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05.04.2019

17:47

Dax aktuell

Dax schließt erstmals in diesem Jahr über 12.000 Punkten

Von: Jürgen Röder, Lilian Fiala

Der deutsche Leitindex erreicht kein neues Jahreshoch, geht aber mit dem höchsten Schlusstand 2019 aus dem Handel. Die Commerzbank legt weiter zu.

Dax: Positive Signale im Handelsstreit lassen die Anleger hoffen dpa

Dax-Kurve

Der verfremdete Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt.

FrankfurtTrotz überraschend guter US-Arbeitsmarktdaten konnte der Dax am dritten Tag in Folge kein neues Jahreshoch erreichen. Dafür schloss der Index mit dem höchsten Schlusstand des Jahres, bei 12.010 Punkten und einem Plus von 0,2 Prozent. Am Donnerstag hatte der Dax mit 12.029 Punkten ein neues Jahreshoch erreicht.

Geht das in solch einem Tempo weiter? Wahrscheinlich nicht, denn mittlerweile hat der Dax Korrekturpotenzial aufgebaut, da Anleger nun Gewinne mitnehmen dürften. „Der Trend nach oben ist zwar weiterhin intakt, aber ein paar Punkte im Rückwärtsgang selbst bis zu einem Test der 200-Tage-Linie von oben wären nicht ungesund, sondern eher förderlich für eine längerfristige Bewegung in Richtung der alten Hochs“, meinen die Analysten des Online-Brokers CMC Markets.

Aktuell ist das Korrekturpotenzial aber noch gering: Bei institutionellen Anlegern besteht noch erheblicher Kaufbedarf, meint Verhaltensökonom Joachim Goldberg nach Auswertung der Anlegerumfrage der Börse Frankfurt. „Es ist diese Nachfrage, die dem Dax gerade bei deutlicheren Rücksetzern eine gute Stütze sein wird“, schlussfolgert er aus den Umfragewerten dieser Woche.

Unbeeindruckt zeigten sich die Anleger am Freitag von den guten US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahlen zum Beschäftigungsaufbau in den USA liefern Rückschlüsse auf die Lage der weltgrößten Volkswirtschaft.

Nach einem Durchhänger hat sich der US-Arbeitsmarkt im März wieder kräftig berappelt. Die Regierung in Washington meldete am Freitag 196.000 neue Stellen. Experten hatten mit lediglich 180.000 gerechnet, nach revidiert neuen 33.000 Jobs im Februar. Damit war der Stellenaufbau nun wieder weit stärker als nötig wäre, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Dafür ist Volkswirten zufolge eine Zahl von rund 100.000 neuen Jobs pro Monat erforderlich.

Die getrennt von der Stellenzahl ermittelte Arbeitslosenquote verharrte bei 3,8 Prozent. Die US-Notenbank (Fed), die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten eine Leitzinspause ausgerufen, nachdem sie den Schlüsselsatz voriges Jahr vier Mal angehoben hatte – zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

US-Präsident Donald Trump schlug der Fed am Freitag hingegen eine Zinssenkung vor. „Persönlich glaube ich, die Fed sollte die Zinsen senken“, sagte Trump.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Wohnen: Die Enteignungsdebatte in Berlin trifft den Aktienkurs des Unternehmens weniger. Die Aktie notierte zwar am Freitag rund 0,4 Prozent im Minus. Doch in den vergangenen sechs Monaten konnte das Papier mehr als sechs Prozent zulegen. In der Bundeshauptstadt will die Initiative „Startschuss für den Volksentscheid“ über ein Volksbegehren ein Gesetz herbeiführen, über das am Ende private Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet werden können, allen voran die Deutsche Wohnen. Mit mehr als 100.000 Wohnungen ist der Konzern größter Vermieter in der Hauptstadt.

Deutsche Bank/Commerzbank: Die EZB würde eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank nach Darstellung eines Insiders wohl nur gestatten, wenn diese ihre Kapitalpuffer aufpolstern. „Die Gespräche sind noch nicht so weit fortgeschritten, als dass man die Höhe des potenziellen Kapitalbedarfs definieren könnte“, sagte die mit den Gesprächen hinter den Kulissen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Verhandlungen der beiden Banken kämen voran.

Unterdessen hat Commerzbank-Chef Martin Zielke versucht, Mitarbeiter der Bank von den Vorteilen einer Fusion mit der Deutschen Bank zu überzeugen. „Die Alternative, nichts zu tun, gibt es nicht.“ Die Commerzbank-Aktie, die am Donnerstag noch um 2,8 Prozent stieg, legte weitere 1,66 Prozent zu. Das Papier der Deutschen Bank verlor hingegen 1,2 Prozent an Wert.

Leoni: Mit einem Kursplus von 4,9 Prozent ist der Autozulieferer Leoni erneut einer der Gewinner im SDax. Die Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler vom Donnerstag wirkt offenbar noch nach.

Was die Charttechnik sagt

Nach zwei neuen Jahreshochs in Folge und dem Überwinden der Marke von 12.000 Zählern hat der deutsche Leitindex allmählich kurzfristiges Korrekturpotenzial. Der Index ist sehr schnell gestiegen, viele Anleger wollen schließlich Gewinne mitnehmen. Doch selbst wenn die Frankfurter Benchmark auf 11.616 Zähler fallen sollte, an den mittelfristig freundlichen Aussicht für den Index würde sich dadurch nichts ändern. Der Punktestand würde auch mit der 200-Tage-Linie harmonieren, die derzeit knapp unter 11.700 Punkten liegt.

Finanzmärkte: Dax auf Jahreshoch – Wie lange hält der Aufschwung?

Finanzmärkte

Dax auf Jahreshoch – Wie lange hält der Aufschwung?

Einigen Experten wird die Rally langsam unheimlich. Am Mittwoch kletterte der Leitindex auf ein Jahreshoch – die 12.000-Punkte-Marke scheint greifbar.

Die Kaufsignale (neues Jahreshoch und 200-Tageline überwunden) sind immer noch intakt. Ein Blick auf den langfristigen Chart zeigt: Fast immer stieg der Dax für eine längere Zeit weiter, wenn er die 200-Tage-Linie überwunden hatte.

Kurzfristig gilt: Bleibt der Dax oberhalb der Marke von 11.938 Zählern, die am Donnerstag erstmalig überwunden wurde, sollten Anleger für die kommenden Handelstage in Richtung 12.329 Zähler denken. Kurse darüber sind Träume von extremen Optimisten. Aber wer hat an 12.000 Punkte geglaubt, als der Dax Ende Dezember 2018 bei 10.279 Zählern notierte?

Analystencheck: Goldman Sachs empfiehlt den Verkauf der Tesla-Aktie

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Tesla auf „verkaufen“ mit einem Kursziel von 210 Dollar belassen. Die vom US-Elektroautobauer vorgelegten Zahlen zur Produktion und zu den Auslieferungen im ersten Quartal seien weit schlechter als befürchtet ausgefallen, schrieb Analyst David Tamberrino in einer Studie. Die Nachfrage könnte unter dem Auslaufen von Steuernachlässen für Kunden von Tesla gelitten haben.

Der Handelsblatt-Analystencheck zeigt bei der Tesla-Aktie ein ungewöhnliches Verhältnis: Von den Studien, die sich mit der Aktie beschäftigt haben, empfehlen 21 die Aktie zum Verkauf. Den drei Kaufempfehlungen steht drei Mal der Rat „halten“ gegenüber.

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