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20.03.2019

13:48

Sprachassistenten

Geldüberweisung per Zuruf stößt auf großes Interesse

Von: Katharina Schneider

Eine Studie zeigt: Jeder dritte Deutsche ist an Überweisungen per Sprachbefehl interessiert. Diese Möglichkeiten gibt es auch schon. Welche Geldhäuser diesen Service anbieten.

Geldüberweisung per Zuruf stößt auf großes Interesse AP

Amazon-Lautsprecher „Echo“

Mit der Assistentin „Alexa“ ist Sprach-Banking bisher nicht möglich.

FrankfurtVon Überweisungen auf Papier haben sich knapp zwei Drittel der Deutschen längst verabschiedet. Doch auch das Online-Banking ist vielen offenbar nicht mehr bequem genug. Jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, Überweisungen per Sprachbefehl zu tätigen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen in Deutschland. Ausprobiert haben das bisher aber gerade mal drei Prozent der Befragten. Das wundert nicht, denn nur wenige Banken bieten diesen Service an.

Sprachsteuerung gilt als Technologie der Zukunft. Apple brachte die Assistentin „Siri“ bereits 2011 ins iPhone. Richtig an Fahrt gewinnt das Thema, seit Amazon seine Echo-Lautsprecher mit der Assistentin „Alexa“ verkauft und Google das Pendant Google Home mit dem „Assistant“ herausgebracht hat, der zudem auch für Smartphones verfügbar ist. Einige Banken in Deutschland haben Sprachsteuerung früh für sich entdeckt. Analog zu Apps für das Smartphone stellen sie schon seit Frühjahr 2017 sogenannte Skills für Amazons Alexa und Actions für den Google Assistant bereit. Sie erhoffen sich davon mehr Kontakt zum Kunden.

Sprachassistent: Google stoppt Sprachüberweisung der Sparkassen

Sprachassistent

Google stoppt Sprachüberweisung der Sparkassen

Erst im Dezember hatten die deutschen Sparkassen Überweisungen per Google Assistant ermöglicht. Jetzt macht der Tech-Konzern eine Kehrtwende und verbietet den Service.

Zu den Vorreitern gehören die Direktbanken Comdirect und Consorsbank, die Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen. Letztere hatten sich im vergangenen Dezember besonders weit vorgewagt: Allein auf Zuruf, ohne ein Passwort einzutippen, konnten Kunden über den Google Assistant Geld überweisen. Kommandos wie „Hey, Google, überweise 20 Euro an Monika“ sollten genügen. Beschränkt war das zunächst auf 30 Euro und die Überweisung klappte nur, wenn der Nutzer der Zahlungsempfängerin in den vergangenen 96 Tagen schon mal Geld überwiesen hatte und sie ein deutsches Konto (IBAN mit Kürzel DE) hatte. Dennoch hatte Google diese Funktion nur sechs Wochen nach dem Start verboten.

Der US-Konzern teilte damals auf Anfrage des Handelsblatts mit, dass Google-Actions derzeit keinen Geldtransfer unterstützen – weder direkt noch über lizenzierte Zahlungsvermittler oder in Form von Spenden. Daran hat sich bis heute offenbar nichts geändert. Man befinde sich weiterhin in Gesprächen mit Google, sagte ein Sprecher der Finanz-Informatik (FI), des IT-Dienstleisters der Sparkassen, am Mittwoch auf Anfrage.

Comdirect und Google: So funktioniert die Überweisung per Sprachassistent wirklich

Comdirect und Google

So funktioniert die Überweisung per Sprachassistent wirklich

Die Bank Comdirect wirbt damit, Überweisungen per Google-Assistant zu ermöglichen. Ganz so bequem, wie das klingt, ist es aber nicht – ein Praxistest.


Andere Geldhäuser waren bei den Funktionen für den Google Assistant von Anfang an zurückhaltender. So können Comdirect-Kunden seit vergangenem Juli per Google Assistant den Kontostand abfragen. Überweisungen können sie aber nur vorbereiten. Diese landen dann als Entwürfe in der Banking-App und müssen dort auf gewohnte Weise freigegeben werden. Ähnliches bieten auch die Smartphone-Bank N26 und die Deutsche Bank mit Apples Siri an.

Über Amazons Sprachassistentin Alexa ist bislang ebenfalls kein Kontozugriff möglich. Anfang 2018 definierte der Konzern die Mindestanforderungen für die Sicherheit von Finanz-Skills und verbot darin sowohl Kontostandsabfragen als auch Überweisungen per Alexa Skill – zumindest dann, wenn auf Konten innerhalb der EU zugegriffen wird.

Julian Grigo, Finanztechnologie-Experte bei Bitkom, ist überzeugt: „Viele Kunden wollen ihre Bankgeschäfte künftig per Sprache erledigen. Für intelligente Sprachassistenten ist Banking die nächste große Anwendung.“ Angesichts der wenigen Angebote am Markt dürfte das Sprach-Banking kurzfristig aber nicht zum Massenphänomen werden.

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