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17.05.2019

15:56

Geldanlage

Schlechte Börsenstimmung macht Fonds-Anleger risikoscheu

Von: Ingo Narat

Im ersten Quartal waren Anleger so zurückhaltend bei Fondskäufen wie lange nicht: Sogar das Interesse am bislang populärsten Segment erstickte.

Die schlechte Börsenstimmung vom Ende des vergangenen Jahres hat sich auf die Fondsbranche ausgewirkt. dpa

Börse in Frankfurt

Die schlechte Börsenstimmung vom Ende des vergangenen Jahres hat sich auf die Fondsbranche ausgewirkt.

Frankfurt Die schlechte Börsenstimmung im vierten Quartal letzten Jahres hinterlässt Spuren: Die Anleger sind risikoscheu geworden. Ihre Kauflust erhielt einen Dämpfer. Das zeigen die Absatzzahlen der deutschen Fondsbranche, die vom nationalen Investmentverband BVI am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Anlege verkauften im ersten Quartal für netto 2,2 Milliarden Euro Anteile. Höhere Rückgaben bei diesen auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds gab es zuletzt im ersten Quartal vor fünf Jahren. Die Unsicherheiten durch den Handelskonflikt, den Brexit und die Konjunktursorgen machten sich bemerkbar.

Bei den Abgaben dürften auch institutionelle Investoren eine Rolle gespielt haben. Diese Großanleger wie Versicherungen und Pensionskassen erwerben teilweise auch Publikumsfonds. „Darauf deuten hohe Abgaben bei Anleihefonds für kurz laufende Papiere hin“, erläutert ein BVI-Sprecher.

Auch das bisher populärste Segment verlor in den Augen der Anleger an Attraktivität. In den Vorquartalen hatten Mischfonds durchweg Zuflüsse von mehreren Milliarden Euro verbucht. Doch in den ersten Monaten war die Risikoscheu so groß, das dieser regelmäßige Zustrom versiegte.

Ungebrochen attraktiv sind Immobilien. Den offenen Immobilienfonds flossen im ersten Quartalen rund drei Milliarden Euro zu. Die zusätzlichen Investments hievten das Kapital in dieser Fondsgruppe auf ein dreistelliges Volumen von 101 Milliarden Euro.

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Geldverwalter in Europa haben 2018 viele neue, oft exotische Fonds aufgelegt. Das macht es für Anleger nicht unbedingt einfacher, richtig zu wählen.

Bei den einzelnen Anbietern musste Blackrock als Indexfondsanbieter mit drei Milliarden Euro die größten Abzüge hinnehmen. Auf ähnlich hohe Abzüge kommt Allianz Asset Management. Etwa halb so hoch waren die Rückgaben bei der Deka-Gruppe. Zuflüsse von über eine Milliarden Euro gab es dagegen beim Kölner Verwalter Flossbach von Storch.

Trotz dieser durchwachsenen Zahlen wächst die Fondsbranche weiter kräftig. Dazu trugen vor allem die Zuflüsse in die Spezialfonds für institutionelle Investoren bei. Die Verwalter sammelten auf diesem Feld im ersten Quartal netto rund 24 Milliarden Euro ein.

Die Zuflüsse bei den Spezialfonds sind recht stetig. Es handelt sich oft um Betragszahlungen für die Altersvorsorge. Diese Zahlungen fließen konstant, erfolgen unabhängig von den Stimmungen an der Börse und wechselnden Vorlieben der Anleger.

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