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02.09.2017

17:49 Uhr

Dax-Ausblick

Die Furcht vor dem September

VonSusanne Schier

Herbststurm statt Spätsommer: Der September gilt als schwierigster Börsenmonat. Dieses Mal haben Anleger auch Grund zur Unruhe. Vor allem der starke Euro gilt als Belastung. Richten soll es EZB-Präsident Mario Draghi.

Von dem EZB-Präsidenten erwarten Anleger weitere Hinweise zur Geldpolitik. Reuters

Mario Draghi

Von dem EZB-Präsidenten erwarten Anleger weitere Hinweise zur Geldpolitik.

Der September wird wohl seinem Ruf als schwierigster Börsenmonat auch in diesem Jahr wieder gerecht. Gleich eine ganze Reihe von Herausforderungen könnte den Aktienmarkt belasten: So trübt vor allem der Blick in die USA die Stimmung. Nicht nur steht der schwelende Konflikt mit Nordkorea im Raum, nach der Sommerpause droht den Vereinigten Staaten sogar der Regierungsstillstand. All das hat in den vergangenen Wochen den Dollar geschwächt und den Euro wieder zum Gewinner gemacht. Doch genau das ist Anlegern hierzulande ein Dorn im Auge.

Mit Spannung warten sie daher schon auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag. Die zentrale Frage ist zwar: Wann steigt die Notenbank aus ihren Anleihekäufen aus? Aber Experten rechnen auch damit, dass EZB-Präsident Mario Draghi etwas zum starken Euro sagen wird.

Ein klares Signal in Richtung Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm oder gar einen Beschluss dürfte es kaum geben, meint Commerzbank-Ökonom Michael Schubert: „Aber EZB-Präsident Mario Draghi wird vermutlich erstmals andeuten, dass die Notenbank 2018 weniger Anleihen kaufen wird als bisher.“ Aktuell erwirbt die EZB Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat.

DZ Bank-Analyst Hartmut Preiß sieht die EZB jedoch auf einer schwierigen Gratwanderung: Auf der einen Seite sei eine Modifikation der Anleihekäufe unvermeidbar. Auf der anderen Seite liege die Inflationsrate in der Euro-Zone immer noch auf einem niedrigen Niveau. „Wir gehen davon aus, dass die EZB spätestens auf der Sitzung am 26. Oktober 2017 anstehende Änderungen des Kaufprogramms bekanntgeben wird.“

Am Donnerstag gar nichts zu machen, das ist wohl keine Option für Draghi, wie Schubert meint. Laut Protokoll der vergangenen Sitzung hatten Ratsmitglieder schon da vor einem zu langen Hinauszögern notwendiger Anpassungen gewarnt, da diese zu „einer ausgeprägten Volatilität an den Finanzmärkten“ führen könne, wenn die Kommunikation dann doch noch geändert würde.

Daher dürfte der Notenbankchef wohl auch etwas zum Euro sagen: „Wenn Draghi nächste Woche unbesorgt klingt, würde der Euro wahrscheinlich weiter aufwerten, und das würde das Risiko erhöhen, dass der Rat kostspielige geldpolitischen Gegenmaßnahmen beschließen müsste“, meint Marco Valli, Volkswirt von Unicredit.

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Um die starke europäische Gemeinschaftswährung haben sich zuletzt auch Aktienstrategen verstärkt Gedanken gemacht. Der Wechselkurseffekt werde die Unternehmensergebnisse im dritten Quartal jedoch wohl insgesamt weniger belasten als die jüngste Aufwertung des Euro suggerieren mag, meint Commerzbank-Aktienexperte Markus Wallner. Zwar habe der Euro seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar deutlich aufgewertet. In der vergangenen Woche hat er zeitweise sogar die Marke von 1,20 Dollar überschritten.

Da der Euro aber zuvor abgewertet hatte, liege der Durchschnittskurs von Juli und August nur ungefähr fünf Prozent über dem Durchschnitt des dritten Quartals 2016. „Nichtsdestotrotz sollte der stärkere Euro die Ergebnisse einiger Dax-Unternehmen wie Fresenius, Infineon und Continental spürbar belasten“, betont Wallner. Bereits im August hat der starke Euro daher den deutschen Aktienmarkt gebremst. Der deutsche Leitindex verlor insgesamt 0,5 Prozent.

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