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20.09.2017

18:11 Uhr

Dax aktuell

Index schwach, Einzelwerte stark

Der Dax tritt auf der Stelle, doch bei den Einzelwerten geht es hoch her. Der Energiekonzern Eon verkauft seine größte Beteiligung, Thyssen-Krupp will seine Stahlsparte mit der von Tata zusammenlegen. Die Börsianer jubeln.

Börse am Abend

Dax bleibt weiterhin müde

Börse am Abend: Dax bleibt weiterhin müde

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FrankfurtVor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) herrscht am Mittwoch Stillstand, wenn auf die Gesamtheit der europäischen Aktienmärkte blickt. Bei Einzelwerten bietet sich am Mittwoch aber ein ganz anderes Bild.

Dax und EuroStoxx50 fanden bei unterdurchschnittlichen Umsätzen keine Richtung und schlossen kaum verändert bei 12.569 beziehungsweise 3.526 Punkten. Die Börsen warteten „wie das Kaninchen auf die Schlange“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Am späten Nachmittag machte die Commerzbank-Aktie einen Satz nach oben und notierte nach zwischenzeitlichen Verlusten zum Handelsschluss 2,5 Prozent im Plus. Grund: Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der italienische Rivale Unicredit an einer Übernahme des Frankfurter Bankhauses interessiert sei.

Deutschlands größtes Bankhaus führte hingegen die Liste der Dax-Verlierer an: Die Deutsche-Bank-Aktie lag zum Handelsschluss 1,7 Prozent im Minus. Dies dürfte auch daran gelegen haben, dass einer der renommiertesten Bankanalysten Zweifel darüber geäußert hatte, dass sich das Institut von Grund auf regenerieren könne.

An der Wall Street tat sich im Vorfeld der Bekanntgabe der Fed-Zinsentscheidung um 20.00 Uhr (MESZ) kaum etwas. Investoren warteten vor allem darauf, ob die Notenbank den Startschuss für den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände gibt. Der Dow Jones notierte unverändert bei 22.392 Punkten. Anleger hofften auf Hinweise am Abend, wann es zu einer weiteren Zinserhöhung kommt. „Im Allgemeinen dürfte die Fed vorsichtigere Töne anschlagen und damit einen weiteren Zinsschritt im Dezember immer unwahrscheinlicher machen“, sagte DZ-Bank Analyst Gerrit Pecksen. „In Reaktion auf etwaige Hinweise in diese Richtung könnte der US-Dollar heute unter moderaten Abgabedruck geraten.“

Welche politische Risiken Anlegern 2017 noch drohen

Mueller-Ermittlungen

Die andauernden Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller stellen eine latente Bedrohung für die Aktienmärkte dar. Seit dem 17. Mai geht der frühere FBI-Direktor möglichen Verbindungen von US-Präsident Donald Trump zu russischen Regierungskreisen nach. Über den momentanen Stand der Ermittlungen lässt sich nur mutmaßen – Mueller gibt keine öffentlichen Stellungnahmen ab.

Quelle: Die japanische Bank Nomura hat die politischen Risiken für die Märkte in den kommenden Monaten erfasst.

Bundestagswahl

Auch wenn ein Kanzlerwechsel hierzulande derzeit unwahrscheinlich erscheint: Die Bundestagswahl am 24. September wird an den Börsen genau beobachtet werden. Denn eine Veränderung der bestehenden Regierungskoalition sowie das Erstarken populistischer Kräfte könnte auf Anlegerseite ebenso zu Unsicherheiten führen.

EZB-Sitzungen

Tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), spitzen alle Börsianer ihre Ohren. Was EZB-Chef Mario Draghi bei der obligatorischen Pressekonferenz verkündet, hat mitunter gravierende Auswirkungen auf den Kursverlauf. Derzeit steigt der Druck auf die Notenbanker ihre ultralockere Geldpolitik – ob der guten Wirtschaftslage – zu beenden. Konkrete Ankündigungen werden im Herbst erwartet, nachdem Draghi Anleger auf der Sitzung Anfang September erneut vertröstet hatte.

BoE Inflation Report

Im Zuge der Brexit-Verhandlungen kommt den Berichten der Bank of England (BoE) besondere Bedeutung zu. Der nächste vierteljährliche Inflationsreport der britischen Zentralbank erscheint am 2. November. Laut dem Finanzinstitut würden die Auswirkungen des Brexit für britische Bürger schon jetzt durch steigende Lebensmittelpreise spürbar. Zuletzt hatte die Bank die Aussicht auf Wirtschafts- und Einkommenswachstum zurückgeschraubt und die Inflationsprognose auf 2,7 Prozent erhöht.

OPEC-Sitzung

Am 30. November findet die nächste Tagung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) statt – ein Schicksalstag für alle Anleger. Zuletzt hatte die OPEC eine gemeinsame Produktionskürzung beschlossen, um den Ölpreis zu stabilisieren und eine Übersättigung zu verhindern. Die Vereinbarung – mit einer Laufzeit bis Ende März 2018 – wurde jedoch nicht von allen Ländern eingehalten.

Fed-Spitze

Die erste Amtszeit der derzeitigen Fed-Chefin Janet Yellen endet im Februar 2018. Ob US-Präsident Donald Trump ihr eine zweite zugesteht, ist ungewiss. Lange Zeit galt Trump als harscher Kritiker von Yellens Niedrigzinspolitik. Neben Yellen wird der Ex-Vizechef von Goldman Sachs, Gary Cohn, als aussichtsreicher Kandidat für den Fed-Chefposten gehandelt.

Salman Ahmed, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Lombard Odier, rechnet dagegen für dieses Jahr noch mit einer Anhebung der Leitzinsen, die derzeit in einer Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent liegen. Nach dem jüngsten Inflationsbericht gehen wir davon aus, dass der Offenmarktausschuss die nächste Zinserhöhung weiterhin für Dezember plant und für 2018 und 2019 unter Umständen eine langsamere Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus vorsieht.„ Der Dollar-Index, der den Wert der US-Währung im Vergleich zu sechs anderen Devisen widerspiegelt, notierte kaum verändert bei 91,69 Punkten. Der Euro pendelte sich knapp über 1,20 Dollar ein.

Neben der Commerzbank stand vor allem der Thyssen-Krupp-Konzern im Fokus, der mit seinem indischen Rivalen Tata Steel den zweitgrößten Stahlproduzenten in Europa schmieden will. „Aus Investorensicht ist die Stahlfusion mit Tata ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Technologiekonzern“, sagte Fondsmanager Ingo Speich vom Großaktionär Union Investment. Thyssen-Titel gewannen bis zu 5,3 Prozent und schlossen am Ende des Handelstages 2,4 Prozent im Plus. Tata legten in Indien 1,8 Prozent zu. Die Konkurrenten ArcelorMittal, Salzgitter, Acerinox und Outokumpu rückten um bis zu 1,8 Prozent vor.

Börsen-Berichte

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Übernahmespekulationen trieben auch Anleger von Versorgern um. Eon gab den Startschuss für den Verkauf seines restlichen Anteils an der Kraftwerkstochter Uniper. Interesse hat der Energiekonzern Fortum aus Finnland. 2018 soll eine Entscheidung fallen. Uniper und Fortum gewannen je sechs Prozent, Eon und sein deutscher Rivale RWE legten jeweils rund drei Prozent zu.

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

20.09.2017, 19:17 Uhr

Der Dax tritt auf der Stelle, weil sie ihn festgebunden haben. Sie schämen sich doch für gar nichts mehr. Wo bleibt der Rechststaat ?

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