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15.03.2019

07:11

Der heutige Freitag ist der erste große Verfallstag, der sogenannte „Hexensabbat“, des Jahres an der Börse. dpa

Die Dax Tafel in der Börse Frankfurt

Der heutige Freitag ist der erste große Verfallstag, der sogenannte „Hexensabbat“, des Jahres an der Börse.

Börse am 15. März

Sieben Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Von: Alexander Möthe, Lilian Fiala

Am ersten „Hexensabbat“ des Jahres legen die Deutsche Börse und die Porsche AG ihre Zahlen vor. Die US-Börsenaufsicht SEC reicht Klage gegen Volkswagen ein.

Düsseldorf, New YorkWährend die andauernden Handelsgespräche zwischen den USA und China die amerikanische Börse auf der Stelle treten ließen, hat der asiatische Markt positiv reagiert. Der Dax notiert vorbörslich am heutigen Freitag ebenfalls leicht im Plus, so melden es außerbörsliche Handelsplattformen.

Eine neue Klage im Dieselskandal sorgt für Aufregung bei Volkswagen: Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Konzern wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze verklagt. VW weißt die Vorwürfe ab und will gegen die Klage vorgehen. Die Nachricht wird sich auch in den Papieren des Konzerns widerspiegeln.

Für Anleger werden heute außerdem vor allem der Geschäftsbericht der deutschen Börse und die Zahlen der Porsche AG interessant. Spekulanten stellen sich auf den ersten „Hexensabbat“ des Jahres ein, denn heute laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus, es ist der sogenannte große Verfallstag.

1 - US-Börsenaufsicht klagt gegen VW

Die US-Börsenaufsicht SEC hat Volkswagen im Dieselskandal wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze verklagt. Tochterfirmen des Konzerns sollen bei der Ausgabe von Anleihen und anderen gesicherten Wertpapieren gegen Informationsvorschriften verstoßen haben. VW kündigte am Freitag an, sich mit „Nachdruck“ zur Wehr zu setzen. Die Klage weise „erhebliche juristische und inhaltliche Mängel auf“. Die Klage steht im Zusammenhang mit der im September 2015 in den USA aufgeflogenen Software-Manipulation von Abgastests.

2 – Vorgaben aus den USA

Die US-Börsen haben sich am Donnerstag kaum bewegt. Zur Zurückhaltung bei den Anlegern führten schwache Konjunkturdaten und die langwierigen Handelsgespräche zwischen China und den USA. So fiel die Zahl der verkauften Neubauten im Januar überraschend. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen dagegen stärker an als erwartet. Der Dow-Jones-Index blieb unverändert mit 25.710 Punkten. Der breiter gefasste S&P gab um knapp 0,1 Prozent auf 2809 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 7631 Zähler.

3 – Handel in Asien

Hoffnungen auf eine Handelseinigung zwischen den USA und China haben am Freitag hingegen Asiens Aktienmärkte gestützt. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte 0,5 Prozent fester. In Tokio legte der Leitindex Nikkei der 225 führenden japanischen Werte ein Prozent zu.

US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht auf Freitag Neuigkeiten zum Handelsstreit mit China angekündigt. Die Verhandlungen liefen gut: „Wir bekommen, was wir bekommen müssen, und ich denke wir bekommen es relativ schnell.“ Auch aus China kamen positive Signale: der stellvertretende Ministerpräsident Liu He habe mit US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer telefoniert, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Beide Seiten hätten weitere substanzielle Fortschritte gemacht.

4 – Porsche AG lädt zur Bilanzkonferenz

Klar ist schon nach den VW-Konzernzahlen: Der Sportwagenbauer bleibt die Perle im Konzern mit einem Umsatzplus von knapp zehn Prozent auf 25,8 Milliarden Euro und einer Rendite von 16,6 Prozent. Während die Konzernschwestern Tausende Jobs streichen, gibt es bei Porsche allenfalls Luxusprobleme. Und die sind an der Rendite abzulesen. Diese leidet unter den Investitionen in die E-Mobilität und rutschte erstmals seit Jahren unter 17 Prozent. Ansonsten läuft es wie gewohnt: Für den Ende des Jahres kommenden vollelektrischen Sportwagen Taycan gibt es, stand Donnerstagabend, 20.000 Vorbestellungen. (Lesen Sie hier den großen Report: Machtkampf bei VW – Ein Weltkonzern blockiert sich selbst)

5 – Inflationsdaten für den Euro-Raum

Das europäische Statistikamt Eurostat legt am heutigen Freitag die Inflationszahlen für den Euro-Raum im Februar vor. Laut der ersten Schätzung der Behörde ist die Inflationsrate in dem Monat von 1,4 auf 1,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fiel jedoch die Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie herausgestrichen werden, von 1,1 auf 1,0 Prozent.

Die Zahlen sind vor allem für die Europäische Zentralbank (EZB) wichtig. Sie strebt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent für den Euro-Raum an, die sie als ideal für die Konjunktur ansieht.

6 – Geschäftsbericht der Deutschen Börse

Das Unternehmen wird am heutigen Freitag unter anderem offenlegen, was der seit Anfang 2018 amtierende Chef Theodor Weimer und dessen Vorstandskollegen im vergangenen Jahr verdient haben. 2017 war die Vergütung des Gesamtvorstands um ein Viertel auf 15,3 Millionen Euro gesunken, weil Deutschlands größter Börsenbetreiber wesentliche Ziele verfehlt hatte. Im vergangenen Jahr lief es jedoch besser.

Der Konzern übertraf – auch dank starken Rückenwinds von den Märkten – die ausgegebenen Ziele. Darüber hinaus dürfte die Deutsche Börse im Geschäftsbericht detailliert beschreiben, welche Ziele sie im Rahmen ihrer überarbeiteten Strategie bis 2020 erreichen will und welche Fortschritte sie dabei bereits gemacht hat.

7 – Erster Hexensabbat des Jahres

Am Freitag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus, der sogenannte große Verfallstag. Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. Stärkere Kursausschläge an solchen Tagen gibt es vor allem bei Aktien-Schwergewichten in den entsprechenden Indizes.

Hinter diesen Schwankungen stehen Spekulanten. Große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen vorher die aktuellen Kurse auf jene Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind – was für Kleinanleger eher uninteressant und vor allem risikoreich ist.

Termine Unternehmen am 15. März

  • 07:00 Uhr, Niederlande: Shop Apotheke Jahreszahlen (endgültig)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Westwing Group Jahreszahlen (endgültig)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Bechtle Jahreszahlen (endgültig)
  • 10:30 Uhr, Deutschland: Altana Bilanz-Pk, Düsseldorf
  • Schweiz: UBS Geschäftsbericht
  • Deutschland: Volkswagen Konzern Auslieferungen 02/19
  • Deutschland: Porsche AG Jahreszahlen
  • Deutschland: Deutsche Börse Geschäftsbericht
  • Italien: Eni Business Update Call
  • Schweden: Hennes & Mauritz Trading Update Q1/19
  • Frankreich: Sitzung Verwaltungsrat von Renault

Termine Konjunktur am 15. März

  • Japan: BoJ Zinsentscheid
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Index der Großhandelspreise 02/19
  • 08:00 Uhr, EU: Acea Kfz-Neuzulassungen 02/19
  • 11:00 Uhr, EU: Verbraucherpreise 02/19
  • 13:30 Uhr, USA: Empire State Index 03/19
  • 14:15 Uhr, USA: Industrieproduktion 02/19
  • 14:15 Uhr, USA: Kapazitätsauslastung 02/19
  • 15:00 Uhr, USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 03/19 (1. Umfrage)
  • EU: Moody's Ratingergebnis Italien, Serbien
  • EU: S&P Ratingergebnis Österreich, Portugal, Malta, Luxemburg,
  • EU: Fitch Ratingergebnis Schweiz

Sonstige Termine

Deutschland: Großer Verfallstag „Hexensabbat“ an der Börse

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