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13.07.2019

16:19

Dax aktuell

Dax erholt sich von Daimler-Gewinnwarnung und schließt kaum verändert

Von: Leonidas Exuzidis, Philipp Frohn

Die Gewinnwarnung von Daimler hat an der Börse für Überraschung gesorgt. Doch die Prognose haben Anleger rasch verkraftet und der Dax hat sich deshalb kaum bewegt.

Anleger werden mit einer erneuten Gewinnwarnung konfrontiert. Reuters

Handelssaal in Frankfurt

Anleger werden mit einer erneuten Gewinnwarnung konfrontiert.

Düsseldorf Der Dax beendet die Handelswoche ohne nennenswerte Bewegung. Mit einem Schlusskurs von 12.321 Punkten kratzt er vergeblich an der Marke von 12.400 Punkten. Von den Ereignissen des Morgens hatte sich der Leitindex schnell erholt: Nachdem die Gewinnwarnung des Autobauers Daimler das Börsenparkett bestimmt hatte und die positiven Vorgaben strich, trotzen die Anleger der Prognose.

Noch zu Handelsbeginn rutschte die Daimler-Aktie um bis zu 4,2 Prozent in die Verlustzone und gab dem Dax einen Dämpfer. Im Laufe des Vormittags aber holte Daimler einen Teil seiner Verluste wieder ein und notierte 0,9 Prozent tiefer. „Da der Autokonzern bereits vor einigen Wochen die Gewinnprognose gekürzt hatte, halten sich die Auswirkungen auf die gesamte Automotivbranche in Grenzen“, sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank gegenüber der Deutschen Pressagentur. Anleger würden darauf hoffen, dass sich die Gewinnprobleme auf Daimler beschränken und andere Autobauer wie VW besser abschneiden könnten.

Angesichts des Daimler-Verlusts fielen auch zuerst weitere Autowerte ins Minus, erholten sich aber auch im Tagesverlauf und konnten sogar Zuwächse verzeichnen. Die Aktien der Autobauer BMW und Volkswagen legten zu, die Titel des Automobilzulieferers Continental schossen gar um 2,2 Prozent ins Plus.

Gewinnwarnungen sind für Anleger in dieser Woche nichts Neues mehr. Bereits die Korrekturen des Dax-Konzerns BASF hatten Investoren in Aufruhr versetzt – statt einer Erhöhung um bis zu zehn Prozent besteht nunmehr die Gefahr. dass das Ergebnis plötzlich um fast ein Drittel einbrechen könnte.

Am Donnerstag folgten unter anderem Krones, der Weltmarktführer von Abfüllanlagen, die Deutsche Beteiligungs AG und der Maschinenbauer Aumann. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader findet gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters deutliche Worte: „Die Angst der Anleger vor weiteren solchen Hiobsbotschaften nimmt von Tag zu Tag zu.“

Anleger strafen diese Entwicklung mit Kursverlusten. Am Donnerstag hatte der Dax vergeblich mit der Marke von 12.400 Punkten gekämpft und letztlich 0,3 Prozent verloren. Bei BASF war der Abschlag aber vergleichsweise moderat mit weniger als fünf Prozent.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, gewann an diesem Freitag 0,19 Prozent auf 25.807 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,1 Prozent nach oben.

Ein besonders positives Bild zeigt sich derzeit in den USA, wo die wichtigsten Indizes einmal mehr auf Rekordjagd gehen. So überstieg der Index der Standardwerte hält seine Marke vom Vortag und notiert zum Handelsstart erneut über 27.000 Punkten.

Dass die geldpolitischen Zügel auch im Euroraum locker bleiben werden, daran hat der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi zuletzt keinen Zweifel gelassen. Seine designierte Nachfolgerin Christine Lagarde dürfte diesen Kurs fortsetzen, urteilen Experten. Doch an den Börsen hierzulande hat die anhaltend expansive Politik der Notenbank deutlich weniger positive Effekte.

Einzelwerte im Fokus

Volkswagen: Anleger blickten zum Ende der Handelswoche gespannt nach New York, wo VW und Ford ihre Allianz bekanntgaben. Die beiden Autobauer wollen künftig beim autonomen Fahren und in der Elektromobilität eng zusammenarbeiten. Dafür will VW im Rahmen einer erweiterten Allianz Milliarden in Fords Tochter Argo AI investieren. Ford beabsichtigt, dafür im Gegenzug Hunderttausende Fahrzeuge für den Markt in Europa auf der E-Auto-Plattform MEB von VW fertigen.

„Unsere Allianz mit Ford entwickelt sich immer vielversprechender. Wir prüfen auch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit“, sagte Diess bei einer Pressekonferenz an der Wall Street. Bislang kooperieren sie bereits im Bereich der Nutzfahrzeuge. Der Aufsichtsrat der Wolfsburger gab am Donnerstag dafür wie erwartet grünes Licht. Dennoch gaben VW-Aktien zum Auftakt fast ein Prozent nach, ehe sie ins Plus drehten.

Deutsche Bank: Die Analysten der UBS setzten die Titel auf „Neutral“ von „Sell“ herauf – und die Deutsche Bank damit zeitweise an die Dax-Spitze. Die Aktien des Geldhauses stiegen zuletzt 6,74 Euro. Im Handelsblatt-Interview hatte Vorstandschef Christian Sewing außerdem die Grundzüge des geplanten Umbaus näher beschrieben.

Healthineers: Die Siemens-Medizintechnik Tochter war ein großer Verlierer. Ihre Papiere fielen um zuletzt 1,45 Prozent und bauten damit ihre Verluste in zwei Tagen auf knapp 8 Prozent aus. Im Vorfeld hatte HSBC-Analyst Richard Latz seine Kaufempfehlung für die Aktie gekappt.

Analystencheck

Trotz der jüngsten Reduzierung der Umsatz- und Ergebnisprognosen sind die Analysten der LBBW weiter von Fuchs Petrolub überzeugt. Sie haben ihr Anlageurteil für die Aktie des Schmierstoffherstellers mit „halten“ bestätigt. In Zukunft bestünden gute Wachstumschancen und die Dividende könnte steigen.

Mit Agenturmaterial

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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Kommentare (1)

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Herr Jobst Deterding

12.07.2019, 19:08 Uhr

Jedem, der in deutsche Aktien investiert ist müssen die Augen tränen, wenn er den Dow Jones immer
weiter steigen sieht. Es sollte ein Warnsignal für die deutsche Politik sein, wenn Weltfirmen wie BASF,
Daimler und Co. massive Gewinnwarnungen aussprechen. Man kann nicht alle Schuld den USA
anlasten - die Zinsen sind viel höher als in der EU - und trotzdem laufen die Gewinne. Politiker und
Manager sollten mal nachdenken woran das liegt und nicht nur auf hohe Abfindungen schielen bzw. an
ihren Stühlen festkleben.

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