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30.04.2017

17:43 Uhr

Dax-Ausblick

Kater nach der Party-Stimmung?

VonJessica Schwarzer

Nach zwei Jahren fiel in der vergangenen Woche endlich das Dax-Allzeithoch. Ist der Weg nach oben nun frei oder müssen sich Anleger mit neuen Kursrekorden gedulden? Experten sind eher skeptisch.

Doch wie geht es jetzt weiter? dpa

Der Dax markiert ein neues Rekordhoch

Doch wie geht es jetzt weiter?

DüsseldorfEine Flut von Unternehmensnachrichten, die Fed-Sitzung am Mittwoch und dann auch noch der Blick auf den Kalender – langweilig wird die neue Börsenwoche sicher nicht. Obwohl beim Blick auf das Datum wohl Entwarnung gegeben werden darf. Experten erwarten nicht, dass getreu der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“ eine Verkaufswelle droht und die Börsenkurse auf Tauchstation gegen werden. „Treten im Mai keine politischen Horrorszenarien wie ein Wahlsieg Le Pens ein, scheint auf Basis der Datentrends ‚Sell in May and go away‘ dieses Mal eher nicht angebracht“, ist Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, überzeugt. Kursrücksetzer sind aber dennoch nicht ausgeschlossen.

Denn dass die Rekordjagd an den internationalen Börsen munter weiter geht, ist eher fraglich. „Neue Anleger kommen auf dem aktuellen Kursniveau nicht in den Markt“, sagt Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Der Optimismus der Anleger geht langsam zurück.“

Das muss zwar bekanntlich kein schlechtes Zeichen sein, im Gegenteil, aber nach den jüngsten Kursgewinnen, ist Durchatmen angesagt. In Deutschland wird wegen des Feiertags sowieso erst wieder ab Dienstag gehandelt, an der Wall Street bereits am Montag.

Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

5. Juni 2014

Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr knackt der deutsche Leitindex die magische Marke und steigt bis auf 10.014 Punkte.

22. Januar 2015

EZB-Präsident Mario Draghi beschließt ein Anleihekaufprogramm im Stile der Federal Reserve. Die Zentralbank wird bis September 2016 Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Millionen Euro aufkaufen. Insgesamt sollen so 1,14 Billionen in die Märkte gespült werden. Der Dax springt nach nervösen Pendelbewegungen auf ein Rekordhoch von 10.454 Punkten. In den folgenden Tagen hält die Hausse an, am 13. Februar springt der Dax das erste Mal über in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen.

16.März 2015

Bereits wenige Wochen nach der Eroberung der 11.000-Punkte steht ein weiterer Meilenstein der Dax-Geschichte auf der Börsen-Agenda. Der Leitindex klettert zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Weder der Konflikt in der Ostukraine noch der sich immer weiter zuspitzende Schuldenstreit scheinen die Börsenteilnehmer groß zu stören. Sie kaufen Aktien und befeuern die Hausse.

14. Juni 2017

In Erwartung einer positiven Zinsentscheidung der US-Notenbank knackt der Dax das erste Mal im Laufe seiner Geschichte die 12.900 Punkte und erreicht schließlich sein Allzeithoch von 12.921 Punkten. Schon in den Monaten zuvor hatte der Dax im Anschluss an den Erfolg des europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich seinen Höchststand mehrfach verbessert.

7. November 2017

Der Dax krönt einen goldenen Herbst mit einer Bestmarke von 13.525 Punkten. Und auch wenn der Schwung danach verpuffte, war das Jahr 2017 ein sehr starkes für Aktionäre: Am Ende kommt der Dax auf eine Performance von 12,5 Prozent.

23. Januar 2018

Zum Jahresanfang 2018 versprüht das Parkettvolk Optimismus. Die ersten Konjunkturdaten können überzeugen – und das global. Allein in den ersten drei Wochen legt der Frankfurter Platzhirsch fünf Prozent zu und muss in Sachen Rekordjagd endlich nicht mehr neidisch Richtung Wall Street blick. Nun neue Bestmarke: 13.596 Zähler.

In der letzten Aprilwoche hatte die Erleichterung über den Sieg des Europa-Befürworters Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen die Börsen weltweit beflügelt. Der Dax gewann etwa 3,5 Prozent und verzeichnete damit seinen größten Wochengewinn des Jahres. Mit 12.486 Punkten markierte er sogar einen Rekord. Zwei Jahre hatten Anleger auf das neue Allzeithoch warten müssen.

Das Thema Frankreich ist für Anleger aber keineswegs vom Tisch. Zwar rechneten sie weiterhin damit, dass Macron bei der Stichwahl am 7. Mai erneut über die Euro-Kritikerin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National triumphieren werde, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Macrons Vorsprung in den Umfragen sei aber auf derzeit etwa 60 zu 40 Prozent geschrumpft. „Ab etwa 55 zu 45 würden dann auch die Umfragen wieder in den Bereich möglicher Messungenauigkeiten gelangen, und entsprechend nervös dürften die Märkte reagieren“, so Lück.

Dax auf Rekordhoch: Die große Erleichterung

Dax auf Rekordhoch

Die große Erleichterung

Anleger feiern den Erstrunden-Sieg des europafreundlichen Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Nach zwei Jahren steigt der Dax auf ein neues Allzeithoch. Allerdings bleiben Risiken, vor allem politische.

Die Wahl in Frankreich ist nicht das einzige politische Thema, das Anleger derzeit antreibt. Die 100-Tage-Bilanz von US-Präsident Donald Trump ist ernüchternd. Und genau aus diesem Grund ziehen viele Experten wie Greil derzeit europäische den amerikanischen Aktien vor.

So sieht es auch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. Die politischen Stolpersteine in Europa würden weniger, Konjunkturdaten seien stabil, die Wirkung von Trumps Politik hingegen unsicher. „Die Aktienmärkte Europas sind im Vorteil“, so Halver.

Nicht zuletzt spreche die Währungsseite für Investitionen internationaler Anleger in Aktien aus der Euro-Zone. „Ausbleibende Konjunkturimpulse in den USA rechtfertigen keine restriktivere Zinspolitik der US-Notenbank, was den US-Dollar gegenüber Euro stärken würde“, sagt der Experte. „Währungsverluste über den Euro sind damit keine Abschreckung für US-Anleger.“

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Kommentare (2)

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Frau Annette Bollmohr

01.05.2017, 14:48 Uhr

"Kater nach der Party-Stimmung"

Nur zur Erinnerung: Börsen sind nicht dazu da, bei irgendjemanden für "Party-Stimmung" zu sorgen (in aller Regel handelt es sich bei den Anlegern ohnehin um keine armen Leute), sondern dazu, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass die globale Wirtschaft im Interesse der Allgemeinheit, also der gesamten Gesellschaft, bestmöglich funktionieren kann.

Herr hartmut braune

01.05.2017, 15:54 Uhr

......was heisst hier Katerstimmung......längst ist klar.....daß es an der Börse nicht immer......mit Sinn + Verstand zugeht....dass also auf Dinge gesetzt wird....die wirklich und vielfach dubios sind....vergleichbar mit einer Spielbank.....in der Hoffnung.....das es einen Ertrag bringen wird.....das ist eben so....und wird auch zukünftig nicht anders sein.....und so kann das Wissen.....um die einzelnen Details nicht groß genug sein....damit man von Schaden + Schäden auf Dauer möglichst verschont bleibt......also schlecht?......keineswegs.....sollten Kopf + Bauch sich immer an der Kreuzung treffen + die Hand geben......ob es gelingt hängt....auch noch von anderen Faktoren ab......

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