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05.08.2019

03:55

Meldepflicht

Die Meldeschwelle für Aktienankäufe wird erhöht

Von: Andrea Cünnen

Bislang müssen Vorstände und Aufsichtsräte Aktientransaktionen ab 5000 Euro an die Bafin melden. Bald soll die Schwelle auf 20.000 Euro angehoben werden.

Ab dem kommenden Jahr will die Aufsicht die Meldeschwelle jedoch erhöhen – auf dann 20.000 Euro. dpa

Börse Frankfurt

Ab dem kommenden Jahr will die Aufsicht die Meldeschwelle jedoch erhöhen – auf dann 20.000 Euro.

Deutsche Topmanager sind aktive Aktionäre. Ganze 3620 börsennotierte Unternehmen haben im vergangenen Jahr Aktienkäufe und -verkäufe ihrer Vorstände und Aufsichtsräte an die Finanzaufsicht Bafin gemeldet.

Die Führungskräfte dürfen mit Aktien der eigenen Firmen handeln, solange sie dazu keine börsenrelevanten Informationen nutzen, die noch nicht per Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht sind. Machen sie das doch, handelt es sich um verbotene Insidergeschäfte. Außerdem müssen die Firmen die Bafin innerhalb von fünf Tagen über die Transaktionen informieren. Das Ganze gilt für Käufe und Verkäufe ab einem Volumen von 5000 Euro.

Ab dem kommenden Jahr will die Aufsicht die Meldeschwelle jedoch erhöhen – auf dann 20.000 Euro. Damit will die Bafin vor allem kleine und mittlere Unternehmen vom „hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand“ der Meldepflicht entlasten. 2018 betrafen 16 Prozent aller Meldungen Transaktionen von unter 20.000 Euro. Bei diesen Deals ist die „Signalwirkung“ für den Markt nach Ansicht der Bafin gering und steht in keinem Verhältnis zum Aufwand. Bis Ende August sammelt sie Stellungnahmen zum Anheben der Meldeschwelle.

Neuerung wird begrüßt

Patrick Link, Partner bei der Rechtsanwaltskanzlei Hengeler Mueller, rechnet nicht mit großen Einwänden und geht davon aus, dass die Bafin die Meldeschwelle tatsächlich anheben wird. „Die Erhöhung der Schwellenwerte entlastet gerade kleine Unternehmen und ist daher zu begrüßen“, meint Link. Allerdings dürften Vorstände und Aufsichtsräte nicht nachlässig werden: „Wenn die Meldungen wegen der höheren Hürde weniger im Bewusstsein sind, steigt die Gefahr, dass Meldungen auch ab 20.000 Euro vergessen werden.“

Auch Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School und Experte für Eigengeschäfte von Führungskräften, sieht in der Anhebung kein Problem. Im Gegenteil: „Kleine Käufe und Verkäufe unter 20.000 Euro sind oft zufallsbedingt und nicht so aussagekräftig.“ Aus den Meldungen an die Bafin berechnet Stotz regelmäßig das Insiderbarometer für das Handelsblatt. Wenn die Bafin die Meldeschwellen anhebt, wird er die Berechnung gegebenenfalls modifizieren, damit das Barometer nicht verzerrt wird.

Die Informationen über die Eigengeschäfte der Führungskräfte – auch „Directors‘ Dealings“ genannt – sollen vor allem die Transparenz an den Kapitalmärkten erhöhen. Die Bafin veröffentlicht die Transaktionen daher online, neben der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität (DGAP). Auch die meisten Firmen nennen die Deals auf ihren Homepages.

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

05.08.2019, 11:57 Uhr

Diese Maßnahme wird die Insider-käufe-verkäufe wesentlich erleichtern.
Alle Zocker die an den Börsen arbeiten bedanken sich sofort.

Hoch lebe der Kleinaktionär und Kleinsparer.

Wieder ein Pluspunkt für die AFD.

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