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20.06.2019

17:55

Dax aktuell

Kursrally geht weiter: Dax schließt auf Sieben-Wochen-Hoch – Deutsche Bank größter Verlierer

Von: Stefan Kaufmann, Julian Trauthig

Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA haben den Dax beflügelt, der Anleihemarkt reagierte deutlich. Aktien der Deutschen Bank waren deutliches Schlusslicht im Dax.

Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax dpa

Dax-Kurve

Anleger hoffen auf ein Signal der US-Notenbank.

Frankfurt Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA hat den deutschen Aktienmarkt trotz des Feiertags in vielen Bundesländern am Donnerstag beflügelt und den Leitindex Dax auf einem Sieben-Wochen-Hoch bei 12.355 Punkten (plus 0,4 Prozent) schließen lassen. Am Morgen hatte er zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch bei 12.438 Zählern erreicht.

Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, gewann an Fronleichnam 0,4 Prozent auf 25.612 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Euro-Zone schloss vergleichbar stark.

Die Kursrally im Dax wurde durch die Hoffnung auf noch niedrigere Zinsen getrieben. Am Dienstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit seinen geldpolitischen Äußerungen für Kursfantasien gesorgt, Mittwochabend legte Fed-Chef Jerome Powell nach.

Zwar ließt die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen unverändert, mögliche Senkungen in der zweiten Jahreshälfte wurden jedoch angedeutet. An den Märkten wird nun bereits für Juli mit einer Kappung des Leitzins gerechnet.

Mit dem Zinsentscheid gelang es Fed-Chef Powell, die Märkte nicht zu verunsichern. „Reifeprüfung bestanden“ kommentiert unsere Korrespondentin Katharina Kort.

Die Aussicht auf niedrigere Zinsen in den USA beflügelt auch den Anleihemarkt. Die Kurse der Staatsanleihen legten am Donnerstag zu, die Renditen gaben im Gegenzug deutlich nach.

Bei den zehnjährigen deutschen Papieren sank die Verzinsung zeitweise auf minus 0,316 Prozent, bei den spanischen Papieren fiel die Rendite auf ein Rekordtief von 0,367 Prozent. Italienische Anleihen rentierten mit 2,013 Prozent und damit so niedrig wie seit gut einem Jahr nicht mehr.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel das erste Mal seit November 2016 unter die Marke von zwei Prozent. In Japan ist die Rendite der dortigen Benchmark auf minus 0,185 Prozent gesunken.

Gleichzeitig kauften Investoren verstärkt Gold. Das Edelmetall gilt als „Antikrisen-Währung“ und zur Absicherung gegen eine anziehende Inflation. Es war mit 1386,42 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) so teuer wie seit mehr als fünf Jahren nicht. Dies verhalf dem Goldminen-Betreiber Fresnillo zu einem Kursplus von 5,7 Prozent.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, verlor 0,3 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1278 Dollar.

In Erwartung baldiger Zinssenkungen der Notenbank Fed sind Anleger auch in die US-Aktienmärkte eingestiegen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 eröffneten am Donnerstag um bis zu 1,3 Prozent im Plus. Letzterer markierte mit 2956 Punkten sogar ein Rekordhoch.

Die Zuspitzung des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise am Donnerstag auf Höhenflug geschickt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 64,61 US-Dollar. Das waren 2,79 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg bis zum späten Nachmittag um 3,22 Dollar auf 56,98 Dollar.

Deutsche Bank: Die Aktien der Deutschen Bank gaben nach einem Bericht über Geldwäsche-Untersuchungen 2,59 Prozent auf 6,32 Euro nach und waren das Schlusslicht im Dax. Dem Geldhaus droht einem Bericht der „New York Times“ zufolge in den USA neuer Ärger. Die dortigen Behörden untersuchten, ob sich das Frankfurter Geldhaus an die Anti-Geldwäsche-Gesetze halte, hieß es unter Berufung auf sieben mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Rocket Internet: Laut einem Magazinbericht bereitet Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer einen Rückzug des Unternehmens von der Börse vor. Die Aktie stieg am Donnerstag um bis zu 8,7 Prozent. Das „Manager Magazin“ berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, im Aufsichtsrat sei bereits über eine Privatisierung gesprochen worden.

Im Hintergrund arbeite ein Team die sinnvollste Struktur für einen solchen Deal aus. Rocket Internet wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Samwer hält selbst oder über seine Stiftung derzeit etwa 44 Prozent der Aktien von Rocket Internet. Weitere Großaktionäre sind United Internet sowie der britische Fondsmanager Baillie Gifford. Das Unternehmen wird derzeit mit 3,9 Milliarden Euro bewertet.

Mit Agenturmaterial.

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