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18.07.2019

18:24

Felix Herrmann

Blackrock-Stratege warnt: „Die Märkte erwarten gerade zu viele Zinssenkungen“

Von: Andrea Cünnen

Der Blackrock-Stratege Felix Herrmann spricht im Interview über die Bedeutung der Notenbanken für die Kurse und die Angst vor dem Handelsstreit.

Herrmann ist Investment Strategist bei BlackRock. BlackRock

Felix Herrmann

Herrmann ist Investment Strategist bei BlackRock.

Herr Herrmann, die Börsen werden von den Notenbanken getrieben. Zu Recht?
Nicht wirklich. Die Zentralbanken verlängern den wirtschaftlichen Zyklus, aber die Märkte erwarten gerade von der US-Notenbank zu viele Zinssenkungen.

Können die Notenbanken die Wirtschaft denn noch ankurbeln?
In den USA gibt es angesichts des höheren Zinsniveaus noch etwas Spielraum, um die Unternehmen durch niedrigere Zinsen zu entlasten. In der Euro-Zone kann die EZB dagegen angesichts von Nullzinsen wenig ausrichten, und die Kreditversorgung ist für europäische Unternehmen ohnehin kein Problem.

Das heißt, die Wirtschaft wird sich auch weiter schlechter entwickeln?
Ja, aber wie schlimm es wird, hängt vor allem vom Handelsstreit ab, der die Investitionen der Unternehmen noch stärker bremsen dürfte. Auch langfristig ist der Handelsstreit unsere größte Sorge. Wir fürchten eine Gefährdung der globalen Lieferketten und dadurch einen Angebotsengpass bei vielen Gütern. Das wiederum könnte die Inflation steigen lassen. Diese Risiken sehen die Märkte noch nicht. Deshalb raten wir, Risiken im Portfolio zu reduzieren.

Das heißt konkret?
Wir gewichten zum Beispiel Aktien aus China und den Schwellenländern unter, deren Entwicklung deutlich von Chinas Wachstum abhängt. Dazu zählt auch Japan, wo wir ebenfalls vorsichtiger sind. Bei US-Aktien halten wir an der Übergewichtung fest, eben weil die US-Notenbank den Zyklus noch etwas verlängert. Zudem finden wir in den USA noch mehr Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten.

US-Aktien kaufen, China-Aktien verkaufen – heißt dies, dass Trumps Protektionismus für die USA funktioniert?
Kurzfristig leidet die exportabhängige chinesische Wirtschaft tatsächlich stärker als die US-Wirtschaft, deshalb positionieren wir uns entsprechend. Doch ein anhaltender Protektionismus könnte auch für die USA alle Vorteile der Globalisierung zunichtemachen.

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