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22.01.2019

23:50

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500

US-Börsen starten Handelswoche mit deutlichen Verlusten

Von: Julia Rotenberger, Lars Frensch, Michael Stahl

Konjunktursorgen drücken den Wall-Street-Handel. Für zusätzliche Bewegung sorgten dementierte Medienberichte über abgesagte Handelsgespräche zwischen China und den USA.

Die Situation an den New Yorker Börsen ist angespannt. Bloomberg

Händler an der Wall Street

Die Situation an den New Yorker Börsen ist angespannt.

Düsseldorf/New YorkNach dem Feiertag zum Wochenstart haben Konjunktursorgen am Dienstag für Zurückhaltung an den US-Börsen gesorgt. „Der Risikoappetit ist momentan sehr gering“, konstatierte Marktexperte Dean Popplewell vom Währungsbroker Oanda.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und Deutschland. Die Organisation rechnet für 2019 und 2020 nur noch mit einem Wachstum von 3,5 beziehungsweise 3,6 statt bisher mit jeweils 3,7 Prozent.

„Das war die zweite Prognosesenkung in drei Monaten“, kommentierte Hussein Sayed, Chefanlagestratege des Brokerhauses FXTM, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Sollte der Handelsstreit eskalieren, Großbritannien ohne Deal aus der EU ausscheiden oder sich Chinas Konjunktur schneller abkühlen, muss kurzfristig mit weiteren Korrekturen gerechnet werden.“

Schlechte Nachrichten kamen auch aus China. Dort warnte die Regierung vor einer Beeinträchtigung der Beschäftigungslage infolge der Konjunkturabkühlung. Die Wirtschaft der Volksrepublik leidet zunehmend unter dem Handelsstreit mit den USA. Und eine Lösung in dem Konflikt scheint vorerst nicht in Sicht.

Am Dienstag berichteten die „Financial Times“ sowie der US-Sender CNBC, dass das Weiße Haus ein Vorbereitungstreffen mit chinesischen Beamten für die nächste Verhandlungsrunde im Handelsstreit abgesagt hätte. Grund dafür sollen Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die Umsetzung von Urheberrechten sein. Die USA werfen China unter anderem vor, gegen geistige Eigentumsrechte zu verstoßen.

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Die Wall Street reagierte auf die Nachricht mit Kursverlusten, ehe US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow die Medienberichte dementierte: „Mit Respekt, die Geschichte stimmt nicht“, sagte Kudlow im Interview mit CNBC. Außer dem Treffen mit Chinas Vize-Premier Li He Ende Januar seien keine anderen zwischenzeitlichen Treffen geplant gewesen. Kudlow sagte außerdem, die USA befänden sich in ständigem Dialog mit chinesischen Regierungsvertretern.

Kudlows Dementi gab den Aktienkursen kurz vor Handelsende zwar wieder etwas Auftrieb, dennoch schlossen Dow Jones, S&P und Nasdaq mit deutlichen Verlusten.

Die wichtigsten Indizes

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,2 Prozent tiefer auf 24.404 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 sank 1,4 Prozent auf 2632 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,9 Prozent auf 7020 Punkte.

So lief der Handel in Europa und Asien

Dax und Euro Stoxx 50 schlossen je rund ein halbes Prozent tiefer auf 11.090 beziehungsweise 3109 Punkten.

In Tokio tendierte der Leitindex Nikkei 0,1 Prozent tiefer bei 20.707 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,1 Prozent im Plus. Die Standardwerte in China verloren 0,8 Prozent.

Einzelwerte im Fokus

Bei den Einzelwerten legten Ebay rund sechs Prozent zu. Der Aktionär und Hedgefonds Elliott drängt das Management des Online-Marktplatzes zu einem radikalen Umbau.

Der aktivistische Investor traut Ebay eine Verdoppelung des Aktienkurses auf mehr als 63 Dollar bis Ende 2020 zu, falls ein von Elliott ausgearbeiteter Fünf-Punkte-Plan umgesetzt werde. Hierzu gehöre die Abspaltung der Ticket-Wiederverkaufsplattform Stubhub und der Sparte Ebay Classifieds, zu der Ebay Kleinanzeigen und Mobile.de gehören.

Ein pessimistischer Ausblick brockte Black & Decker einen schwarzen Tag ein. Die Aktien fielen rund 15 Prozent. Der Anbieter von Bohrmaschinen und anderen Werkzeugen stellte für 2019 einen Gewinn von 8,45 bis 8,65 Dollar je Aktie in Aussicht. Analysten hatten bislang im Schnitt mit 8,80 Dollar gerechnet.

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Ein schwächelndes US-Geschäft überschattete den überraschend hohen Gewinn von Halliburton. Die Aktien des Ölindustrie-Dienstleisters verloren gut drei Prozent. Das Unternehmen machte im abgelaufenen Quartal einen Nettogewinn von 664 Millionen Dollar. Der Umsatz stagnierte aber bei 5,94 Milliarden Dollar. Im wichtigen Geschäft auf dem US-Heimatmarkt schrumpften die Erlöse um zwei Prozent.

Arconic schockte die Anleger mit der Entscheidung, den geplanten Verkauf des Unternehmens angesichts enttäuschender Kaufofferten abzublasen. Zuletzt waren in Medienberichten die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management als Übernahmeinteressent und ein Preis von über zehn Milliarden Dollar gehandelt worden.

Ein unter den Markterwartungen liegender Umsatzausblick setzte Johnson & Johnson zu. Die Aktien verloren 1,4 Prozent.

Mastercard-Titel verloren nur in etwa marktkonforme 1,26 Prozent, obwohl die EU-Kommission den Kreditkartenanbieter wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften zu einer Strafzahlung von 570 Millionen Euro verdonnert hatte. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

Mit Agenturmaterial

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