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10.04.2019

17:24

Fahrdienstleister

Uber peilt Börsenwert von bis zu 100 Milliarden Dollar an

Von: Katharina Kort

Der Fahrdienstleister könnte an der Wall Street sogar das Debüt von Alibaba 2014 in den Schatten stellen. Doch der Börsengang des Konkurrenten Lyft belastet.

Der Fahrtdienstleister wächst schnell, schreibt aber auch hohe Verluste. AFP

Uber-Auto

Der Fahrtdienstleister wächst schnell, schreibt aber auch hohe Verluste.

San FranciscoDen Wettlauf an die Wall Street mag der kleine Rivale Lyft gewonnen haben. Doch bei den Einnahmen will das weitaus größere Unternehmen Uber alles übertreffen. Bereits seit Wochen warten die Investoren darauf, dass die Mobilitätsplattform die Pläne für ihr Debüt an der Wall Street veröffentlicht. Am Donnerstag könnte es so weit sein, berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg.

Demnach peilt die Plattform eine Marktkapitalisierung zwischen 90 und 100 Milliarden an und will zehn Milliarden Dollar einnehmen. Einen entsprechenden Antrag hatte Uber bereits im Dezember bei der US-Börsenaufsicht SEC gestellt.

Uber, lange Zeit eines der wertvollsten Start-ups der Technologiebranche, will neue Rekorde aufstellen. Mit dem angestrebten Börsenvolumen würde Uber einen der größten Kapitalzuflüsse aller Zeiten verbuchen und selbst das Wall-Street-Debüt der Alibaba Group von 2014 in den Schatten stellen. Der von der Plattform angestrebte Börsenwert liegt allerdings niedriger als erwartet. Ursprünglich hatten die Banker Uber einen Wert von 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Lyft-Börsengang belastet

Wie der Fernsehsender CNBC unter Berufung auf Insider im Konzern berichtet, liegt ein Grund dafür in der schlechten Performance von Lyft an der Börse. Die Aktie des Fahrdienstes war nach einem kurzen Hoch an der Börse unter den Ausgabewert gefallen.

„Uber muss den Investoren nun zeigen, warum es die bessere Variante ist“, sagt Holger Mueller vom Analysehaus Constellation Research. Die Firmen unterscheiden sich vor allem in ihrer Größe: Während Lyft nur in den USA und Kanada operiert, führt Uber-CEO Dara Khosrowshahi ein globales Unternehmen, das in mehr als 750 Städten operiert. Ende März expandierte die Plattform in den Nahen Osten. Uber kaufte den Fahrdienst Careem für 3,1 Milliarden Dollar.

Neben der Vermittlung von Fahrten betreibt Uber ein wachsendes Geschäft mit der Auslieferung von warmem Essen (Uber Eats) und bietet seinen Service inzwischen auch für Lkw-Flotten an (UberFreight). Das neue Geschäft könnte in diesem Jahr ein Buchungsvolumen von bis zu zwei Milliarden Dollar erreichen.

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Im kalifornischen San Diego liefert Uber Pakete aus. Das Angebot erweitern Elektro-Tretroller und die elektrischen Fahrräder von Start-up Jump, das der Dienst im März 2018 für 200 Millionen Dollar übernommen hatte.

Große Chancen für die Mobilitätsanbieter erkennt Fondsmanager Dan Morgan von Synovus Trust. „Investoren wollen in die weltweit führende Firma investieren“, sagt er. Er erwartet, dass sich Uber und Lyft künftig den US-Markt aufteilen, der etwa die Hälfte des 250 Milliarden Dollar schweren weltweiten Mobilitätsgeschäfts darstelle. Uber werde sich zwischen 60 und 65 Prozent der Anteile sichern.

Lyft käme auf 30 bis 35 Prozent. Nach Ansicht von Morgan deutet sich im Transportgeschäft ein Duopol an wie in der digitalen Werbung mit Facebook und Google.

Hohe Verluste

Dem Wachstum gegenüber stehen jedoch die nach wie vor hohen Verluste von Uber. Vergangenes Jahr betrug das Minus 1,8 Milliarden Dollar. Doch im Vergleich zu 2017 verringerte es sich um 15 Prozent. Ubers Umsatz stieg um 43 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Nach wie vor unklar ist, wie es bei Uber mit der Entwicklung selbstfahrender Autos nach dem tragischen Unfall in Tempe, Arizona, weitergeht.

Vor einem Jahr kündigte Uber-Chef Khosrowshahi an, seine Firma werde im Jahr 2020 profitabel sein. Bei der nun anstehenden Werbetour für die Investoren, die sogenannte Roadshow, werden die Banker gespannt verfolgen, ob der Uber-Chef dieses Versprechen hält. Die Tour soll noch diesen Monat beginnen. An der New Yorker Börse könnte Uber dann im Mai starten.

Kommentare (1)

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Herr Andre Peter

10.04.2019, 19:51 Uhr

100 Milliarden Dollar - sind 98 Milliarden zu viel für solch ein Unternehmen: Erinnert mich an EM.TV - für mich sind die Vorboten eines Crashes - Bitcoins und auch solch übertriebene Preise für einen Fahrdienstleister, der deutlich weniger kann als Sixt!

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