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27.02.2019

17:37

Die italienische Bank steht seit Anfang des Jahres unter der Zwangsverwaltung der EZB. AFP

Schriftzug der Banca Carige

Die italienische Bank steht seit Anfang des Jahres unter der Zwangsverwaltung der EZB.

Strategieplan

Italienische Krisenbank Banca Carige plant Kapitalerhöhung

Von: Regina Krieger

Die Verwalter der ligurischen Banca Carige haben einen Strategieplan vorgelegt. Eingriffe des Staates wollen sie vermeiden, dafür aber Stellen streichen.

RomPünktlich geliefert haben die drei von der Europäischen Zentralbank (EZB) bestellten Verwalter der Banca Carige. Am Mittwoch stellten sie den Strategieplan bis 2023 vor. Die italienische Krisenbank will sich 630 Millionen Euro über eine Kapitalerhöhung besorgen. In einer Erklärung der Bank heißt es, die Kapitalerhöhung ermögliche es, einen bereits vereinbarten Verkauf von Darlehen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro abzuwickeln und die Hybridanleihe bis Mitte 2019 zurückzuzahlen.

Zum Plan gehört der Abbau von 1.050 der 4.300 Stellen – auch mithilfe neuer gesetzlicher Möglichkeiten für einen vorgezogenen Eintritt ins Rentenalter. Außerdem werden 100 der 503 Filialen der ligurischen Bank geschlossen. „Wir sind in der Lage, auf eigenen Füßen zu stehen, es gibt keine Abwärtsspirale“, sagte Pietro Modiano, einer der drei Verwalter. 2018 verbuchte die Bank einen Nettoverlust von 272,8 Millionen Euro.

Damit ist eine marktfähige Lösung für Banca Carige nähergerückt. Man arbeite daran, einen Eingriff des Staates für die Rettung der Bank auszuschließen, sagte Modiano. Es sei nicht die Aufgabe der Verwalter, eine öffentliche Rekapitalisierung anzustreben, ergänzte der Verwalter Raffaele Lener. Im Mai werde es eine Aktionärsversammlung geben.

Bis April sollen Angebote für eine mögliche Fusion eingeholt werden. Schon zu Jahresbeginn waren Unicredit, Banca BPM und die französische BNP Paribas als etwaige Partner genannt worden.

Anfang des Jahres war die Regionalbank mit Sitz in Genua unter Zwangsverwaltung gestellt worden, nachdem der Hauptaktionär im Dezember gegen eine Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro gestimmt hatte. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Veto bei der Aktionärsversammlung die Bank 45 Millionen Euro gekostet hat.

Der italienische Staat hatte zu Jahresbeginn eingegriffen und Garantien für neue Anleihen gegeben und außerdem Gelder für eine vorsorgliche Rekapitalisierung zur Verfügung gestellt. Für die potenziellen Kosten zur Stützung der Bank hatte die Regierung einen Fonds in Höhe von 1,3 Milliarden Euro aufgelegt – wie bei der Rettung von Monte dei Paschi im Jahr 2016.

Die Krisenbank in Siena war gerettet worden, nachdem die EU-Kommission nach langen Verhandlungen Staatsgeldern zugestimmt hatte. Seitdem ist das Wirtschafts- und Finanzministerium Großaktionär in Siena.

In Genua setzt man nun auf die Kunden. „Der Strategieplan sieht vor, innerhalb von fünf Jahren die Zahl der Klienten um fünf Prozent zu erhöhen”, sagte der dritte Verwalter, der ehemalige CEO Fabio Innocenzi. In Ligurien liegt das Pro-Kopf-Einkommen nach Zahlen der Notenbank um 24 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Mehr: Wie Berater großer Banken ihre Kunden mit vermeintlich sicheren Diamantenanlagen betrogen haben, lesen Sie hier.

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