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04.07.2019

11:38

Tarifeinigung

Bankangestellte bekommen künftig mehr Gehalt – Verdi-Vorstand sieht „deutliche Verbesserung“

Von: Andreas Kröner

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für Bankangestellte geeinigt. Für die Tarifgemeinschaft liegt er „an der Belastungsgrenze“.

Tarifverhandlungen Banken 2019: Einigung zum Tarifabschluss erreicht dapd

Verdi

Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte sechs Prozent mehr Tarifgehalt gefordert.

Berlin Fünf Monate haben Arbeitgeber und Gewerkschaften intensiv gerungen. Am frühen Donnerstagmorgen einigten sie sich nun in Berlin auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken in Deutschland. Die Entgelte für Bankbeschäftigte steigen in zwei Stufen um insgesamt 4,0 Prozent.

„Nach fünf Verhandlungsrunden mit 45 Verhandlungsstunden haben wir ein umfangreiches Gesamtpaket ausgehandelt, das eine deutliche Verbesserung gegenüber dem letzten Arbeitgeberangebot darstellt“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister. „Dies wäre ohne die 12.000 streikenden Bankbeschäftigten allein in den letzten drei Wochen nicht möglich gewesen.“

Auch die Arbeitgeber zeigten sich zufrieden. „Das Verhandlungsergebnis berücksichtigt die schwierige Branchenlage und dokumentiert zugleich den Reform- und Gestaltungswillen der Tarifparteien“, sagte Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber. „Mit dem Gehaltsabschluss sichern wir die Realeinkommen der Beschäftigten und schaffen langfristig Planungssicherheit für unsere Unternehmen.“

Im Zuge der Tarifrunde legten in den vergangenen Monaten Tausende Beschäftigte immer wieder ihre Arbeit nieder und gingen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Im März und April nutzten viele Angestellte die Warnstreiks auch, um gegen die diskutierte und mittlerweile abgeblasene Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank zu protestieren.

Weiterbildung im Zuge der Digitalisierung

Die Gewerkschaft Verdi war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitnehmer hatten in der vierten Verhandlungsrunde in drei Stufen 4,1 Prozent mehr Lohn für 36 Monate angeboten.

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Am Ende einigten sich beide Seiten auf eine Erhöhung von vier Prozent bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Zum 1. September 2019 steigen die Entgelte um zwei Prozent, zum 1. November 2020 um weitere zwei Prozent. Auszubildende erhalten 60 Euro mehr pro Monat und sollen bei einem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung für mindestens zwölf Monate übernommen werden, sofern betrieblicher Bedarf besteht.

Darüber hinaus haben Bankbeschäftigte künftig Anspruch auf ein jährliches Qualifizierungsgespräch. Bei Bedarf sollen dort gezielte Weiterbildungen vereinbart werden, insbesondere mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung des Bankensektors. Zudem werden Arbeitsbefreiungen für alle gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen eingeführt.

„Das waren lange und besonders schwierige Verhandlungen“, sagte Gunar Feth, der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken. „Dieser Tarifabschluss liegt an der Belastungsgrenze, ist aber gerade noch vertretbar und wird den vielen verschiedenen Geschäftsmodellen in unserer Branche gerecht.“

Mehr: Die Mitarbeiter der Deutschen Bank können die Pläne zum Stellenabbau nicht nachvollziehen. Die Einschnitte schockieren die Deutschbanker.

Kommentare (1)

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Herr Mark Roach

04.07.2019, 08:48 Uhr

Ich bin sehr froh, dass ich nicht in der Haut eines Mitglieds der Tarifkommission stecke. Denn dieses Angebot befriedigt nicht. Dadurch, dass die Beschäftigten viele Nullmonate hinnehmen sollen, kommt nicht mal der volle Ausgleich der Inflation raus.
Aber was tun? Alle, die meckern und schimpfen, müssen sich mal anschauen, wie die Beteiligung an den Streiks war. Nicht berauschend. Sicher auch, weil sich ver.di nach der letzten gescheiterten Verhandlung erst mal fünf Wochen hingelegt hat.

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