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06.03.2019

06:54

Deutsche Aktienindizes

Knorr-Bremse und Dialog Semiconductor schaffen den Sprung in den MDax

Von: Andrea Cünnen

In der zweiten und dritten Börsenliga gibt es eine ganze Reihe von Auf- und Absteigern. Im MDax gibt es zwei Veränderungen, in den SDax ziehen gleich vier neue Unternehmen ein.

Am 18. März gibt es neue Werte in MDax und im SDax. Imago

Deutsche Börse in Frankfurt

Am 18. März gibt es neue Werte in MDax und im SDax.

FrankfurtIm zweiten Anlauf hat es geklappt. Der Nutzfahrzeug- und Zugbremsenhersteller Knorr-Bremse wird ab 18. März im MDax der Nebenwerte notieren. Das hat die Deutsche Börse am späten Mittwoch bekanntgegeben.

Auch der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor steigt vom 70 Werte umfassenden SDax in die Reihe der 60 MDax-Werte auf. Weichen müssen dafür der Stahlhersteller Salzgitter und der Autozulieferer Schaeffler.

Knorr-Bremse ist erst im vergangenen Herbst zum Kurs von 80 Euro an die Börse gegangen und legte mit 3,7 Milliarden Euro den zweitgrößte Börsengang 2018 in Deutschland hin – und das in einem schwierigen Umfeld, in dem die Börsen einbrachen. Gut 70 Prozent des Unternehmens sind immer noch im Besitz der Familie des Multimilliardärs Heinz Hermann Thiele. Inzwischen kostet die Aktie 86,74 Euro.

Die Deutsche Börse entscheidet jeweils am dritten Arbeitstag der Monate März, Juni, September und Dezember über die Zusammensetzung der Indizes Dax, MDax, SDax und TecDax. Immer geprüft werden dabei die Regeln für einen besonders schnellen Auf- und Abstieg, „Fast Entry“ und „Fast Exit“ genannt.

Nicht ganz so harte Kriterien gelten für die herkömmlichen Auf- und Absteiger („Regular Entry“ und „Regular Exit“). Beim Dax werden diese nur im September, bei den anderen Indizes zusätzlich im März geprüft. Grundlage sind jeweils die Schlusskurse per Ende des jeweiligen Vormonats.

Börsenneuling: Knorr-Bremse schafft es vorerst wohl nicht in den MDax

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Knorr-Bremse schafft es vorerst wohl nicht in den MDax

Auf dem Weg in den MDax muss Knorr-Bremse wohl eine Warteschleife drehen. Für einen Einzug in den Nebenwerte-Index waren die Börsenumsätze bislang zu gering.

Entscheidend für die Indexaufnahme sind die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien im Streubesitz bezogen auf die letzten 20 Handelstage und der Börsenumsatz der letzten zwölf Monate. Wenn ein Unternehmen kürzer als zwölf Monate an der Börse notiert, wird der Umsatz hochgerechnet.

Knorr-Bremse hatte im Dezember nur knapp den Aufstieg in die zweite Börsenliga verpasst. Jetzt ist der Aufstieg aber geglückt.

Dafür muss Salzgitter weichen: Die Marktkapitalisierung der im vergangenen Jahr um 46 Prozent eingebrochenen Salzgitter-Aktie ist so gesunken, dass das Unternehmen nach Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) per Ende Februar nur noch auf Rang 108 der 320 im Prime Standard notierten deutschen Unternehmen lag.

Damit erfüllt Salzgitter die Bedingungen für einen sogenannten „Fast Exit“. Der tritt ein, wenn ein Unternehmen im MDax bei Marktkapitalisierung oder Umsatz auf Rang 105 oder darunter liegt. Beim Umsatz lag Salzgitter laut LBBW auf Rang 85. Die genauen Daten der Deutschen Börsen zu Marktkapitalisierung und Umsatz sind nicht öffentlich, viele Banken beziehen sie aber gegen Lizenzgebühren.

Der zweite Aufsteiger im MDax ist der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor, der schon zu Zeiten des Neuen Marktes an der Börse gelistet war und schon lange im TecDax notiert. Laut LBBW lag der Apple-Zulieferer bei der Marktkapitalisierung Ende Februar auf Rang 80 und beim Umsatz auf Rang 63 und erfüllt damit die Regeln für einen „Fast Entry“.

SDax-Rauswurf: Baywa-Chef kritisiert Auswahlkriterien

SDax-Rauswurf

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Der bayerische Mischkonzern Baywa muss den Kleinwerteindex SDax verlassen. Firmenchef Klaus Josef Lutz kritisiert erneut die Entscheidung der Deutschen Börse – und regt eine Diskussion über die Indexzusammensetzung an.

Der findet statt, wenn ein Unternehmen bei beiden Kriterien mindestens auf Rang 85 liegt. Auch Knorr-Bremse wäre mit einer Marktkapitalisierung auf Platz 45 und dem Börsenumsatz auf Rang 74 ein „Fast Entry“-Aufsteiger, rückt aber ja schon für Zwangsabsteiger Salzgitter nach. Weichen für Knorr-Bremse muss der nach Salzgitter zweitkleinste MDax-Wert – und das ist der Autozulieferer Schaeffler.

Aus dem SDax absteigen werden – nach den jeweils für den SDax geltenden „Fast Exit Regeln“ – der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus, die Biotechfirma Medigene, der Schienenlogistik-Konzern VTG, der ohnehin von der Börse genommen werden soll und der Maschinenbauer DMG Mori. Aufsteigen werden dafür der Personaldienstleister Amadeus Fire, der Batteriehersteller Varta, der Netzwerkausrüster Adva Optical Networking und der Mischkonzern Baywa.

Varta hatte sich schon im Dezember kurz über einen Aufstieg in den SDax gefreut, doch das war eine Falschmeldung. Die Deutsche Börse hatte damals irrtümlich in einer Presseerklärung bekannt gegeben, dass Varta für DMG Mori in den Kleinwerteindex aufrücken würde. Jetzt kommt der Aufstieg tatsächlich.

Indexzusammenstellung : Korrektur der Deutschen Börse – Varta bleibt Aufstieg in SDax verwehrt

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Korrektur der Deutschen Börse – Varta bleibt Aufstieg in SDax verwehrt

Am Mittwochabend hatte die Deutsche Börse den Batteriehersteller Varta in den SDax gehoben. Doch das war eine Falschmeldung.

Für Amadeus Fire und Baywa ist es ein Wiederaufstieg. Beide Unternehmen mussten den SDax im September 2017 verlassen, schlugen sich aber so gut, dass jetzt die Rückkehr in den SDax gelingt. Auch Adva Optical Networking hat Indexerfahrung, das Unternehmen notierte bis vor einem Jahr im TecDax der 30 größten deutschen Technologiewerte.

Der Wiederaufstieg in den TecDax ist Adva Optical Networking aber nicht geglückt, auch ansonsten gibt es keine Änderungen im Technologieindex, in dem auch die Dax-Werte Deutsche Telekom, Infineon, SAP und Wirecard gelistet sind. Auch im Dax selbst stehen keine Veränderungen an.

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