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13.09.2019

11:48

BdB-Berechnung

Deutsche Banken werden durch EZB-Entscheid um 520 Millionen Euro entlastet

Die Banken-Branche kritisiert die EZB-Entscheidung, den Einlagenzins zu senken. Dabei rechnet der deutsche Bankenverband mit einer Entlastung.

Deutsche Banken werden durch EZB-Entscheid entlastet dpa

Bankenviertel in Frankfurt

Nach EZB-Entscheid: Deutsche Banken sehen Millionen-Euro-Entlastung.

Frankfurt Die neuen Regelungen der Europäischen Zentralbank (EZB) beim Einlagensatz werden die deutschen Banken pro Jahr netto um etwa 520 Millionen Euro entlasten. Das erklärte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters. Der BdB berief sich dabei auf eigene Berechnungen.

Die EZB hatte am Donnerstag unter anderem die Strafzinsen für Banken angehoben, wenn diese überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,5 Prozent von bislang minus 0,4 Prozent gesenkt. Ein Minuszeichen beim Einlagenzins bedeutet, dass die Institute Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Zugleich kündigten die Währungshüter aber eine Staffelung an, sodass ein Teil der Überschussliquidität der Banken von den Strafzinsen ausgenommen wird. Der BdB rechnet deshalb mit einer trotz der Anhebung der Strafzinsen künftig mit geringeren Belastungen für deutsche Geldhäuser.

Die alte Regelung zum Einlagensatz hatte die deutschen Banken zuletzt knapp 2,4 Milliarden Euro pro Jahr gekostet, zeigen die BdB-Daten. Dank der Einführung des Staffelzinses müssten deutsche Geldhäuser künftig jährlich rund 1,9 Milliarden Euro auf ihre bei der Zentralbank geparkten Gelder zahlen, teilte der Bankenverband am Freitag mit. Ohne diese Staffelung wäre dem BdB zufolge die Belastung für deutsche Banken auf rund drei Milliarden Euro jährlich gestiegen.

Mit Blick auf alle Banken im Euroraum liegt die Netto-Entlastung den BdB-Daten zufolge bei 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. Zuletzt hätten die Institute in der Region einen Strafzins von 7,2 Milliarden Euro jährlich zahlen müssen. Durch die Zinssenkung auf minus 0,5 Prozent allein würde dieser Wert auf neun Milliarden Euro steigen. Unter Berücksichtigung des Staffelzinses ergibt sich letztlich allerdings eine Summe von knapp fünf Milliarden Euro, so die BdB-Berechnungen.
Mehr: Auf breiter Front beschweren sich Banken über das Maßnahmenpaket der EZB. Ein Ökonom hat allerdings einen anderen Hauptverlierer ausgemacht.

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