MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2019

17:53

Dax aktuell

Dax schließt leicht im Plus – Bayer-Aktie größter Verlierer

Von: Jürgen Röder

Nach einem Jahreshoch rutscht der Dax zunächst ins Minus, schließt dann aber im Plus. Die Bayer-Papiere leiden in Folge der turbulenten Hauptversammlung.

Dax: Positive Signale im Handelsstreit lassen die Anleger hoffen dpa

Dax-Kurve

Der verfremdete Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt.

FrankfurtEin fast unglaublicher Börsenmonat für deutsche Aktien neigt sich dem Ende zu: Mehr als 800 Punkte hat der Dax im April bereits zulegt, das entspricht einem Plus von fast 7,8 Prozent. Auch an diesem Montag markierte der Dax im Vormittagshandel mit 12.374 Zählern ein Jahreshoch.

Nachdem der Index dann aber den Großteil des Nachmittags im Minus notierte, schloss er mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 12.334 Punkten. Am Freitag war der Leitindex bei 12.315 Punkten aus dem Handel gegangen.

Viele Anleger warten nach solch einem Börsenmonat auf einen Rücksetzer. Schließlich ist der Index seit Dezember 2018 um fast 2000 Punkte gestiegen, so stark hat er seit fast genau zwei Jahren nicht mehr zugelegt.

Damals gab es einen ähnlich großen Anstieg von einem ähnlichen Kursniveau aus. Vor zwei Jahren stieg der Index von Mitte Dezember 2016 bis Anfang April 2017 um rund 2000 Punkte von einem Niveau, das lediglich etwa 200 Zähler höher lag. Im April 2017 folgte dann eine Korrektur um 500 Punkte. Danach ging es weiter nordwärts.

Doch da extrem viele Privatanleger auf diesen Rücksetzer warten und entsprechend an der Börse handeln, dürfte diese Korrektur noch auf sich warten lassen. Das Verhalten ist ablesbar am Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart.

Dieser Indikator ist auf den tiefsten Stand seit September 2017 gefallen und zeigt damit an: Private Anleger haben extrem viele Put-Produkte im Depot, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen. Mit diesem Verhalten setzen sie entweder auf eine Korrektur oder wollen zumindest ihre hohen Buchgewinne sichern. Offenbar wirken die hohen Kursverluste Ende des vergangenen Jahres noch nach.

Solch ein Verhalten ist eher ein Kontraindikator: Solange so viele Put-Produkte in den Depots liegen, dürfte solch eine Korrektur zumindest nicht sehr groß ausfallen.

Derzeit lohnt sich immer wieder ein Blick auf die Devisenmärkte. Der Euro notiert mit 1,1160 Dollar nahe dem tiefsten Stand seit Juli 2017. Bisher war 1,12 Dollar eine wichtige Haltemarke.

Doch nach Meinung von Devisenexperten besteht mittlerweile Aufwertungspotenzial für die europäische Gemeinschaftswährung. Sie begründen dies unter anderem mit der Kursreaktion nach dem überraschend starken US-Wirtschaftswachstum. Denn das Wirtschaftswachstum ist deutlich gestiegen, der Dollar aber nicht mehr.

„Wenn selbst so gute US-Daten dem Dollar nicht weiter Auftrieb verleihen, dann ist er offensichtlich extrem teuer, und es ist wahrscheinlich, dass er in nächster Zeit nachgibt“, meinen die Commerzbank-Experten.

Aktie unter der Lupe: Nach dem Fusions-Aus steigt der Reformdruck auf die Deutsche Bank

Aktie unter der Lupe

Nach dem Fusions-Aus steigt der Reformdruck auf die Deutsche Bank

Keine Coba: Deutsche-Vorstandschef Sewing gehen aus Sicht von Analysten die Optionen aus für sein Institut aus. Das schlägt auf die Aktie durch.

Zudem sollten Investoren die türkische Lira und den argentinischen Peso im Blick behalten. Die Türkei und Argentinien geraten an den Kapitalmärkten erneut unter Druck. Die Parallelen zum Ausverkauf in den Schwellenländern im vergangenen Jahr sind groß.

Der Euro hat sich beispielsweise in den vergangenen zwei Jahren gegenüber dem argentinischen Peso von 17 auf 51 fast verdreifacht. Auch der Kursverfall der türkischen Lira ging zunächst an diesem Montag weiter. Die Währung fiel auf 6,65 gegenüber dem Euro – dem höchsten Wert seit Oktober 2018. Aktuell ist ein Euro 6,62 Lira wert.

Blick auf die Einzelwerte

Covestro: Deutliche Preisrückgänge wegen eines härteren Wettbewerbs haben den Gewinn des Kunststoffkonzerns Covestro zum Jahresstart wie erwartet spürbar belastet. Der Umsatz fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 16 Prozent auf 3,18 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdienten die Leverkusener mit 179 Millionen Euro rund 72 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei den Aktionären kamen die Zahlen anfangs nicht gut an. Die Aktie verlor zunächst mehr als drei Prozent, die Aktie schloss 1,25 Prozent im Minus.

Deutsche Bank: Noch am Freitag verlor das Papier 1,8 Prozent, am heutigen Montag liegt die Aktie bei Dax-Schluss 0,74 Prozent im Plus. Es gab auch mehrere negative Analystenkommentare. Die anderen Meldungen zur Bank sind widersprüchlich: Aufsichtsratschef Paul Achleitner lehnt einen Strategiewechsel bei der Investmentsparte ab und Vorstandschef Christian Sewing setzte in einem Interview die Investmentbanker seines Hauses unter Druck.

Commerzbank: Vorstandschef Martin Zielke deutet mögliche Änderungen der Strategie seines Instituts im Herbst an. „Wir werden im Herbst, wenn der übliche Strategiezyklus ausläuft, prüfen, ob wir an der einen oder anderen Stelle noch einmal nachschärfen“, sagte Zielke im Gespräch mit dem Handelsblatt. Als Misstrauensvotum gegen die eigene aktuelle Strategie will Zielke das aber nicht verstanden wissen. Die Aktionäre begrüßen die Ankündigung mit einem Kursplus von 2,72 Prozent.

Bayer: Nach dem Denkzettel für den Vorstand bei der Hauptversammlung will der Großaktionär Union Investment dem Management eine zweite Chance einräumen. Die Aktionäre seien mit den Rechts- und Reputationsrisiken und den damit verbundenen massiven Kursverlusten zwar extrem unzufrieden, erklärte Janne Werning von der Fondsgesellschaft. „Vorstand und Aufsichtsrat haben jedoch eine zweite Chance verdient, um die Risiken in den Griff zu bekommen und das Unternehmen wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zurückzuführen.“ Der Bayer-Vorstand war am Freitag von den Aktionären nicht entlastet worden. Der Kurs der Aktie fällt um 3,51 Prozent.

Dax-Umfrage: Anleger setzen auf Sicherheit und wollen deutlich mehr Aktien verkaufen

Dax-Umfrage

Anleger setzen auf Sicherheit und wollen deutlich mehr Aktien verkaufen

Die Investitionsbereitschaft der Privatanleger sinkt deutlich. Das war in der Vergangenheit häufig Vorläufer einer Marktkorrektur.

Wirecard: Mit dem japanischen Großaktionär Softbank im Rücken sieht der Zahlungsabwickler aus dem bayerischen Aschheim Spielraum für Übernahmen. „Zukäufe sind für uns opportunistisch, um neue Märkte oder Kundenportfolios zu erschließen“, sagte Finanzvorstand Alexander von Knoop der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Die Aktie steigt zunächst um 2,2 Prozent, liegt bei Börsenschluss noch 1,12 Prozent im Plus und zählt damit zu den Top-Gewinnern.

Philips: Der niederländische Konkurrent der Siemens-Tochter Healthineers hat im ersten Quartal etwas schwächer abgeschnitten als erwartet. Der niederländische Medizintechnikkonzern steigerte das operative Ergebnis (Ebita) um sechs Prozent auf 364 Millionen Euro und blieb damit hinter den Analystenschätzungen von 371 Millionen Euro zurück. Auch beim Umsatz fiel der Zuwachs mit einem Plus von zwei Prozent schwächer aus als erwartet. Die Aktie steigt aber um 2,29 Prozent.

Washtec: Bei dem Augsburger Waschanlagen-Hersteller ist das Großkunden-Geschäft schleppend angelaufen. Der Umsatz trat deshalb im ersten Halbjahr mit 92,3 (2018: 91,5) Millionen Euro auf der Stelle. Das Ergebnis vor Steuern brach unter anderem wegen höherer Personalkosten um die Hälfte auf 2,5 (5,3) Millionen Euro ein. Washtec bekräftigte aber, dass Umsatz und operativer Gewinn (Ebit) im laufenden Jahr jeweils deutlich zulegen sollen. Das zweite Halbjahr soll einen Wachstumsschub bringen, was die Anleger aber bezweifeln. Die Aktie rutscht um 5,97 Prozent ab.

Was die Charttechnik sagt

Kurzfristig sind zwei Marken aus charttechnischer Sicht wichtig: auf der Oberseite das Jahreshoch bei 12.374 Punkten vom heutigen Montagvormittag. Und auf der Unterseite ist das Korrekturtief bei 12.236 Zählern wichtig. Ein Kurs ober- oder unterhalb dieser Werte dürfte prozyklisch weitere Kursgewinn sowie -verluste nach sich ziehen.

Doch mittelfristig stören Rücksetzer unter die 12.000er-Marke den Aufwärtstrend seit Ende Dezember nicht. Aus Sicht der Charttechnik gilt: Solange der Leitindex oberhalb der Marke von 11.938 Zählern bleibt, sind die Aussichten für weitere Kurssteigerungen positiv.

Neues Handelsblatt-Tool

Beobachten Sie die Profis - und seien Sie vor Leerverkäufen gewarnt

Neues Handelsblatt-Tool: Beobachten Sie die Profis - und seien Sie vor Leerverkäufen gewarnt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Warum 11.938 Punkte so wichtig sind? Die Marke ist die 50-prozentige Korrekturmarke des Abwärtstrends seit dem Allzeithoch von 13.596 Zählern bis hin zum mehrjährigen Allzeittief von 10.279 Punkten Ende Dezember 2018. Die stabilste Unterstützung liegt um 11.700 Punkte, wo die 38- und die 200-Tage-Linien verlaufen.

Ein ganz besonderes charttechnisches Ereignis gab es am vergangenen Freitag: Die 50-Tage-Linie hat den 200-Tage-Durchschnitt von unten nach oben geschnitten. Das ist ein „Goldenes Kreuz“. Es gilt unter technischen Analysten als starkes mittelfristiges Kaufsignal. Beim Dax hat es das seit August 2016 nicht mehr gegeben.

Damals notierte der Dax im 10.500er-Bereich und legte dann in zehn Monaten um fast ein Viertel zu. „Jetzt wäre das Allzeithoch 13.596 Punkte das natürliche Ziel, wozu circa 1.200 Zähler oder knapp elf Prozent fehlen“, rechnen die Charttechniker der Bank HSBC vor. „Über den Umweg einer möglichen Konsolidierung könnte das Top in Angriff genommen werden.“

Für längerfristige Investoren lohnt sich ein Blick auf die 200-Tage-Linie: Fast immer stieg der Dax für eine längere Zeit weiter, wenn er diese 200-Tage-Linie überwunden hatte. Der Durchschnitt notiert aktuell bei 11.683 Zählern mit nur noch minimal fallender Tendenz. In wenigen Handelstagen dürfte diese Linie wieder steigen, was als Signal für einen länger anhaltenden Aufwärtstrend gilt.

Goldman Sachs erhöht Kursziel für die Puma-Aktie

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Puma nach Quartalszahlen von 600 auf 606 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Analyst Richard Edwards erhöhte in einer am Freitag vorliegenden Studie die Schätzung für den operativen Gewinn des Sportartikelherstellers in diesem Jahr leicht. Im zweiten Quartal werde der um Wechselkurseffekte bereinigte Umsatz voraussichtlich um elf Prozent zulegen.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×