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17.04.2019

16:39

Zusammenschluss mit Deutscher Bank

Große Mehrheit der Commerzbank-Mitarbeiter lehnt Bankenfusion ab

Von: Andreas Kröner

In der Commerzbank-Zentrale sprechen sich in einer Umfrage 82,5 Prozent gegen einen Zusammenschluss mit der Deutschen Bank aus. Der Betriebsrat fordert einen Abbruch der Fusionsgespräche.

83 Prozent der Commerzbank-Mitarbeiter lehnen Bankenfusion ab Reuters

Deutsche Bank und Commerzbank

Von den 11.000 befragten Beschäftigten in der Commerzbank-Zentrale hätten sich bisher rund 5500 Mitarbeiter an der Umfrage beteiligt.

Frankfurt Die meisten Mitarbeiter der Commerzbank lehnen eine mögliche Fusion mit der Deutschen Bank ab. In einer Umfrage des Betriebsrats in der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt sprachen sich 82,5 Prozent gegen einen Zusammenschluss aus. Das geht aus einer am Mittwoch verschickten, offenen E-Mail des Betriebsrats an den Commerzbank-Vorstand hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Bei dem Ergebnis handle es sich allerdings um einen Zwischenstand, da die Befragung noch bis zum dritten Mai läuft. „Dennoch ist bereits jetzt das Ergebnis eindrucksvoll und eindeutig“, heißt es in der E-Mail. „Der Betriebsrat Zentrale fordert Sie hiermit nochmals auf: Nehmen Sie Abstand von den Fusionsplänen!“

An der Umfrage, über die zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtete hatte, haben sich von den rund 11.000 Beschäftigten in der Zentrale bisher 5500 beteiligt. 13,7 Prozent sprachen sich dabei für eine deutsche Großbankenfusion aus. 3,8 Prozent hatten zu dem Thema keine Meinung.

Deutsche Bank und Commerzbank haben Mitte März bekanntgegeben, über eine Fusion zu verhandeln. Die Arbeitnehmervertreter beider Institute lehnen einen Zusammenschluss jedoch ab und machen ihrem Unmut über die Fusionsgespräche auch im Rahmen der laufenden Tarifrunde Luft.

In einer Umfrage des Deutsche-Bank-Betriebsrats hatten sich kürzlich knapp 70 Prozent gegen eine Bankenhochzeit ausgesprochen. Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank hatte den Vorstand um Martin Zielke bereits Ende März in einer Protestnote aufgefordert, die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank abzubrechen – bisher aber ohne Erfolg.

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Deutsche Bank und Commerzbank wollen bis zum 26. April klären, ob sie ihre Fusionsgespräche abbrechen oder intensivieren. Im Fokus stehen fünf Fragen.

Die Gespräche zwischen beiden Geldhäusern befinden sich gerade in einer entscheidenden Phase. Denn spätestens bis zur Vorlage der Quartalszahlen der Deutschen Bank am 26. April soll Klarheit herrschen, ob aus den bisherigen Sondierungsgesprächen vertiefte Fusionsverhandlungen werden – oder ob die Gespräche abgebrochen werden. Aktuell sei es noch offen, wie die Entscheidung ausfalle, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person dem Handelsblatt.

Der Betriebsrat wolle dem Vorstand das erste Stimmungsbild aus der Zentrale noch vor Ostern übermitteln, „in der Hoffnung und Erwartung, dass die Meinung der Mitarbeiter bei etwaigen Entscheidungen entsprechend Berücksichtigung findet“, heißt es in der E-Mail. „Die Betriebsräte der Commerzbank, die Gewerkschaft Verdi sowie viele externe Wirtschaftsexperten haben sich inzwischen eindeutig ablehnend zu einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank geäußert und dies stichhaltig begründet.“

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