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09.05.2019

15:49

Zusammenschluss

Helaba plädiert für marktgesteuerte Fusionen unter Banken

Nach einer Studie der Landesbank sollen marktgesteuerte Fusionen im Bankensektor nicht verhindert werden. Ziel der Mikado-Logik ist Stabilität.

Eine Bankenfusion soll nicht künstlich verhindert werden. dpa

Landesbank Hessen-Thüringen

Eine Bankenfusion soll nicht künstlich verhindert werden.

Frankfurt Die Landesbank Hessen-Thüringen plädiert dafür, bei Zusammenschlüssen im deutschen Bankensektor behutsam vorzugehen, solche Entwicklungen allerdings nicht künstlich zu verhindern.

„Ziel bei Mikado ist es, unter Beibehaltung der Stabilität ein System zu verschlanken. Vor ähnlichen Herausforderungen stand und steht das deutsche Finanzsystem“, schrieb Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker im Vorwort einer Studie über die Sparkassen-Finanzgruppe, die Bloomberg vorliegt.

Bei einer „möglichen Neuordnung der Landesbankenlandschaft“ oder einem neuen Zuschnitt der Aufgabenverteilung innerhalb der Sparkassen-Gruppe müssten Grüntker zufolge Punkte wie die Finanzierung von Unternehmenskunden berücksichtigt werden.

Gleichzeitig verweist die Studie darauf, dass es bei den Sparkassen und Landesbanken in der Vergangenheit bereits zu zahlreichen Fusionen gekommen sei, sowohl horizontal als auch vertikal.

Laut Grüntker sollten „letztendlich marktgesteuerte Prozesse nicht künstlich verhindert, sondern innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors genutzt werden, da sie nachhaltige wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen und zur Stabilisierung des Finanzsystem in Deutschland beitragen“.

In der Sparkassen-Gruppe waren zuletzt Diskussionen um eine Konsolidierung unter den Landesbanken aufgeflammt. Als Grund dafür gilt auch die Schieflage der Norddeutschen Landesbank. Die Helaba hatte zunächst ein unverbindliches Angebot für das Schwester-Institut abgegeben, sich dann aber zurückgezogen, da sich einige NordLB-Eigner nicht auf ihre Forderungen einlassen wollten.

Verfasst wurde die jüngste Studie von der Research-Abteilung der Helaba. Chefvolkswirtin Gertrud Traud verwies im Bloomberg-Interview darauf, dass die Sparkassen-Gruppe eine der drei wichtigen Säulen im deutschen Bankensystem sei. „Ich sehe keinen Grund dafür, warum sich das in den nächsten Jahren ändern sollte“, erklärte sie.

Neben der Konsolidierung wird mit der Digitalisierung in der Studie eine weitere Herausforderung für die Sparkassen angesprochen.

Nach einem früheren Bericht des Handelsblatts erwägen die Sparkassen die Gründung einer eigenen Online-Bank. Dabei könnte auch die DKB, Direktbank-Tochter der Bayerischen Landesbank, eine Rolle spielen. DKB-Chef Stefan Unterlandstättner hatte im März gegenüber Bloomberg angedeutet, auch offen für eine Expansion ins Ausland zu sein.

Weitere Ergebnisse aus der Studie im Überblick:

Marktanteil von Sparkassen und Landesbanken bei der Kreditvergabe an inländische Nichtbanken liegt bei 36 Prozent.

Landesbanken und Sparkassen sind die Hauptfinanziers der Gemeinden in Deutschland mit einem Anteil von 45 Prozent.

Bei Krediten an Selbstständige kommt der Sparkassen-Sektor auf einen Marktanteil von 41 Prozent.

In 10 von 16 Bundesländern finden sich überdurchschnittliche Marktanteile der Sparkassen von 30 Prozent und mehr wieder; in Bremen sind es 55 Prozent.

Anfang 2019 gab es mit 385 Sparkassen etwa 200 Institute weniger als 1999; bei den Landesbanken ging es von zwölf auf fünf herunter.

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