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03.09.2018

11:36

Zahlungsverkehr

Onlinebezahldienst Trustly startet in Deutschland

Von: Elisabeth Atzler

Der Wettbewerb um Verbraucher und Onlinehändler wird noch schärfer: Mit Trustly will ein weiterer Bezahldienst Kunden in Deutschland gewinnen.

Etliche Onlinebezahldienste buhlen um die Gunst der Onlinehändler und der Verbraucher. Trustly

Klarna-Konkurrent Trustly

Etliche Onlinebezahldienste buhlen um die Gunst der Onlinehändler und der Verbraucher.

Frankfurt Es gibt bereits zahlreiche Möglichkeiten, beim Onlineshopping zu bezahlen. Trotzdem wagt der schwedische Bezahldienst Trustly nun den Sprung nach Deutschland und öffnet ein Büro in Köln. „Wir haben zunehmend deutsche Kunden“, sagte Hans Hoffmann, der für den deutschsprachigen Raum zuständige Manager, dem Handelsblatt. „Um das Geschäft jetzt verstärkt im deutschsprachigen Raum voranzutreiben, brauchen wir eine lokale Präsenz.“

Trustly startet in Deutschland mit zunächst fünf Mitarbeitern, demnächst sollen es zehn sein. Insgesamt arbeiten bei der schwedischen Firma, die in mehreren Ländern aktiv ist, 215 Beschäftigte.

Bei Trustly handelt es sich um einen Zahlungsauslösedienst. Der Kunde registriert sich, wenn er Trustly beim Onlineshopping wählt, mit seinen normalen Zugangsdaten für sein Online-Banking. Ähnlich funktioniert der Dienst Sofortüberweisung des Wettbewerbers Klarna. Der hatte Sofortüberweisung 2014 gekauft.

„Der Markt ist so groß, dass er Raum für mehr als einen Zahlungsauslösedienst bietet“, meint Hoffmann, der selbst zuvor für Klarna gearbeitet hat. Als Onlinebezahldienst lege Trustly den Fokus darauf, passende Produkte für Verbraucher zu entwickeln.

Aber: „Das Wichtigste ist dann, die Händler zu überzeugen, diese Lösungen einzusetzen.“ Hoffmann will mit Trustly unter anderem damit punkten, dass Onlinehändler eingehende Zahlungen von Kunden schneller kontrollieren können. Grundsätzlich dauert es bei Überweisungen und anderen Zahlmethoden nämlich mindestens einen Werktag, bis das Geld dem Empfänger gutgeschrieben wird. Je schneller der Händler sicher weiß, dass er die Summe auch wirklich erhält, desto rascher kann er die Ware verschicken.

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Kunden zahlen am liebsten per Rechnung, zeigt eine Studie. Vor allem Paydirekt, der Bezahldienst der deutschen Banken, kommt schlecht weg.

Allerdings ist der Wettbewerb enorm. Etliche Bezahldienste buhlen um die Gunst der Onlinehändler und der Verbraucher. Mit Abstand führend ist der US-Onlinebezahlriese Paypal. Ihm wollen die deutschen Geldhäuser mit Paydirekt Paroli bieten.

Das Gemeinschaftsunternehmen kann sich bislang am Markt aber nicht etablieren. Zudem gibt es unter anderem mit Barzahlen, Billpay, Giropay und seit kurzem Sofortpay etliche weitere Konkurrenten.

Der Zahlungsverkehrsexperte Jochen Siegert traut ohnehin nur zwei der großen Tech-Konzernen zu, zu Paypal aufzuschließen. „Meiner Meinung nach können nur Apple Pay und Google Pay Paypal ernsthaft Konkurrenz machen“, sagt er. Er gehe davon aus, dass künftig auch in Deutschland noch deutlich mehr Onlineshopping über mobile Geräte laufen werde.

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Google Pay, der Bezahldienst von Google, ist kürzlich in Deutschland gestartet. Verbraucher können so per Handy an der Ladenkasse, aber teils auch beim Onlineshopping bezahlen. Apple Pay will noch dieses Jahr ebenfalls mit einem Angebot kommen.

Doch die deutschen Kunden zahlen im E-Commerce nach wie vor am liebsten per Rechnung, also meist erst, nachdem sie die Ware erhalten haben. Der Anteil der Rechnungskäufe fiel zwar leicht, betrug zuletzt aber immer noch 28 Prozent. Das ergab eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI.

Nach der Rechnung wird online am zweithäufigsten per Lastschrift bezahlt, der Anteil lag zuletzt bei gut 20 Prozent – was auch dadurch kommt, dass der Onlinehändler Amazon Lastschrift und Kreditkartenzahlungen akzeptiert, aber nicht Paypal. Paypal aber steigerte seinen Anteil trotzdem von 18 auf knapp 20 Prozent. Danach folgten Kreditkartenzahlungen mit einem Anteil von elf Prozent.

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