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21.10.2019

18:01

Dax aktuell

Dax steigt Richtung Jahreshoch – Wirecard-Aktie gewinnt mehr als sechs Prozent

Von: Lilian Fiala, Charlotte Raskopf

Anleger hoffen auf ein gutes Ende beim Handelsstreit und beim Brexit-Drama und kaufen entsprechend Aktien. Das dritte große Thema des Tages ist Wirecard.

picture alliance/dpa

Börse Frankfurt

Düsseldorf Auch in der neuen Handelswoche lässt der Brexit die Anleger nicht los. Es gab wieder eine Schlappe für Boris Johnson im britischen Parlament: Parlamentspräsident John Bercow hat entschieden, dass nicht am Montag über Johnsons Brexit-Deal abgestimmt werden soll.

Bei den Anlegern scheint aber offenbar die Hoffnung zu überwiegen, dass es nicht zu einem ungeordneten Brexit kommt. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss 0,9 Prozent im Plus bei 12.748 Punkten. Das deutsche Börsenbarometer erreichte im Tagesverlauf sogar 12.787 Zähler und lag damit nur noch knapp unter dem bisherigen Jahreshoch von 12.814 Zählern, das der Index am vergangenen Donnerstag markierte.

Der MDax für die mittelgroßen Unternehmen und der Euro Stoxx 50 verzeichneten ebenfalls ein Plus von 0,9 beziehungsweise 0,7 Prozent. Am Freitag war der Dax kaum verändert aus dem Handel gegangen. Er schloss 0,17 Prozent tiefer bei 12.633 Zählern.

Vergangene Woche hatte das britische Parlament erneut gegen das Brexit-Abkommen gestimmt und die Abstimmung über den von Premierminister Boris Johnson ausgehandelten Austrittsvertrag verschoben. Der Premier schickte daraufhin, wie per Gesetz gefordert, einen Brief, in dem er die EU um einen Brexit-Aufschub bat. Diesen Brief unterschrieb der Premier jedoch nicht. In zwei weiteren Briefen stellte er klar, dass er selbst nichts von dieser Forderung hält.

Wann erneut über den Vertrag abgestimmt wird, ist noch unklar. „Das Risiko eines No-Deal-Brexits scheint jetzt aber minimal zu sein, und die Chancen für eine Vereinbarung sind deutlich höher als noch vor ein paar Wochen“, sagte Rupert Thompson, Chefanalyst beim Vermögensberater Henderson Rowe gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Außerdem verwiesen Marktbeobachter auf die positive Entwicklung im Handelsstreit. Zurzeit arbeiten die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China an einem vorläufigen Abkommen. Chinas Chefunterhändler Liu He hatte in diesem Kontext am Wochenende von „substanziellen Fortschritten“ gesprochen.

Das dritte große Thema des Tages ist Wirecard. Nach den schweren Vorwürfen der Bilanzfälschung durch die „Financial Times“ hat Wirecard nun die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt.

Am Freitag hatte der Zahlungsdienstleister bereits ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro angekündigt. Analysten begrüßten diesen Schritt: „Die zusätzliche unabhängige KPMG-Prüfung sollte etwas Vertrauen zurückgeben“, schrieb DZ-Bank-Experte Harald Schnitzer.

Der Einigung auf einen Mietendeckel in Berlin setzte Immobilienwerte unter Druck. Die Papiere der Deutsche Wohnen, von Vonovia und Ado Properties verloren.

Der Euro wurde am Abend bei 1,1144 US-Dollar gehandelt. Die Ölpreise gaben deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 58,53 Dollar, ein Minus von 1,5 Prozent. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 53,10 Dollar, 1,3 Prozent weniger.

Blick auf die Einzelwerte

Wirecard: Vorstand und Aufsichtsrat von Wirecard haben sich entschlossen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen, um alle Vorwürfe, die von der britischen Zeitung „Financial Times“ aufgebracht wurden, umfassend und unabhängig aufzuklären. Die Aktien des Zahlungsdienstleister lagen zum Handelsschluss 6,4 Prozent im Plus und sind damit der Gewinner im Dax.

SAP: Der Konzern steigerte den Erlös im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben mit 1,26 Milliarden Euro 30 Prozent mehr Gewinn übrig. SAP führen seit dem 11. Oktober die bisherigen Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein. Im Dax notiert SAP rund 2,5 Prozent im Plus.

Pro Sieben Sat.1: Die Beteiligung der Metro-Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac an Pro Sieben Sat.1 hievt die TV-Senderkette im MDax nach oben. Die Aktie gewinnt rund 4,3 Prozent.

Deutsche Wohnen: Die Aussicht auf ein fünfjähriges Verbot von Mieterhöhungen in Berlin setzt den Immobilienfirmen zu. Die Papiere von Deutsche Wohnen fielen zeitweise 4,5 Prozent und liegen zum Handelsschluss 2,8 Prozent im Minus. Auch Vonovia verzeichnet Verluste von 1,2 Prozent.

Sartorius: Der Laborausrüster will in den USA zukaufen und Geschäftsanteile der US-Firma Danaher übernehmen. Das Unternehmen teilte am Montag mit, man habe eine Vereinbarung über den Erwerb von Teilen des Life-Science-Portfolios für rund 750 Millionen US-Dollar unterschrieben. Den Papieren des MDax-Konzerns verlieh das Auftrieb: Sie notieren 7,8 Prozent im Plus und sind damit die Gewinner im MDax.

BVB: Der 1:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach gibt Borussia Dortmund (BVB) Auftrieb. Die Aktien des Fußball-Bundesligisten stiegen am Montag um 1,1 Prozent.

Analystencheck: JP Morgan belässt Scout24 auf „Overweight“

Die US-Bank JP Morgan hat das Kursziel für Scout24 vor Zahlen des Online-Marktplatzbetreibers von 55 auf 58 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Die Resultate seien wahrscheinlich eher kein Kurstreiber für die Aktien, wohl aber die im Raum stehenden „strategische Alternativen“ für das Portal Autoscout24, schrieb Analyst Marcus Diebel in einer am Freitag vorliegenden Studie.

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