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01.08.2019

09:23

Nikkei, Topix & Co

Japans Börse profitiert nach dem Fed-Zinsentscheid von einem schwachen Yen

Japans Währung fällt zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Das stützt die Aktienkurse in Tokio. Die Börsen in China und Korea aber verlieren.

Das Gebäude der Tokyo Stock Exchange in der japanischen Hauptstadt Tokio. dpa

Aktienhandel

Das Gebäude der Tokyo Stock Exchange in der japanischen Hauptstadt Tokio.

Tokio Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed hat am Donnerstag für viel Bewegung an den asiatischen Börsen gesorgt: Der japanische Nikkei-Index öffnete zunächst deutlich tiefer, bevor er die Verluste wieder wettmachte. In Hongkong, China und Australien gaben die Märkte nach, während koreanische Aktien zulegten.

Fed-Chef Jerome Powell hatte am Mittwochabend eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte verkündete. Das ist die erste Zinssenkung seit zehn Jahren. Gleichzeitig warnte Powell allerdings davor, weiterer Zinssenkungen zu erwarten. Damit verschreckte er die Anleger: Die beiden wichtigsten US-Indizes, der Dow Jones und der S&P 500, verzeichneten den höchsten Tagesverlust seit dem 31. Mai. Der US-Dollar schoss auf ein Zweimonatshoch in die Höhe.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg sogar um bis zu 0,4 Prozent auf ein Zweijahreshoch von 98,9 Punkten. Zur japanischen Währung verteuerte sich die US-Devise um 0,5 Prozent auf 109,31 Yen. Dies gab exportorientierten Werten Auftrieb und sorgte schließlich dafür, dass sich am japanischen Aktienmarkt die Verluste in Grenzen hielten. Denn im Gegenzug fiel der Yen auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten.

Der Nikkei-Index notierte zu Börsenschluss am Donnerstag knapp im Plus bei 21.541 Punkten. Auch der Topix-Index trat bei 1567 Zählern auf der Stelle. Von der Yen-Schwäche profitierten vor allem exportorientierte Konzerne. Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien der Autobauer Toyota (plus 1,0 Prozent) und Honda (plus 0,4 Prozent), des Kameraherstellers Canon (plus 0,9 Prozent) sowie des Anbieters von Videospielen Nintendo, dessen Papiere um 3,3 Prozent zulegten. Titel von Nomura legten sogar um neun Prozent zu. Die Investmentbank verzehnfachte ihren Quartalsgewinn auf umgerechnet 463 Millionen Euro.

Die chinesischen Börsen verzeichneten hingegen Verluste. Die Börse in Schanghai schloss bei 2.909 Punkten 0,8 Prozent im Minus. Der breiter gefasste chinesische Index CSI 300 verlor fast ein Prozent. Auch Koreas Aktienleitindex Kospi verlor 0,4 Prozent und schloss bei 2.018 Punkten.

Vor dem Zinsentscheid der Fed hatten Anleger damit gerechnet, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr in drei Schritten um fast drei Viertelpunkte absenkt. Die Hoffnungen auf eine ganze Reihe von Zinssenkungen hatte die Aktienmärkte weltweit beflügelt. Dass Fed-Chef Powell jetzt signalisierte, keine Eile für weitere Schritte zu sehen, sorgte für Ernüchterung.

„So sieht ein hawkischer Schnitt aus“, schrieben die Analysten von Morgan Stanley in einer Kundenmitteilung. „Die minimale Senkung, die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed und die Pressekonferenz von Powell haben die Märkte enttäuscht und unsere Erwartungen unterboten.“ Fed-Fonds-Futures zeigten, dass die Märkte weitere Zinssenkung jetzt für unwahrscheinlicher halten als zuvor.

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