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26.07.2019

15:09

Bundesbank/EZB

In Deutschland ist wieder mehr Falschgeld in Umlauf

Von: Jan Mallien

Im ersten Halbjahr 2019 haben die Behörden mehr falsche Banknoten registriert als im zweiten Halbjahr 2018. Die Bundesbank hat eine einfache Erklärung parat.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden in Deutschland mehr Falschgeld registriert. dpa

Falsche Euro-Banknoten

Im ersten Halbjahr 2019 wurden in Deutschland mehr Falschgeld registriert.

Frankfurt Gegen den europäischen Trend waren im ersten Halbjahr 2019 in Deutschland mehr gefälschte Geldscheine im Umlauf. Die Bundesbank registrierte rund 27.600 falsche Euro-Banknoten im Wert von insgesamt 1,6 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2018.

Der für das Thema Bargeld zuständige Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann hält das jedoch für einen kurzfristigen Ausreißer. „Für das zweite Halbjahr 2019 erwarten wir sinkende Falschgeldzahlen, da die Ermittlungsbehörden jüngst bedeutende Erfolge gegen internationale Fälscherringe erzielen konnten“, sagte er.

Dass zwischenzeitlich bei einzelnen Stückelungen mehr Fälschungen auftauchen, erklärt die Bundesbank damit, dass Geldfälscher bereits produzierte Blüten schneller auf den Markt werfen, sobald die Notenbanken ihrerseits eine überarbeitete Banknote in Umlauf bringen.

Seit Ende Mai gibt es neue 100- und 200-Euro-Scheine – und prompt stieg in Deutschland die Zahl der Hunderter-Fälschungen.

Die mit Abstand am häufigsten gefälschte Banknote ist der Fünfziger – sowohl in Deutschland (65 Prozent Anteil) als auch in Europa (54 Prozent). Beliebt bei Fälschern in Deutschland war außerdem der Zwanziger (22 Prozent Anteil).

Grundsätzlich soll die Zahl der Fälschungen durch die verbesserten Sicherheitsmerkmale bei den Banknoten der neuen Europa-Serie sinken. Mit den neuen Hundertern und Zweihundertern ist die zweite Generation der Euro-Banknoten komplett. Neue Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger sind bereits im Umlauf. Der 500-Euro-Schein wird nach einer Entscheidung des EZB-Rates dagegen nicht mehr produziert.

Neue Sicherheitsmerkmale bei 100- und 200-Euro-Scheinen

Auf europäischer Ebene ging die Zahl der gefälschten Banknoten im gleichen Zeitraum zurück. Rund 251.000 Euro-Blüten zogen Polizei, Handel und Banken in Europa in den ersten sechs Monaten des Jahres aus dem Verkehr, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte.

Das waren 4,2 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2018. Der rechnerische Schaden sank auf 13,5 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr 2018 lag er noch bei 14 Millionen Euro.

Zu den neuen Sicherheitsmerkmalen bei den 100- und 200-Euro-Scheinen zählt beispielsweise ein „Satelliten-Hologramm“, das sich rechts oben auf der Vorderseite befindet. Dort bewegen sich beim Neigen kleine Euro-Symbole um die Wertzahl und der aufgedruckte Wert „Hundert“ beziehungsweise „Zweihundert“ ändert die Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau.

Außerdem gibt es wie schon beim Zwanziger und Fünfziger ein „Porträtfenster“. Hält man den Schein gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und man sieht ein Porträt der griechischen Mythengestalt Europa.

Mehr: Verschwindet unser Bargeld, weil Regierungen oder Notenbanken es abschaffen wollen? Diese Diskussion wird hitzig geführt. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Kommentare (1)

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Herr Andre Peter

26.07.2019, 15:48 Uhr

Das ist doch sehr interessant, nur 1,6 Millionen Euro an Falschgeld im Umlauf. Es wird immer argumentiert, dass Bargeld für Geldwäsche sehr interessant ist. Der Milliardenmarkt für Kryptowährungen ist da deutlich korrupter. Insofern sollte man das Bargeld nicht abschaffen, da man ja nicht wirklich den gläsernen Kunden oder Menschen haben möchte.

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