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22.09.2017

10:34 Uhr

Ratingagentur S&P

China kritisiert Herabstufung der Bonität

Die Prüfer von Standard & Poor's (S&P) setzen Chinas Bonität herunter. Die chinesische Regierung ist empört und wirft den US-Experten vor, die Wirtschaft des Landes nicht richtig zu verstehen.

Chinas Regierung wird mit dem schlechteren Rating nur wenige Wochen vor dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag in Peking konfrontiert. dpa

Bonitätsnote

Chinas Regierung wird mit dem schlechteren Rating nur wenige Wochen vor dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag in Peking konfrontiert.

PekingChina hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) für die Herabsetzung der Bonitätsnote des Landes kritisiert. Die Herabstufung sei eine „falsche Entscheidung“, teilte das Finanzministerium im Peking am Freitag mit. S&P hatte am Donnerstag die Bonitätsnote der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um eine Stufe auf „A+“ herabgesetzt. Das ist die fünftbeste Note in der Skala von S&P.

Chinas Regierung wird mit dem schlechteren Rating nur wenige Wochen vor dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag in Peking konfrontiert. Es wird erwartet, dass Staatschef Xi Jinping bei dem Schlüsseltreffen seine Macht weiter ausbauen will, in dem er wichtige Posten in der Regierung mit engen Vertrauten besetzt. Beobachter hoffen, dass der Parteikongress auch Erkenntnisse über den weiteren wirtschaftlichen Kurs bringen wird.

S&P stuft Bonität herab: Niedrigeres Rating für China

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Die Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit Chinas herab. Denn die Finanzstabilität habe gelitten. Auch viele Ökonomen sehen die hohe Verschuldung des Landes als eines der größten Risiken für die Weltwirtschaft an.

Die Wirtschaft des Landes war mit 6,9 Prozent im ersten Halbjahr schneller gewachsen, als von den meisten Analysten erwartet. Allerdings stimmte S&P nun in den Chor anderer Kritiker ein, die das Wachstum vor allem auf steigende Schulden zurückführen.

„Das lang anhaltende starke Kreditwachstums in China hat die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken erhöht“, so S&P. Zwar habe das hohe Tempo des Kreditwachstums auch das Wirtschaftswachstum und die Vermögenspreise erhöht. Die Finanzstabilität habe aber gelitten.

S&P begrüßt einerseits jüngste Bemühungen der Regierung, die hohe Verschuldung insbesondere auf Unternehmensebene zu verringern. „Wir gehen aber trotzdem davon aus, dass das Kreditwachstum in den nächsten zwei bis drei Jahren so hoch bleiben wird, dass die Finanzrisiken weiter steigen werden.“

Stärkere Kontrolle des Finanzsystems: Peking rüstet auf

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Peking rüstet auf

Chinas Regierung sorgt sich um die Stabilität des Finanzsystems – und will die Auslandsinvestitionen der Versicherer strenger überwachen. Auch die Kreditvergabe steht auf dem Prüfstand. Dahinter steckt noch etwas anderes.

S&P setzte nur einen Tag nach der Abstufung Chinas am Freitag auch das Rating von Hongkong um eine Stufe auf „AA+“ herab. Die Situation auf dem chinesischen Festland könne auch Chinas Sonderverwaltungszone „negativ beeinträchtigen“, so die Agentur.

China warf S&P vor, die Lage der chinesischen Wirtschaft falsch und auf Grundlage der Erfahrungen von voll entwickelten Industrieländern zu lesen. Die Qualität des Wachstums habe sich verbessert.

Bereits im Mai hatte die US-Ratingagentur Moody's Chinas Rating um eine Stufe gesenkt. Auch die Ratingagentur Moody's erwartete steigende Schulden bei zugleich abnehmenden Wachstumsraten.

Während die Herabstufungen von Ratingagenturen etwa die Probleme von Griechenland in der Staatsschuldenkrise verschärft haben, muss sich China um die schlechtere Note unmittelbar keine Sorgen machen. Das Land ist im Ausland nur geringfügig verschuldet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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G. Nampf

22.09.2017, 10:42 Uhr

China willl eine Marktwirtschaftsein, also hat China sich auch den Regeln einer Marktwirtschaft zu beugen.

Die Zeiten, daß China eine Extrawurstbekommt, weil es China ist, sind vorbei.

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