MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2018

16:09

US-Investmentbank

Goldman Sachs greift mit Online-Plattform „Marcus“ die Sparkassen an

Von: Carsten Volkery

Erst Großbritannien, dann Deutschland: Goldman Sachs steigt ins europäische Privatkundengeschäft ein. Das Timing ist riskant.

US-Investmentbank

Werbe-Angriff auf Sparkasse & Co. – So will Goldman Sachs deutsche Sparer einfangen

US-Investmentbank: Werbe-Angriff auf Sparkasse & Co. – So will Goldman Sachs deutsche Sparer einfangen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

LondonGoldman Sachs wird in das Privatkundengeschäft in Deutschland einsteigen. Das kündigte Europachef Richard Gnodde in einem Interview mit der „Financial Times“ an. Nach den USA und Großbritannien soll die Online-Plattform „Marcus“ in Deutschland als drittem Markt ausgerollt werden. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.

Mit Marcus setzt die US-Investmentbank erstmals in ihrer 150-jährigen Geschichte auf das Privatkundengeschäft. Die Plattform war 2016 in den USA gestartet, zunächst bot sie nur Verbraucherkredite an. Später kamen auch Sparkonten hinzu, die mit 1,6 Prozent relativ hoch verzinst sind.

Im Juni soll Marcus auch in Großbritannien starten. Dort geht die Plattform den umgekehrten Weg: Zuerst will sie nur Sparkonten anbieten, das Kreditgeschäft soll frühestens 2019 folgen.

Marcus by Goldman Sachs: Warum Goldman auf eine Onlinebank setzt und ganz normale Kredite vergibt

Marcus by Goldman Sachs

Warum Goldman auf eine Onlinebank setzt und ganz normale Kredite vergibt

Die US-Investmentbank sucht nach neuen Einnahmequellen. Mit der Onlinebank Marcus will das Geldhaus mehr an Privatkunden verdienen. Ein Ortsbesuch.

Auch in Deutschland will Goldman laut dem Bericht als Einstiegsprodukt zunächst Sparkonten anbieten. Der Markt gilt als schwierig, weil Sparkassen und Volksbanken das Land bis in den hintersten Winkel abdecken. Doch Gnodde scheint vor dem Wettbewerb nicht bange zu sein.

Marcus habe den Vorteil, ohne Filialen und teure Strukturen zu starten, sagte er der „FT“. Den Kostenvorteil könnte die Bank an die Kunden weiterreichen: Ähnlich wie in den USA könnte Marcus versuchen, mit höheren Zinsen auf Spareinlagen Marktanteile zu erobern.

Nur Kunden mit hoher Bonität sollen bedient werden

Das Timing für den Einstieg ins Verbraucherkreditgeschäft ist riskant. Die Niedrigzinsphase neigt sich ihrem Ende zu, steigende Zinsen erhöhen normalerweise das Kreditausfallrisiko. Gnodde sagte der „FT“, man werde sich auf das obere Ende des Kreditmarktes konzentrieren, also nur Kunden mit guter Bonität bedienen.

Die US-Bank will ihren Gesamtumsatz bis 2020 um fünf Milliarden Dollar steigern. 20 Prozent davon soll Marcus beitragen. Bislang hat die Online-Plattform in den USA 500.000 Kunden. Durch Kooperationen und Übernahmen soll die Zahl vervielfacht werden. Zuletzt hatte die Bank im April die Finanz-App Clarity Money gekauft und damit eine Million potenzielle Kunden hinzugewonnen. Finanzvorstand Martin Chavez hatte gesagt, die Bank könne weitere ähnliche Akquisitionen tätigen.

Kooperation mit Apple: Goldman Sachs erhofft sich Zugang zu Millionen iPhone-Nutzern

Kooperation mit Apple

Goldman Sachs erhofft sich Zugang zu Millionen iPhone-Nutzern

Goldman Sachs entwickelt mit Apple offenbar eine neue Kreditkarte. Dadurch will sich die Bank auf dem US-Massenmarkt weiter etablieren.

Laut „Wall Street Journal“ plant Goldman auch eine gemeinsame Kreditkarte mit dem iPhone-Hersteller Apple. Die Karte könnte im kommenden Jahr auf den Markt kommen und Marcus Millionen von neuen Kunden zuführen.

Seit dem Start vor anderthalb Jahren hat Marcus in den USA 20 Milliarden Dollar Einlagen gesammelt und Kredite in Höhe von drei Milliarden Dollar vergeben. Zum Vergleich: Insgesamt hat die US-Bank 72 Milliarden Dollar an Krediten in ihren Büchern stehen. Mittelfristig soll der Anteil der Verbraucherkredite deutlich wachsen. Mit der Zeit könne man in diesem Bereich „ein erhebliches Geschäft“ aufbauen, sagte Gnodde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×