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12.04.2019

15:40

Fahrdienstleister

Uber-Fahrer sollen nach Börsengang bis zu 10.000 Dollar Prämie erhalten

Von: Julia Rotenberger

Uber will im Zuge des Börsengangs bis zu 300 Millionen Dollar an seine Fahrer weltweit zahlen. Doch die müssen Bedingungen erfüllen.

Das Unternehmen will seine Fahrer am Börsenerfolg beteiligen. Reuters

Uber-Fahrer in San Francisco

Das Unternehmen will seine Fahrer am Börsenerfolg beteiligen.

DüsseldorfDer Börsengang des Fahrdienstleisters Uber dürfte nicht nur für potenzielle Investoren von Interesse sein, sondern auch für die Fahrer. Das Unternehmen wolle seinen Fahrern im Zuge des Börsengangs eine einmalige Prämie zahlen, heißt es in einer Passage des IPO-Prospektes des Unternehmens.

Demnach will Uber bis zu 300 Millionen Dollar an 1,1 Millionen Fahrer weltweit zahlen, „um jene anzuerkennen, die zu unserem Erfolg beigetragen haben“. Für Fahrer in den USA kann die ausgezahlte Summe im Einzelfall bis zu 10.000 Dollar betragen.

Gemessen an der Gesamtdimension des Börsengangs fällt diese Summe jedoch nicht allzu hoch aus: Uber möchte durch den IPO eine Marktkapitalisierung von insgesamt 100 Milliarden Dollar erreichen; die Erlöse aus dem Börsengang sollen Bloomberg-Informationen zufolge etwa zehn Milliarden Dollar betragen.

Die Summe für die angekündigten Prämien berechnet sich nach der Anzahl der Fahrten des Uber-Fahrers während seiner Karriere bei dem Fahrdienstleister. Für 2500 Fahrten gibt es eine Prämie von 100 Dollar, für 5000 Fahrten 500 Dollar und für 10.000 Fahrten 1000 Dollar. Wer in seiner Karriere mehr als 20.000 Fahrten geleistet hat, bekommt eine Prämie von 10.000 Dollar.

Weitere Voraussetzungen für den Erhalt der Prämie: Der Fahrer muss eine „gute Reputation“ aufweisen und bis zum 7. April dieses Jahres mindestens eine Fahrt geleistet haben. Die Zahlung der Prämie soll bis zum 27. April erfolgen.

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Der Fahrtenvermittler will an der Wall Street eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar erzielen. Zu den Gewinnern des Börsengangs zählt ein alter Bekannter: Ex-Chef Travis Kalanick.

Die in dem Prospekt genannten Beträge für die Prämienzahlungen gelten zwar nur für die Fahrer in den USA, allerdings soll ein ähnliches Staffelsystem – mit Anpassungen an das lokale Lohnniveau – auch für Fahrer in anderen Ländern gelten, so das Unternehmen.

Generell soll die Prämie nur an Fahrer in jenen Ländern fließen, in denen Uber als Hauptbetreibergesellschaft auftritt, was wiederum wohl Länder, in denen das Unternehmen durch größere Kooperationen vertreten ist, nicht mit einschließt.

Taxi-Fahrer protestieren gegen Uber

In Deutschland arbeitet Uber sowohl mit Mietwagen-Unternehmen als auch mit selbständigen Fahrern zusammen, die – zumindest theoretisch – von der Einmalzahlung profitieren dürften. Ob und wie viele Fahrer aus Deutschland für diese Prämie infrage kommen, beantwortet das Unternehmen im IPO-Prospekt nicht.

Uber ist nach Problemen mit Regulierungsbehörden zurzeit wieder auf Expansionskurs in Deutschland. Seit dem vergangenen Donnerstag fährt Uber durch Köln, zuvor war das Unternehmen bereits in Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin aktiv.

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Im Zuge der geplanten Marktliberalisierung sollen Fahrdienste wie Uber von wesentlichen Auflagen befreit werden. Taxifahrer fürchten Umsatzeinbußen.

Inzwischen sieht es so aus, als würde die deutsche Politik dem US-Fahrdienstleister entgegenkommen. So will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Personenbeförderungsgesetz reformieren und dabei die im Moment bestehenden Schranken für Fahrdienstleister wie Uber abbauen.

Am Mittwoch kam es deshalb in 30 deutschen Städten zu Protesten von Taxifahrern, allein in Berlin beteiligten sich 4000 Fahrer mit ihren Wagen an den Demonstrationen. Einer der Gründe für den Unmut ist die geplante Abschaffung der Rückkehrpflicht für Mietwagenangebote mit Fahrern: Bislang müssen sie nach jeder Fahrt an den Hauptstandort zurückkehren, wenn sie keinen neuen Auftrag haben. Taxis dagegen dürfen schon jetzt auf der Straße auf Kunden warten.

Doch auch von Uber-Fahrern selbst gibt es durchaus Kritik an der Geschäftspraxis des US-Fahrdienstleisters. So berichtete die „Rheinische Post“ Ende Februar von Tricksereien bei der Arbeitszeit und unrealistischen Gehaltsversprechen bei Ubers Partnerunternehmen in Düsseldorf. Auch soll es immer wieder zu Konflikten mit Taxifahrern kommen, die etwa Uber-Fahrer filmen, die der Rückkehrpflicht nicht nachkommen.

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