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11.02.2019

18:38

US-Banken

Morgan Stanley kauft Solium Capital für 900 Millionen Dollar – und will so Millennials für sich gewinnen

Von: Julia Rotenberger

Der Kauf des kanadischen Fintechs soll Morgan Stanley neue Kunden und neue Technik bringen. Der Deal kommt wenige Tage nach dem Zusammenschluss von Suntrust und BB&T.

Die US-Bank will durch den Deal mit Solium eine jüngere Kundengruppe für sich gewinnen. dpa

Morgan Stanley

Die US-Bank will durch den Deal mit Solium eine jüngere Kundengruppe für sich gewinnen.

DüsseldorfMorgan Stanley möchte sich stärker im Bereich der Vermögensverwaltung für jüngere Kunden, die Millennials, positionieren. Um diesem Ziel näherzukommen, übernimmt die US-Großbank das kanadische Finanztechnologie-Unternehmen Solium Capital für 900 Millionen US-Dollar. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Solium bietet Firmen eine Softwareplattform für die Verwaltung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen an. Morgan Stanley kauft den 1999 gegründeten und an der kanadischen Börse notierten Konzern mit einem soliden Preisaufschlag: So lag der durch die Bank bezahlte Preis 43 Prozent höher als die Marktkapitalisierung des Unternehmens gemessen am Aktienschlusskurs vom Freitag.

Die Übernahme spiegelt sich im Aktienkurs von Solium wider: Lag dieser am Freitag noch knapp über 13 kanadische Dollar (etwa neun Euro), kostete ein Anteilsschein am Montag 19 kanadische Dollar (rund 13 Euro).

Für Morgan Stanley ist der Deal eine Gelegenheit, sowohl eine neue Technologie als auch neue Kunden für die eigene Vermögensverwaltung zu gewinnen. So bringt Solium der Bank 3.000 Firmenkunden, an deren Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen rund eine Million Menschen teilnehmen. Zu den neu hinzugewonnenen Firmen zählen unter anderem der Jeans-Hersteller Levy Strauss, der Onlinehändler Shopify sowie die Zahlungsplattform Stripe.

Morgan Stanley selbst hat 320 Kunden, deren Belegschaftsaktiensysteme über die Bank verwaltet werden, mit insgesamt 1,5 Millionen Teilnehmern.

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James Gorman, der Chef von Morgan Stanley, bezeichnete den Deal als eine Möglichkeit für die Bank, ihren Zugang zu Firmenkunden zu erweitern. Außerdem sei die Übernahme eine Gelegenheit, „Beziehungen zu jüngeren Teilen der Bevölkerung aufzubauen und diesen Menschen bereits in jungen Jahren beim Vermögensaufbau behilflich zu sein“.

Der Deal zwischen Morgan Stanley und Solium kommt nur wenige Tage nach dem Zusammenschluss der beiden führenden Regionalbanken der USA, Suntrust und BB&T. Das Finanzinstitut, das so entsteht, wird mit einem Wert von 66 Milliarden US-Dollar etwa dreimal so viel wert sein wie die Deutsche Bank. Es ist der größte Übernahmedeal im US-Bankensektor seit der Finanzkrise im Jahr 2008.

Dass nun auch Morgan Stanley so kurz darauf sich an eine größere Übernahme wagt, könnte darauf schließen lassen, dass der Appetit auf Übernahmen und Zusammenschlüsse auf dem US-Bankenmarkt steigt.

Dafür, dass es künftig weitere Deals im US-Bankensektor geben könnte, spricht auch das politische Klima unter US-Präsident Donald Trump. Der hat dem Sektor milliardenschwere Steuererleichterungen verschafft – was Finanzkapazitäten für mögliche Deals freisetzt.

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