsfeiern organisieren.

Brief an die Pensionäre

Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, sie habe zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um Kosten zu senken. „Dazu zählen auch eine Reihe von Maßnahmen in Deutschland wie etwa eine bundesweite Gebührenanpassung für Mitarbeiterparkplätze, eine Neuregelung im Umgang mit Resturlaubstagen ab 2021 sowie Einsparungen bei Logistik und Kurierfahrten“, sagte eine Sprecherin des Instituts. „Darüber hinaus haben wir beschlossen, vorerst die Weihnachtsfeiern für unsere Pensionäre auszusetzen.“ Die Bank habe alle Pensionäre in einem persönlichen Brief um Verständnis gebeten.

Seit Oktober gibt es zudem keine Extraprämien mehr, die Mitarbeiter bislang nach zehn, 25 und 40 Jahren Betriebszugehörigkeit erhielten. Die Bank spare mit solchen Maßnahmen eine mittlere einstellige Millionensumme ein, hieß es in Finanzkreisen. Die Bank kommentierte das nicht.

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