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Christian Noyer im Interview

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„Ich bin ganz auf einer Linie mit Jens Weidmann“

Bei der gemeinsamen Einlagensicherung haben Sie die deutsche Öffentlichkeit gegen sich. Die Leute wollen nicht für Guthaben in Spanien oder Zypern geradestehen.

Sie beziehen sich allein auf die Aktualität, künftig aber muss man vielleicht fragen: Warum sollten die Italiener oder Franzosen für deutsche oder niederländische Banken bezahlen?

Keine Sorge - niemand wird sie darum bitten.

Ich verstehe vollkommen die Bedenken der deutschen Öffentlichkeit. Doch wir müssen gewährleisten, dass es ein integriertes System mit gleichem Niveau an Sicherheit gibt. Wir müssen Europa als Ganzes betrachten und nicht als Addition verschiedener Länder und Systeme. Wir sollten zunächst einen Euro-Zonen-Fonds als Rückversicherung einrichten. Der stünde hinter den nationalen Einlagensicherungen, könnte im Notfall eingreifen und bekäme dann später sein Geld von den Banken zurückgezahlt.

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    Der französische Präsident will alle Banken auf europäischer Ebene beaufsichtigen, die Kanzlerin nur die systemrelevanten einbeziehen. Wer hat recht?

    Meinem Verständnis nach müssen in einem integrierten System alle Banken erfasst werden, sonst ist es bedeutungslos. In Schwierigkeiten geraten sind wir nicht wegen der großen, systemrelevanten Banken, sondern wegen der kleinen und mittelgroßen, die auf ihrem Heimatmarkt aktiv waren. Wenn wir nicht auf diese Ebene gehen, lösen wir kein Problem.

    Amerikanische Ökonomen fordern die EZB auf, mehr Geld in den Markt zu pumpen. Eine etwas höhere Inflation würde die Schulden senken, argumentieren sie.

    Ich denke, die liegen völlig falsch. Da bin ich ganz auf einer Linie mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Mit mehr Inflation treiben sie nur die Ängste der Verbraucher und der Investoren an. Dann verringern die ihre Ausgaben, der Wachstumseffekt ist negativ. Die zweite Wirkung wäre, dass die Leute einen niedrigeren Euro-Kurs erwarten, das würde unmittelbar unsere Kreditkosten erhöhen.

    Kommentare (48)

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    Account gelöscht!

    18.07.2012, 07:05 Uhr

    Eine Bankenunion kann den finalen Zusammenbruch des Schnellballprinzips unseres fiat money Systems nicht aufhalten sondern lediglich das Überleben einige Monate verlängern. Je länger wir den Crash nach hinten schieben, je mehr Billionen noch vorher in das System gepumpt werden, desto schmerzhafter und nachhaltiger wird der Zusammenbruch ausfallen. Aber daß sich die politische Elite dieser Welt mit allen Mitteln gegen den finalen Zusammenbruch wehrt, ist logisch, denn sie würden ihn wohl kaum überleben.

    Ludwig500

    18.07.2012, 07:06 Uhr

    Man kann es sich nicht so einfach machen, die Aussagen von Herrn Noyer als dumm oder schlecht informiert zu interpretieren. Der Mann weiss wie Märkte funktionieren, was die Märkte wollen.

    Er ist einfach nur Mitglied der grossen Geldallianz. Deshalb reitet er munter weiter auf dem toten Pferd, dass sich nur noch bewegt weil ihm ständig Stromstösse in Form von Rettungsmilliarden verpasst werden.

    Unfassbar, was für gewissenlose Bankster auf die Schlüsselpositionen gesetzt wurden.

    HansWurst

    18.07.2012, 07:17 Uhr

    Man kann noyer nicht als hochverraeter abtun. Wacker kaempft er fuer die interessen frankreich und den zugang der fpiigs zum deutschen einlagen sicherungsfonds, um sozialistische wohltaten seines premiers zu lasten der deutschen weiter finanzieren zu koennen.
    Man wuenschte sich unsere deutschen volksverraeter wuerden so fuer unsere interessen kaempfen.

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