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15.10.2018

11:25

Dax-Tafel am Montagmorgen.

Börse Frankfurt

Dax-Tafel am Montagmorgen.

Dax

Technische Panne bremst Börsenhandel in Frankfurt aus

Von: Andreas Kröner, Stefan Kaufmann

Wegen einer Störung bei der Deutschen Börse ist es am Montagmorgen zu Verzögerungen im Aktienhandel gekommen. Es ist bereits die zweite Panne innerhalb von sieben Monaten.

Frankfurt Die Stabilität ihrer Systeme hat für die Deutsche Börse Priorität. Deutschlands größter Börsenbetreiber sei ein Technologieunternehmen und habe wahrscheinlich die beste IT der Welt, sagte Vorstandschef Theodor Weimer kürzlich bei einer Veranstaltung. Der Konzern investiere jedes Jahr eine halbe Milliarde Euro, um seine IT noch besser zu machen. Das Horrorszenario für das Unternehmen ist ein mehrstündiger Ausfall oder ein Zusammenbruch seiner Systeme. „Unser Risiko ist, dass die IT plötzlich stillsteht“, sagt Weimer. „Dann werde ich gefeuert. Dann kriege ich einen Tritt in den Hintern.“

Von einem solchen Szenario ist die Deutsche Börse weit entfernt. Doch es wird Weimer sehr ärgern, dass es beim elektronischen Handelssystem Xetra nun zum zweiten Mal innerhalb von sieben Monaten zu Verzögerungen gekommen ist. Wegen einer Panne begann der Xetra-Handel am Montag erst mit einstündiger Verspätung um 10 Uhr.

Grund für die Verzögerung sei ein Problem mit dem internen Kommunikationsprotokoll des Xetra-T7-Systems gewesen, erklärte das Unternehmen. Es funktionierten wohl nicht alle Zugänge zum Handelssystem. Dementsprechend handelte es sich um eine interne Panne bei der Deutschen Börsen – und nicht um Probleme, die von Handelsteilnehmern oder durch einen Hacker-Angriff ausgelöst wurden. Der Parketthandel, bei dem die Volumina deutlich geringer sind, lief nach Angaben des Unternehmens dagegen ohne Probleme.

Zum Handelsstart gab der Dax erneut nach. Der deutsche Leitindex verlor am Montag bis zu 0,4 Prozent und notierte mit 11.483,30 Punkten so niedrig wie zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Zuletzt war das Xetra-Handelssystem Mitte März ausgefallen – ausgerechnet am „Tag der Aktie“. Damals konnten die Börsianer erst mit rund 45 Minuten Verspätung wieder handeln. Auch der Börsengang der Medizintechnik-Tochter Healthineers des Siemens-Konzerns ging deswegen nicht pünktlich über die Bühne.

Xetra kommt nicht nur in Frankfurt zum Einsatz. Seit 1999 wird die Technologie auch an der Wiener Börse verwendet, danach folgten die Handelsplätze in Prag, Budapest, Malta und auf den Cayman Islands. Und auf der Xetra-Basis wurde das Handelssystem an der Shanghai Stock Exchange entwickelt.

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