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31.01.2019

04:33

Blockchain

Security Token sind die neue Hoffnung der Krypto-Branche

Von: Astrid Dörner

STOs erfüllen die Vorgaben der Regulierer – und haben damit einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Vorgängern, den ICOs.

Jeremy Allaire (r.) träumt von einer Welt, in der „alles in Token umgewandelt wird“. Circle

Die Gründer des Krypto-Start-ups „Circle“

Jeremy Allaire (r.) träumt von einer Welt, in der „alles in Token umgewandelt wird“.

New YorkLange Zeit waren sie der große Hype in der Krypto-Welt: Initial Coin Offerings (ICOs). Diese digitalen Börsengänge sollten unter anderem ein Weg sein, mit dem sich Start-ups frisches Geld besorgen konnten, schnell und ohne den Einfluss von Risikokapitalgebern.

Statt Aktien verkauften die Unternehmen schlicht digitale Token, die die Nutzer handeln konnten. Doch seitdem vor allem Aufsichtsbehörden in den USA, aber auch in Europa stärker gegen die lange unregulierten ICOs vorgingen, ist der Markt praktisch zum Erliegen gekommen.

Doch die Kryptobranche hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Security Token“ heißt das neue Schlagwort: Diese Anteile sind eindeutig Wertpapiere und erfüllen somit von vornherein die Vorgaben der Regulierer. Die Wertpapiere sind in Software gehüllt, die es ermöglicht, eine Reihe von Restriktionen einzuprogrammieren. Zum Beispiel kann festgelegt werden, dass nur bestimmte Personen die Token kaufen, halten und verkaufen können.

Der Handel kann für eine gewisse Zeit automatisch eingeschränkt werden, auch kann es Begrenzungen geben, wer wie viele Anteile an einem Vermögenswert besitzen kann. Alle Transaktionen werden auf einer Blockchain festgehalten. Initial Coin Offerings könnten künftig also von Security Token Offerings (STOs) abgelöst werden.

Die Vision: Mit diesen digitalen Wertpapieren soll es möglich werden, illiquide Vermögenswerte wie Immobilien und Kunst, aber auch Anteile an Start-ups einfacher handelbar zu machen. Die Anteile an einem Gebäude könnten zum Beispiel in 100.000 Token umgewandelt werden, die Nutzer dann an einer Börse kaufen und verkaufen können.

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Jeremy Allaire, Mitgründer des Krypto-Start-ups Circle, an dem auch Goldman Sachs beteiligt ist, hält bereits seit Monaten Vorträge auf Krypto-Konferenzen zum Potenzial der digitalen Wertpapiere und träumt von einer Welt, in der „alles in Token umgewandelt wird“.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Die SEC hat noch keinen Investment-Token genehmigt“, gibt Scott Schirick, Partner der New Yorker Kanzlei Pryor Cashman, zu bedenken. Er geht davon aus, dass sich die Börsenaufsicht Zeit lassen wird, diese neue Form der Tokens genau zu prüfen und sicherzustellen, dass Anleger nicht unnötigen Risiken ausgesetzt werden.

Infrastruktur nötig

Auch ist dafür eine spezifische Infrastruktur nötig. Security Tokens dürfen etwa nur an bestimmten, regulierten Börsen oder über Börsenmakler gehandelt werden. Branchenkennern zufolge bringt sich gerade eine Reihe von Handelsplattformen in Stellung und lotet aus, ob sie den Handel mit Wertpapier-Token anbieten kann. Unternehmen wie Polymath helfen dabei, digitale Vermögenswerte zu programmieren. Auch die Aufbewahrung der Wertpapiere muss neu geregelt werden.

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Das hat selbst das Interesse von etablierten Finanzinstituten wie Fidelity geweckt. Der Fondsanbieter hat für den Krypto-Bereich bereits eine eigene Tochtergesellschaft, Fidelity Digital Asset Services (FDAS), gegründet, die Kunden bei der Aufbewahrung von digitalen Währungen wie Bitcoin und Ether hilft, wie FDAS-Chef Tom Jessop sagte.

Bis die SEC grünes Licht für Security Tokens gibt, bemühen sich Anbieter unterdessen um eine Ausnahmeregelung, unter der sie die digitalen Wertpapiere nicht bei der SEC registrieren müssen. Die Token sind dann nur für akkreditierte Investoren zugänglich. Das sind entweder professionelle Händler oder vermögende Privatpersonen. Das Immobilien-Start-up Harbor hat Ende 2018 auf diese Weise Anteile eines Studentenwohnheims in South Carolina in Token umgewandelt.

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