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03.06.2019

18:01

Dax aktuell

Dax schließt nach Aufholjagd im Plus – Deutsche-Bank-Aktie unter sechs Euro

Von: Jürgen Röder

Am Montag haben einige Dax-Werte wichtige Marken durchbrochen. Die Deutsche-Bank-Aktie fällt auf ein Rekordtief, das größte Minus verbucht aber Infineon.

Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax dpa

Dax-Kurve

Der verfremdete Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt.

FrankfurtDer Dax hat am Montag nach einer Aufholjagd im Plus geschlossen. Nachdem sich am Vormittag die Kursverluste aus dem Vormonat fortgesetzt hatten, machte das Deutsche Börsenbarometer von einem Tagestief von 11.621 Zählern ausgehend mehr als 170 Punkte gut und ging 0,6 Prozent höher bei 11.793 Zählern aus dem Handel.

Trotzdem schauten Anleger nicht allzu optimistisch in die Zukunft. „Ob sich die Aktienmärkte im Juni wieder fangen können, ist aufgrund der zahlreichen Risiken fraglich“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Denn US-Präsident Donald Trump habe mit Mexiko eine weitere Front im Handelskrieg eröffnet. Zudem habe sich das Verhältnis zu China noch einmal zum Schlechteren gewendet.

Im zurückliegenden Monat hat sich die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ bewahrheitet. Der Dax verlor im Mai insgesamt 750 Punkte oder mehr als fünf Prozent, nachdem er sich zunächst nur mit Mühe über der Marke von 11.800 Punkten gehalten hatte. Doch neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump schickten den Dax am Freitag eine Etage tiefer. Der deutsche Leitindex schloss Ende der vergangenen Woche 1,5 Prozent im Minus bei 11.727 Punkten – der tiefste Stand seit April.

Anleger legen deswegen eine höhere Risikoaversion an den Tag und schichten ihr Geld aus Aktien in eher sichere Staatsanleihen um. Entsprechend markierte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bereits am vergangenen Freitag mit minus 0,21 Prozent ein neues Rekordtief, das am Montag mit minus 0,216 Prozent noch einmal unterboten wurde. Nach Ansicht der Charttechnik könnte die Rendite sogar auf minus 0,4 Prozent fallen. Auch der Goldpreis zog noch einmal an auf 1318,59 Dollar je Feinunze – der höchste Kurs seit Ende März.

Der weltweite Rückgang der Anleiherenditen macht vor allem Finanzwerten zu schaffen. Zu den größten Verlierern zählten hier die Titel der Deutschen Bank. Sie fielen erstmals in ihrer Geschichte unter die Marke von sechs Euro.

Gegensätzlich entwickeln sich die Renditen der italienischen Staatsanleihen. Aufgrund von Medienberichten über eine angeblich bevorstehende Rücktrittsdrohung von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte ziehen sich Anleger aus italienischen Staatsanleihen zurück. Dies treibt die Rendite der zehnjährigen Titel auf 2,696 von 2,663 Prozent. Medienberichten zufolge will Conte im Haushaltsstreit mit der EU die Regierungsparteien unter Druck setzen.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Bank: Die Talfahrt hält an. Die Aktie des Geldhauses rutschte am Montag erstmals unter die Marke von sechs Euro und verbilligte sich um bis zu 4,6 Prozent auf 5,80 Euro. Damit schrumpft der Börsenwert des Instituts auf 12,3 Milliarden Euro. Die Aktie schloss schließlich 1,8 Prozent im Minus bei 5,98 Euro. Ein unmittelbarer Abstieg aus der ersten deutschen Börsenliga droht allerdings nicht, da vier andere Dax-Werte eine noch geringere Marktkapitalisierung aufweisen.

Infineon: Der Chiphersteller will für neun Milliarden Euro den US-Rivalen Cypress Semiconductor kaufen. Der Dax-Konzern bietet für das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien 23,85 Dollar je Aktie in bar. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden. Durch den Erwerb von Cypress stärke Infineon die Ausrichtung auf wachstumsträchtige Geschäftsfelder. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Die Infineon-Aktien verlor 8,1 Prozent.

Wirecard: Die Achterbahnfahrt der Aktie geht weiter. Minus 8,7 Prozent lautete Bilanz am Freitag, am Montag legte das Papier wieder 3,6 Prozent zu. Firmenchef Markus Braun hatte getwittert, sein Unternehmen steuere auf ein „herausragendes“ Halbjahresergebnis zu.  Viele Analysten sind für die weitere Kursentwicklung der Aktie optimistisch.

Thyssen-Krupp: Zwischen den Extremen schwankte der Aktienkurs des Industriekonzerns. Die Aktien fielen zunächst um 2,7 Prozent und waren mit 11,03 Euro so billig wie zuletzt vor knapp 16 Jahren, doch zum Börsenschluss lag die Aktie 2,4 Prozent im Plus.

Bilfinger: Nach dem Erholungsversuch vom Brückentag gerieten Bilfinger-Papiere mit minus 6,1 Prozent wieder schwer unter Druck. Für Mollstimmung bei den Anlegern sorgte die Gewinnwarnung der Kier Group. Die Aktien des britischen Wettbewerbers brachen um bis zu 40 Prozent ein.

Was die Charttechnik sagt

Mit den neuerlichen Kursverlusten hat sich die technische Lage verdüstert. Selbst der Unterstützungsbereich um 11.800 Punkte hielt nicht stand. Nun drohen weitere Kursverluste. Vermutlich waren die Zugewinne heute nur eine sogenannte technische Gegenreaktion. Das Korrekturtief von 11.662 vom vergangenen Freitag wurde heute bereits zur Handelseröffnung mit 11.622 Zählern unterboten.

Die nächsten Kursziele finden sich in Form der 100- und 200-Tagelinien bei 11.631 bzw. 11.620 Zählern. Wichtiger ist die 200-Tagelinie, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird. Noch fällt diese Linie, wird aber bald wieder ansteigen, weil die Kursverluste von Anfang Juni des vergangenen Jahres nun bei der Korrektur herausgerechnet werden.

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Kommentare (1)

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Herr Hans Nitschmann

03.06.2019, 19:51 Uhr

Europäisch-amerikanischer Aktienvergleich: „Die Bilanz für Europa ist verheerend:

Der Redakteur hat etwas sehr wichtig nicht erwähnt, und zwar: Eine der größte Gründe weshalb die USA Aktien in den letzten Jahren so gestiegen sind, in vergleich zu europäischen Markt ist weil in Zeiten der Unstabilität, (Iran, Südkorea, Brexit, Rechts Popularität, usw.) fliest das Geld nach das "Beste der Schlechten" (auf englisch: best of the worst), nämlich in die USA, und genau in blue chips in den US Börsen. Dort sind die liquidesten Märkte wo das schlaue Geld hinfliegt. In den letzten Jahren floßen ein Tsunami an Gelder aus Europa, Mittelosten, und und und. Das der Redakteur es noch nicht gesehen hat, ist mir ein Rätsel.

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