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03.05.2019

09:51

Dax-Ausblick

Unternehmenszahlen werden entscheiden, ob der Mai zum Schreckensmonat wird

Von: Andrea Cünnen

Ein Dutzend Dax-Unternehmen präsentiert in der kommenden Woche aktuelle Quartalszahlen. Sie entscheiden über die Entwicklung an der Börse.

Die Analysen für die Dax-Konzerne sind nicht allzu optimistisch. dpa

Banken-Skyline

Die Analysen für die Dax-Konzerne sind nicht allzu optimistisch.

Frankfurt Die erste volle Handelswoche im Mai macht Anleger besonders nervös. Vielfach wird wieder die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ zitiert – und das könnte als sich selbsterfüllende Prophezeiung den ein oder anderen Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlassen.

Ein Ausstieg könnte sich durchaus lohnen, denn die Börsen haben sich in diesem Jahr bereits extrem positiv entwickelt. Der Dax gewann seit Jahresanfang mehr als 17 Prozent. Auch weltweit legten die großen Börsenindizes zweistellig zu.

Ob der Mai ein Wonne- oder ein Schreckensmonat wird, hängt in den kommenden Tagen vor allem von den Quartalsergebnissen der Unternehmen ab. Um die Anleger zu überzeugen, müssen die Konzerne die Erwartungen der Investoren deutlich übertreffen.

In der vergangenen Woche glückte das am Donnerstag dem Gesundheitskonzern Fresenius und am Freitag dem Sportartikelhersteller Adidas. Ihre Aktien waren denn auch die klaren Wochengewinner.

In dieser Woche legen gleich ein Dutzend Dax-Konzerne Zahlen vor. Am Dienstag gibt es Quartalsergebnisse von BMW, Henkel, Infineon und Vonovia. Am Mittwoch kommen Munich Re, Siemens und Wirecard, wobei Wirecard das vorläufige Ergebnis schon Ende April vorgelegt hatte. Am Donnerstag präsentieren die Deutsche Telekom, Heidelberg Cement und Continental ihre Quartalszahlen, am Freitag folgen die Deutsche Post und Linde.

Insgesamt sind Analysten für die Dax-Konzerne nicht allzu optimistisch. Im Schnitt rechnen sie damit, dass die Unternehmen im Gesamtjahr 2019 ihre Gewinne um gut sieben Prozent steigern werden. Viele Häuser haben daran aber Zweifel. Angesichts des schwachen konjunkturellen Umfelds sollten die Unternehmensgewinne nicht um deutlich mehr als fünf Prozent zulegen, meint zum Beispiel Christian Kahler, Chef-Aktienstratege bei der DZ Bank.

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Das würde das weitere Dax-Potenzial begrenzen, denn die Kurse spiegeln schon jetzt viele positive Entwicklungen wider. Dazu gehören eine Einigung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit, zu dem in dieser Woche weitere Verhandlungen auf der Agenda stehen. Außerdem sind die Ängste vor einem starken Konjunktureinbruch und einer Rezession in den USA, die Ende vergangenen Jahres die Börsen weltweit abstürzen ließen, verflogen.

Allzu gut wird sich die Wirtschaft dennoch nicht entwickeln. „Mehr als eine langsame Stabilisierung der Weltwirtschaft zeichnet sich noch nicht ab“, sagt Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck Privatbankiers.

Besonders im Fokus stehen am kommenden Dienstag die Auftragseingänge in der deutschen Industrie vom März, die im Februar im Vergleich zum Vormonat um unerwartet starke 4,2 Prozent eingebrochen waren. Für März rechnen Ökonomen mit einem Rückgang von einem Prozent.

Wenig Hoffnung machen auch die am Mittwoch anstehenden Daten zur deutschen Industrieproduktion. Hier gab es im Februar noch einen moderaten Anstieg von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal – für März erwarten Volkswirte im Schnitt einen Rückgang um 0,9 Prozent.

In den USA stehen vor allem die Verbraucherpreise vom April im Fokus, die am Freitag veröffentlicht werden. Hier liegt die Konsensschätzung gegenüber dem Vorjahr bei 2,1 Prozent. Das würde keinen Handlungsdruck auf die US-Notenbank (Fed) ausüben. Die aus dem privaten Konsum der US-Amerikaner abgeleiteten Inflationsdaten, auf welche die Fed besonders achtet, fielen zuletzt mit 1,6 Prozent niedrig aus.

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Dennoch sind Investoren mit Blick auf die Fed zuletzt wieder etwas vorsichtiger geworden. Bei ihrer letzten Zinsentscheidung am 1. Mai ließ sie den Leitzins zwar wie erwartet unverändert, die Wortwahl bei der Begründung klang aber ausgeglichener. Und die Fed-Vertreter betonten, dass die Wirtschaft „solide“ wächst. Die Aktienmärkte hatten das mit Enttäuschung aufgenommen, da nicht wenige Investoren schon auf eine Zinssenkung der Fed spekulieren.

Diese Hoffnungen bekamen mit den positiven Entwicklungen der US-Arbeitsmärkte am vergangenen Freitag einen weiteren Dämpfer. Dennoch stiegen die großen Indizes an der Wall Street. Das lag vor allem daran, dass die durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber dem Vormonat mit 0,3 Prozent weniger deutlich gestiegen waren als erwartet.

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